Videosonntag: Margaret Bourke-White

Margaret Bourke-White (1904-1971) war eine der herausragendsten Fotografinnen des 20. Jahrhunderts. Sie begann als Industriefotografin, wandelte sich zur brillanten Dokumentarfotografin, wurde die erste amerikanische Kriegsreporterin und gehörte zu den ersten vier Fotografen des LIFE Magazine.

Meine erste „Begegnung“ mit Bourke-White war das Buch „Deutschland 1945“, in dem sie ihre Eindrücke von Deutschland unmittelbar nach der Zerschlagung des Nazi-Regimes beschrieb. Wie Lee Miller war sie Augenzeugin der Befreiung von KZs – in ihrem Fall: Buchenwalds. Im Gegensatz zu Lee Miller setzte sie ihre fotografische Laufbahn auch nach diesen traumatisierenden Erlebnissen fort.

Die Doku ist in einem sehr verständlichen Amerikanisch, gegebenenfalls kann man sich die Untertitel einblenden!

Videosonntag: Impressionen vom La Gacilly Baden Festival (2)

Am 16. Juni 2019 gab es im Rahmen des offiziellen Eröffnungstages des La Gacilly Baden Festivals eine Open-Air-Signierstunde mit den anwesenden Fotografinnen und Fotografen. Ich habe die Gelegenheit für ein kleines Interview mit dem Bürgermeister von La Gacilly, Jacques Rocher, nützen können. Und dann war da noch die Na servas-Band, die ich als „Bonustrack“ vorstellen möchte!

Bonustrack: Die Na Servas-Band

Porträt: Melanie Berger, 97

Melanie Berger, im Juni 2019, Wien

Die freundlich lächelnde 97-jährige Dame auf dem Foto kann auf ein bewegtes Leben zurückblicken. 1921 in Wien geboren, politisiert sich die Jugendliche in den 30er Jahren,sympathisiert mit den illegalen Revolutionären Sozialisten, schließt sich dann aber doch den trotzkistischen Revolutionären Kommunisten (RK) an. Sie nimmt an illegalen Aktionen gegen das austrofaschistische Regime, aber auch die drohende Nazigefahr teil. Im Mai 1938 kann sie mit viel Glück, aber auch Kaltblütigkeit, über Belgien nach Frankreich fliehen.

Nach dem Überfall der Nazis auf Polen hat sie zunächst Glück und kann sich mit verschiedenen Jobs über Wasser halten; der Deportstion in ein Lager entgeht sie ganz knapp, sie sitzt bereits im Zug in Clermont-Ferrand, als sie hört, dass die französischen Polizisten noch nach freiwilligen Hausgehilfinnen suchen. Zwischen 1940 und 1942 schließt sie sich dann in Montauban ihren (ebenfalls) untergetauchten RK-Genossen an. 

1942 fliegt die Gruppe auf, Melanie wird verhaftet und später nach Marseille überstellt. Im Gefängnis La Baumette erkrankt sie an Gelbsucht und wird in des Gefangenentrakt des Hospitals von Marseille gebracht. Am 15. Oktober 1943 wird sie dort von ihren Genossen, die sich als Gestapo-Leute verkleidet haben und in Begleitung eines uniformierten Wehrmachtssoldaten, den sie vom revolutionären Defätismus überzeugen konnten, befreit. Wieder folgt eine Phase der Illegalität.

1946 soll sie in Frankreich von Gendarmen verhaftet werden – sie wird immer noch wegen der Flucht aus dem Nazigefängnis gesucht. So, wie sie um die Anerkennung ihrer Tätigkeit im Widerstand in Frankreich kämpfen muss, muss sie in Österreich um die Anerkennung ihrer Staatsbürgerschaft kämpfen.

In Frankreich heiratet Melanie den hochdekorierten Widerstandskämpfer Lucien Volle – Mitglied der KPF. Ihren Kampf für eine gerechte Welt gibt sie nie auf. Heute spricht sie als Zeitzeugin mit Kindern und Jugendlichen über ihr Leben und warnt vor der Unterschätzung der aktuellen faschistischen Bewegungen. Manchmal kehrt sie nach Wien, an die Stätten ihrer Kindheit und Jugend, zurück.

Sie erzählt aus ihrem Leben – immer bescheiden, immer mit einem Sinn für Situationskomik. Eine nach wie vor aktive und engagierte junge Frau von fast 98 Jahren also.

Ein ausführliches Porträt Melanie Bergers von Nils Klawitter findet sich in: Spiegel Geschichte 2/2019, ab Seite 84)

Menschen in Palästina | Soziale Fotografie

Wie Besucherinnen und Besucher meines Blogs wissen bin ich sehr an den Themen Arbeiterfotografie und Soziale Fotografie interessiert.

Das Internet macht’s möglich – Ernst Wilhelm Grüter aus Hamburg fand zufällig complexityinaframe, und jetzt tauschen wir gelegentlich im sozialen Netzwerk MeWe (der Alternative zu Facebook) Meinungen aus.

Ernst Wilhelm Grüter steht in der Tradition der sozial engagierten Fotografie, einige seiner Fotos sind in der „Galerie fortschrittlicher Arbeiterfotografen“ im Internet zu sehen.

Beeindruckend sind seine Impressionen aus Palästina. Einfach auf den Link unten klicken! Ich wünsche Ernst Wilhelm viele Klicks und Likes für diese aussergewöhnliche Reportage.

Quelle: Menschen in Palästina | Soziale Fotografie

Videosonntag: Ein Fotograf gegen Monsanto

Im Rahmen der Foto Wien ist die beeindruckende und aufrüttelnde Reportage des französischen Fotografen Mathieu Asselin über die (Un)Taten des berüchtigten Monsanto-Konzerns zu sehen. Hingehen, anschauen, reagieren!

Übrigens: Monsanto gehört heute zu BAYER…