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55 große Fotografinnen zu entdecken!

Boris Friedewald hat in “Meisterinnen des Lichts” Porträts und Fotografien von 55 Fotografinnen aus drei Jahrhunderten zusammengestellt. Gewiss – das Buch ist keine echte Neuerscheinung, sondern die preiswerte broschierte Ausgabe eines auf seine Art bahnbrechenden Werks. Es ist der erschwingliche Preis, der dem Buch hoffentlich jetzt eine größere Verbreitung beschert. 55 große Fotografinnen zu entdecken! weiterlesen

Erich Lessing (1923 – 2018)

Der bedeutende österreichische Fotograf Erich Lessing ist im Alter von 95 Jahren verstorben.

Seine Fotos vom ungarischen Aufstand 1956 sind ebenso weltberühmt wie andere Arbeiten, die er für Magnum fotografiert hat: der historische Besuch Charles de Gaulles in Algerien oder, natürlich, die Fotos von der Unterzeichnung des österreichischen Staatsvertrags.

In den 60ern Jahren begann Lessing mit einer ganzen Serie von Künstlerporträts und der Dokumentation von bedeutenden Werken der bildenden Kunst und Architektur.

Ein sehr berührende Nachruf auf Erich Lessing findet sich im Wiener KURIER, am Ende des Artikels gibt es eine ganze Reihe von Links zu Leben und Werk des Verstorbenen:

https://kurier.at/kultur/fotograf-erich-lessing-95-jaehrig-gestorben/400103219

Sorry, no video :-( Aber ein kleiner Vorgeschmack auf einen längeren Essay

Wie aus meinen Blogbeiträgen der letzten Woche zu ersehen, befinde ich mich erstaunlicherweise auf Urlaub (ja, ich kenne es wirklich, das perverse „u“-Wort!). Viel Natur, viel Kultur, und eine matte Internet-Performance.

Dafür (oder daher?) Zeit, sich vertieft mit dem einen oder anderen Thema zu beschäftigen, darunter auch mit der tschechischen Fotografie.  Wie erwähnt, habe ich im Fotografie-Museum von Jindrichuv Hradec auch zwei Bücher über tschechische Fotografen erworben. Beiden liegt erfreulicherweise ein englisches Summary bei. Mit einem der beiden, Dr. Jaroslav Feyfar, setze ich mich gerade auseinander. In Kürze folgt ein längerer Beitrag über sein Leben und seine Konzeption von Fotografie. Hier als Vorgeschmack eines seiner Landschaftsfotos, vermutlich aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg.

Ein Teich bei Jilemnice

Das Fotomuseum von Jindrichuv Hradec

Wenn man vom Waldviertel auf Höhe Heidenreichstein bei Grammet die Grenze nach Tschechien überquert, gelangt man nach rund 30 Kilometer in das malerische Jindrichuv Hradec .

Dort befindet sich im 1594 gegründeten Jesuitenkolleg heute das Museum für Fotografie und moderne Bildmedien.  Das Museum soll die Öffentlichkeit mit dem Schaffen vor allen tschechischer, aber auch internationaler Fotografinnen und Fotografen vertraut machen. Gleichzeitig vermittel es tiefe Einblicke in die Geschichte der fotografischen Apparaturen und die technischen Aspekte des „Zeichnens mit Licht“.

Daneben beherbergt das hervorragend restaurierte und adaptierte Gebäude auch eine modernst ausgestattete Digitalisierungsabteilung, die für die Ausstellungen (aber auch andere Museen) analoge Bildquellen aufbereitet. Daneben gibt es eine Fachbibliothek und einen Museumsshop. Für Kinder und Erwachsene werden begleitend Workshops angeboten. Eine Dauerausstellung „Macht der Medien“, die sich neben den klassischen fotografischen Themen mit Rundfunk- und Fernsehtechnik, neuen Medien und Videokunst auseinandersetzt, rundet das Ausstellungsangebot ab.

Was waren die Highlights? Interessant sind Videoinstallationen, die Studioshootings mit Plattenkameras zeigen, oder inszenierte Fotosessions auf einem Jahrmarkt. Spannend auch die Sonderausstellung zum 100. Geburtstag der tschechischen Republik – leider sind die Beschriftungen durchwegs auf tschechisch, was für Besucherinnen und Besucher, die der Sprache nicht mächtig sind, den Genuss deutlich trübt.

Noch bis 1. 7. 2018 ist die Ausstellung „New York“ von Pavla Sojky zu sehen – sehr eindringliche Blicke auch auf die Schattenseiten einer amerikanischen Großstadt.

Im Museumsshop stellte ich wieder einmal seufzend fest: Wie wenig wissen wir doch von der Fotografiegeschichte unserer Nachbarn! Zwei Fotobücher mussten jedenfalls erworben werden – über Miroslav Tuma und Jaroslav Feyfar. Beide Fotografen werde ich in  nächster Zeit den Besucherinnen und Besuchern meines Blogs vorsstellen.

 

Lesetipp: Eine kleine Geschichte der Fotografie – mit großen Vorzügen

Ian Haydn Smith, Herausgeber des Curzon- und BFO-Filmmakers Magazins hat ein intelligentes und extrem nützliches Buch über Fotografie verfasst: “The short story of photography”.

“Oh nein, nicht schon wieder eine Geschichte der Fotografie!”, höre ich die Schreckensrufe mancher Leserinnen und Leser dieses Blogs. Geduld! Zunächst: Ich habe in den letzten zwei Jahren geschätzt fünf bis acht Überblicksgeschichten der Fotografie gelesen – und in jedem Buch etwas Neues entdeckt. Neue Perspektiven, Anregungen, Gedanken, die mich zum Widerspruch herausgefordert haben – langweilig war das nie. Lesetipp: Eine kleine Geschichte der Fotografie – mit großen Vorzügen weiterlesen

Videosonntag: Einmal ein bisschen Chemie

Fotografieren bildet ungemein.  Man knipst ja normalerweise nicht einfach drauf los – man überlegt sich ja was dabei, und dann beschäftigt man sich z. B.  mit Pflanzen und Tieren (wenn man Naturfotografie praktiziert), oder mit Architektur, oder mit – na, egal.

Es war eine Revolution, als man erstmals „Lichtzeichnungen“ festhalten konnte. Im digitalen Zeitalter denkt man ja nicht zwangsläufig darüber nach, wie man ein Bild zu Papier bringt. Das war in den analogen Zeiten noch anders. Hier also ein Video, das erklärt, wie man Fotos entwickelt (hat).

Videosonntag: Die „lost places“ des Robert Bouchal

Zeitgeschichtlich Interessierte kennen Robert Bouchal als Autor und Ko-Autor von Büchern zur „verschütteten“ Geschichte, vor allem der NS-Zeit. Robert Bouchal ist Fotograf, Autor, Höhlenforscher, Pilot – die ideale Kombination für einen Jäger der „lost places“. Hier ein Beispiel für Bouchals Abenteuer (im Juni wird er übrigens im Wiener Literaturbuffet zu Gast sein).

Der irische Osteraufstand 1916 und die Fotografie

Für die Erinnerungskultur sind Gedenktage, die an bewegliche Feste gebunden sind immer etwas problematisch. Das gilt beispielsweise für den irischen Osteraufstand von 1916.

Das GPO (General Post Office), Sitz der Republikanischen Regierung während des Aufstandes, nach dem britischen Bombardement von der Küste her

Vom Datum her fand der Aufstand der irischen Republikaner und Sozialisten zwischen dem 24. und 30. April 1916 statt. Brennpunkt der Ereignisse war Dublin, eine der Hochburgen der republikanischen Bewegung. Von der Legendenbildung hier spielt gerade das Datum Ostern aber eine große Rolle.

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