Ein dunkles Kapitel der amerikanischen Zeitgeschichte im International Center of Photography in New York

„Dann kamen sie, um mich zu holen: die Inhaftierung von japanischen Amerikanern während des Zweiten Weltkriegs“ („Then They Came for Me: Incarceration of Japanese Americans during World War II“) im International Center of Photography untersucht eine dunkle Episode der US-Geschichte:  im Namen der „nationalen Sicherheit“ wurden nach dem Angriff der japanischen Luftwaffe auf den US-Flottenstützpunkt Pearl Harbor am 7. Dezember 1941  120.000 rechtmäßige Bürger der Vereinigten Staaten ohne richterliche Verurteilung oder Rücksicht auf verfassungsmäßige Bestimmungen eingekerkert und/oder zwangsumgesiedelt, bloß, weil sie japanischer Abstammung waren.

Korporal Jimmy Shohara (US-Army), dessen Eltern im Internierungslager Manzanara festgehalten wurden. Die Brustspangen wurden für ausgezeichnetes Verhalten und besondere Leistungen im Pistolenschießen verliehen. Foto: Ansel Adams

Mit der Regierungsverordnung 9066, die am 19. Februar 1942 von Präsident Franklin D. Roosevelt unterzeichnet wurde, begannen die Zwangsumsiedlungen und Inhaftierungen aller Menschen japanischer Herkunft, die an oder in der Nähe der Westküste lebten. In zehn Barackensiedlungen, abseits der Zivilisation, lebten diese Menschen bis zum Kriegsende 1945 unter Militärbewachung. Existenzen von Familien wurden

Dorothea Lange: Eines ihrer zensurierten Fotos aus einem Internierungslager in der kalifornischen Wüste

zerstört: Geschäfte, die sich japanischstämmige Amerikanerinnen und Amerikaner aufgebaut hatten, gingen pleite; Ausbildungen mussten abgebrochen werden. Immer noch strittig ist, wieviele Menschen an den Bedingungen in den Internierungslagern starben. Erst in den 60er Jahren wurde eine breitere Diskussion über dieses finstere Geschichtskapitel begonnen – unter dem Einfluss der Bürgerrechtsbewegung, die immer umfassender den institutionellen Rassismus in den USA kritisierte.  1988 wurde schließlich ein Gesetz verabschiedet, das den Überlebenden der Zwangsumsiedlungen jeweils 20.000 US-Dollar Entschädigung zusprach.

Das International Center of Photography in New York zeigt noch bis zum 6. Mai eine Fotoausstellung zu diesem Thema. Renommierte Fotografen wie Dorothea Lange, Ansel Adams und andere haben damals mit viel Empathie  die Vertreibung japanischer Amerikaner aus ihren Häusern und ihr anschließendes Leben in Straflagern dokumentiert. Ausgestellt werden auch Fotografien des in einem Lager internierten Fotografen Toyo Miyatake.

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