Ausstellungsbericht: „Inspiration Fotografie“ im Unteren Belvedere in Wien

Im Unteren Belvedere in Wien läuft noch bis 30. Oktober 2016 die Ausstellung „Inspiration Fotografie – von Makart bis Klimt“.

Wie schon an anderer Stelle in diesem Blog erwähnt, empfanden viele Maler im „Entstehungsjahr“ der Photographie (gemeinhin mit 1839 angegeben, obwohl nicht ganz unumstritten!) die neue „Malerei mit Licht“ als existenzgefährdend. Vor allem die Porträtmaler zitterten um lukrative Aufträge. Andere Maler erkannten: Hier tat sich eine neue „Hilfsdisziplin“ auf. EIn Beispiel, das man in der Ausstellung besichtigen kann: 1868 orderte der renommierte Maler August von Pettenkofen bei „seinem“ Fotografen detaillierte Fotos, vor allem von Pferden, die als Vorlage für seine Puszta-Impressionen dienen sollten. Das Konzept war klar: Das fotografierte Tier bewegte sich nicht – das lebende schon.

Aber natürlich erlagen Maler und Studenten der Kunstakademie auch der Faszination des neuen Bildmediums. Bald reichte es nicht mehr, Architektur nur zu dokumentieren, um sie später „nachmalen“ zu können, bald entwickelte sich eine eigenständige fotografische Richtung.

Natürlich zieht sich implizit die alte Streitfrage wie ein roter Faden durch die Ausstellung, die fast so alt ist wie die ersten Daguerreotypien: Ist Fotografie eine Kunst, wie die Malerei, oder doch was anderes?  

Mein Eindruck von der Ausstellung ist zwiespältig: Die von Monika Faber kuratierte Schau bietet beeindruckendes Anschauungsmaterial. Wirklich faszinierend sind die Originaldaguerrotypien – man kann sich leicht vorstellen, wie groß das Staunen der Zeitgenossen bei diesen fein gezeichneten Licht-Bildern war.

Für meinen Geschmack hätten mehr, aber dafür prägnante, Informationstafeln der Ausstellung gut getan. Auch die Gliederung könnte für mich übersichtlicher sein – aber man muss natürlich auch die eher beschränkten räumlichen Möglichkeiten berücksichtigen. Vielleicht ist das ganze aber auch nur der durchaus legitime Wink mit dem Zaunpfahl, den Ausstellungskatalog zu erwerben ;-).

Was natürlich schade ist, – und ewig grüßt das Copyright! – ist das Fotoverbot in der Ausstellung (bei der Martin Parr-Ausstellung im Kunsthaus Wien ist Fotografieren ausdrücklich erlaubt).

Die 12,– EUR Normaleintrittspreis sind aber auf jeden Fall gerechtfertigt (Ermäßigungen gibt es natürlich auch!),  

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