Statt eines Videosonntags: Internationale Streetphotographers sehen die COVID-19-Krise

Nach wie vor sind die meisten von uns in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Die kapitalistische Konsumgesellschaft hat das WEGEN PANDEMIE GESCHLOSSEN-Schild hinausgehängt. Während wir versuchen, einen Lebensrhythmus zu finden, der uns durch weitgehende soziale Isolierung und fehlende Arbeit abhandengekommen ist, füllen sich die Spitäler mit Menschen, die mangels Tests in Angst und Ungewissheit warten, was mit ihnen geschehen wird.

Der schottische Journalist und Fotograf Sergio Burns hat einen sehr berührenden Artikel darüber geschrieben, wie Fotografinnen und Fotografen diese Krise verarbeiten.

Videosonntag: Here comes Billy the Kid

Er ist eine Legende der Wildwest-Geschichte: Henry McCarty oder William H. Bonney  (1859-1881), besser bekannt als Billy the Kid. Der Outlaw mit dem jugendlichen Aussehen regt bis heute die Fantasie – und die Diskussionen – an. Revolverheld und Mörder? Oder doch eher ein Opfer der Umstände, die ihn in den berüchtigten Lincoln-County-Rinderkrieg verstrickten?

Lange Zeit gab es ein einziges beglaubigtes Foto Billys – eine sogenannte Tintype, ein Unikat auf einer Metallplatte. Inzwischen sind zwei weitere Aufnahmen aufgetaucht. Hier ein Bericht darüber. Mehr zum Thema Tintype morgen!

Videosonntag: Wie man eine Demonstration dokumentiert

Der irische Fotograf Sean Allen (Belfast) hat neben Street Photography einen Schwerpunkt auf die Dokumentation von sozialen Protesten gelegt. Hier ein Video, indem er zeigt, wie genau durchdacht die Fotodokumentation einer Demonstration (hier für Gesundheitsversorgung und Patientenrechte) sein muss. Wer Probleme mit dem irischen Akzent hat – einfach die automatisch generierten Untertitel zum Mitlesen aktivieren.

Ich habe dieses Video ausgewählt, weil es ein bisschen das Bewusstsein dafür schärfen hilft, wie sehr wir Teil einer bewegten Sozialgeschichte sind und was wir zu deren Dokumentation beitragen können.

Videosonntag: 50 Jahre „Rencontres d’Arles“

Auf complexityinaframe habe ich immer wieder auf die „Rencontres d’Arles“ verwiesen. Es gibt eine Menge interessanter Videos über dieses Großereignis der internationalen Fotografie. Leider ist der Großteil davon nur auf Französisch verfügbar und ich habe derzeit nicht die Kapazität, Untertitel dazu zu liefern.

Hier also ein Beitrag im leichter zugänglichen Englisch – mit einem wirklich informativen Interview mit der griechischen Fotografin und Filmemacherin Evangelia Kranioti.

New York: Preise und Stipendien für humanistische Fotografie vergeben

Am 17. Oktober fand im Theater der New Yorker School of Visual Arts in der 23rd Street West die seit vier Jahren organisierte Feier des W. Eugene Smith Fonds für humanistische Fotografie statt.

W. Eugene Smith (1918-1978)

Der Fonds würdigt das Vermächtnis des großen Foto-Essayisten W. Eugene Smith, indem er talentierte Dokumentarfotografen finanziell unterstützt, die Hilfe bei der Durchführung eines langfristigen Projekts benötigen. www.smithfund.org

Einer der Höhepunkte des Abends war ein Video des mit 40.000 Dollar geförderten mexikanischen Stipendiaten Yael Martinez zu seinem Projekt „Das Haus, das blutet„. Er erzählt seine eigene Geschichte – zwei Mitglieder seiner Familie waren ermordet worden. Bewegend zeigt Martinez, was der tägliche Terror für die Familien der Opfer bedeutet.

Im Rahmen der Gala wurden die 12 Finalisten bekannt gegeben und ihre Arbeiten in Videos präsentiert. Bemerkenswert sind die 5.000 Dollar Stipendien für Matt Eich und Nadia Shira Cohen. aber die Projekte der Finalisten Pierre Faure „France Periferal“, Debi Cornwall „Necessary Fiction“ und Lalo de Almeida „Amazonian Dystopias“ waren besonders stark.

Ein Höhepunkt des Abends war die Weltpremiere des im Jahr 2020 erscheinenden Films „Minamata“ – ein Spielfilm über Eugene Smith und seinen Fotobericht über Quecksilbervergiftungen in Japan in den 1970er Jahren. Johnny Depp als Smith beeindruckte das Publikum. Der Film ist genau und wahrheitsgetreu recherchiert. Die Kernaussage des Films (und des Lebenswerks von Smith) ist eindeutig: In einer Zeit, in der Konzerne, korrupte Politiker und mafiose Strukturen miteinander mehr und mehr verschmelzen, ist es die Pflicht des humanistischen (Foto)Journalismus, die Menschen aufzurütteln und zum Handeln zu bewegen.

Ein weiterer Höhepunkt war die Rede von Susan Zirinsky, Präsidentin und Chief Executive Producer von CBS News. Sie sprach über ihre Karriere und erklärte, wie die Kraft einer Fotografie  die Aufmerksamkeit aller wecken und öffentliche Debatten anstoßen kann. 

Der vor zwei Jahren ins Leben gerufene Preis für Studenten ging an Fawaz Oyedji aus Nigeria für sein Projekt „Yours in Arms“. Er zeigt darin die Auswirkungen einer paramilitärischen Erziehung in den Universitäten des Landes auf Bewusstsein und Leben der Studierenden.

Videosonntag: Margaret Bourke-White

Margaret Bourke-White (1904-1971) war eine der herausragendsten Fotografinnen des 20. Jahrhunderts. Sie begann als Industriefotografin, wandelte sich zur brillanten Dokumentarfotografin, wurde die erste amerikanische Kriegsreporterin und gehörte zu den ersten vier Fotografen des LIFE Magazine.

Meine erste „Begegnung“ mit Bourke-White war das Buch „Deutschland 1945“, in dem sie ihre Eindrücke von Deutschland unmittelbar nach der Zerschlagung des Nazi-Regimes beschrieb. Wie Lee Miller war sie Augenzeugin der Befreiung von KZs – in ihrem Fall: Buchenwalds. Im Gegensatz zu Lee Miller setzte sie ihre fotografische Laufbahn auch nach diesen traumatisierenden Erlebnissen fort.

Die Doku ist in einem sehr verständlichen Amerikanisch, gegebenenfalls kann man sich die Untertitel einblenden!