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Videosonntag: Zwischen „neuem Sehen“ und Surrealismus

Heute ein Video über eine Ausstellung im Kunstmuseum Wolfsburg 2014/15, die auf Grundlage der Sammlung Siegert zeigt, wie in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine Revolution des fotografischen Sehens stattfand. Anlass für die Auswahl dieses Videos ist die zur Zeit in Wien zu sehende Man-Ray-Ausstellung. Viel Vergnügen!

(Dauer: 6:07 Minuten)

Jakob Riis (1849-1914) – ein Fotograf kämpft gegen das Elend

Jakob Riis

Im Amsterdamer Muesum FOAM  ist noch bis Mitte April eine bemerkenswerte Ausstellung über Leben und Werk des aus Dänemark stammenden Pioniers der Sozialfotografie Jakob Riis zu sehen.

1870 kam der 21jährige völlig mittellos in New York an und hielt sich zunächst mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser. 1873 fand er eine Anstellung als Reporter bei den South Brooklyn News und später als Polizeireporter bei der New York Tribune. Bereits in seinen frühen journalistischen Arbeiten wird der aktivistische, engagierte Immigrant spürbar: Es sind keine voyeuristischen Geschichten über die Außenseiter und Getretenen – er, der die Armut und die unwürdigen Lebensumstände der Menschen in der Lower East Side am eigenen Leib erfahren hat, will aufrütteln, will zeigen, welches Leid in der glitzernden Großstadt mit dem Luxus der Reichen koexistiert. Jakob Riis (1849-1914) – ein Fotograf kämpft gegen das Elend weiterlesen

The revolution will be photographed. Paris 1871

„The revolution will not be televised“, heißt es in einem legendären Gedicht des afroamerikanischen Lyrikers und Songwriters Gil Scott-Heron aus dem Jahr 1969/70.

Revolutionen haben die Menschen immer durch ihre mächtigen Bilder gepackt – mal für, mal gegen die Revolution. Als es noch keine Fotografie gab, waren es Gemälde, die ikonisch wurden – etwa das berühmte Gemälde „Die Freiheit führt das Volk“ von Delacroix (1830).

 

Delacroix, Die Freiheit …

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Ein Bild, das Geschichte machte, aufgenommen am 1. Februar 1968

Es ist der 1. Februar 1968, Saigon. Seit zwei Tagen wird auch in der Hauptstadt Südvietnams gekämpft. Einheiten der FLN (Nationale Befreiungsfront aka Vietcong) haben mit der Tet-Offensive zum Sturm auf das mit den USA verbündete Regime des Präsidenten Nguyễn Văn Thiệu angesetzt.

Eddie Adams, Fotograf für Associated Press, ist gemeinsam mit dem NBC-Kameramann Vo Su unterwegs in den Stadtteil Cholon, wo heftig gekämpft wurde. Als die beiden Reporter ankommen, haben südvietnamesische Truppen offenbar die Kontrolle über den Stadtteil errungen. Am Ende einer Straße sehen sie eine Gruppe Soldaten die einen Mann eskortieren – er ist barfuß, trägt Shorts und ein kariertes Hemd, die Hände scheinen am Rücken gefesselt zu sein. Eddie Adams sagt später: „Wenn man als Fotograf einen Gefangenen sieht, schaut man, dass man ihn solange begleitet, bis er weggebracht wird. Ein Gefangener ist ein Foto„. 

Eddie Adams, 1969

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1968 – das „magische Jahr“, das Jahr der Bilder

In der Nachkriegszeit (womit ich die Zeit nach dem 2. Weltkrieg meine) hat es kein Jahr gegeben, das so nachhaltig mehrere Generationen beeinflusst hat wie das Jahr 1968. Fünfzig Jahre sind seither vergangen, aber immer noch haftet diesem Jahr etwas Magisches an. 1968 – das „magische Jahr“, das Jahr der Bilder weiterlesen

Videosonntag: Ethik im Fotojournalismus

In meinem Bericht über die World-Press-Photo-Ausstellung in Wien habe ich ja nebenbei ein paar Fragen bezüglich der Ethik im Fotojournalismus angeschnitten. Es gibt zu diesem Thema ein überaus spannendes Internet-Projekt – „Like a coat of rain“ – , auf das ich euch hinweisen möchte. Dort gibt es auch das folgende kurze Interview mit dem Doyen der deutschen Kunstkritik Klaus Honnef (geb. 1939, Mitarbeit unter anderem an EIKON und Photonews):