Die Portfolio-Seite – gründlich erneuert

Auch bei hochsommerlichen Temperaturen ist gelegentlich ein Frühjahrsputz angesagt. Daher habe ich heute endlich Zeit dafür aufgewendet, meine Portfolioseite (oben anzuklicken!) von etlichen Bugs zu säubern und ein bisschen aufzuräumen. Und neue Fotos sind natürlich auch dazu gekommen.

Auch die Farben habe ich deutlich aufgehellt – weg vom klassischen Schwarz, hin zu einer freundlichen hellen Benutzeroberfläche.

Dahinter steckt die Absicht, in Zukunft wieder auf dem „Hauptblog“ mehr theoretische und inhaltliche Texte und weniger eigene Fotos zu veröffentlichen. Die Fotos, die ich selbst nach kritischer Betrachtung „herzeigbar“ finde, wandern dann ins Portfolio, während mein Instagram-Account für die „schnellen“ Fotos gedacht ist.

Feedback ist natürlich herzlich willkommen!

Videosonntag: Einmal ein bisschen Chemie

Fotografieren bildet ungemein.  Man knipst ja normalerweise nicht einfach drauf los – man überlegt sich ja was dabei, und dann beschäftigt man sich z. B.  mit Pflanzen und Tieren (wenn man Naturfotografie praktiziert), oder mit Architektur, oder mit – na, egal.

Es war eine Revolution, als man erstmals „Lichtzeichnungen“ festhalten konnte. Im digitalen Zeitalter denkt man ja nicht zwangsläufig darüber nach, wie man ein Bild zu Papier bringt. Das war in den analogen Zeiten noch anders. Hier also ein Video, das erklärt, wie man Fotos entwickelt (hat).

Videosonntag: Robert Vano – ja, es ist eine Schande! / Video dimanĉo: Roberto Vano – jes, estas honto!

Zur Zeit kann man in Wien im Tschechischen Zentrum eine Ausstellung von Robert Vano besichtigen.  Es war also naheliegend, ein Video über diesen bemerkenswerten Fotografen auszuwählen. Oh Schande! Es gibt etliche Videos auf youtube, aber alle auf Tschechisch. Wäre da nicht die „Fremdsprachenabteilung“ gefordert? Vielleicht fotografierende Esperantisten in Tschechien, um Untertitel zu generieren? Leider werden ja die Sprachen unserer Nachbarländer sträflich vernachlässigt. Das folgende Video spricht trotzdem für sich: Robert Vano bei der Arbeit. Viel Spaß!

Nuntempe vi povas viziti ekspozicion de Roberto Vano en la Ĉeĥa  Centro en Vieno. Do evidente elektis video pri ĉi tiu rimarkinda fotisto. Ho honton! Ekzistas  kelkaj filmetoj en youtube, sed ĉiuj en ĉeĥa. Ĉu ne bezonus la „fremda lingvo-departemento“? Eble esperantista fotografisto en Ĉeĥa Respubliko por generi subtekstojn? Bedaŭrinde, la lingvoj de niaj apudaj landoj estas neglektitaj krimie. Tamen, la sekva video parolas por si mem: Robert Vano ĉe la laboro. Amuziĝu!

Nuntempe vi povas viziti ekspozicion de Roberto Vano en la Ĉeĥa Kultura Centro en Vieno. Do evidente elektis video pri ĉi tiu rimarkinda fotisto. Ho honton! Ekzistas  kelkaj filmetoj en youtube, sed ĉiuj en ĉeĥa. Ĉu ne bezonus la „fremda lingvo-departemento“? Eble esperantista fotografisto en Ĉeĥa Respubliko por generi subtekstojn? Bedaŭrinde, la lingvoj de niaj apudaj landoj estas neglektitaj krimie. Tamen, la sekva video parolas por si mem: Robert Vano ĉe la laboro. Amuziĝu!

Abbas [Attar], 1944-2018

SOUTH VIETNAM. 1973. Photographer ABBAS wears helmet and flack-jacket while covering the war.
(c) Abbas / Magnum Photos

Am 25. April 2018 starb in Paris der aus dem Iran stammende Magnum-Fotograf Abbas. Als er acht war, verließ er mit seiner Familie sein Geburtsland und siedelte sich in Frankreich an, im Alter von 20 Jahren begann er als Fotojournalist für algerische Zeitungen zu arbeiten, mit 22 erhielt er seinen ersten großen internationalen Auftrag: Für das IOC dokumentierte er die Olympischen Spiele in Mexiko 1968.

Abbas, der unter anderem für Jeune Afrique, die Agentur Gamma und dann ab 1983 ausschließlich für Magnum arbeitete, hatte eine eigene Konzeption von Fotografie. Seiner Meinung nach teilt sich die Welt der Fotografinnen und Fotografen in zwei Lager: Die einen, die mit dem Licht zeichnen, und die anderen, die damit schreiben. Ein Musterbeispiel für die erste Kategorie war für ihn Henri Cartier-Bresson. Die zweite Kategorie ist die seltenere – in sie fiel Abbas selbst hinein.  Als er zwischen 1983 und 1986 Mexiko bereiste tat er es nicht wie ein Fotograf auf der Suche nach Bildern – er ging an das Land und die Menschen so heran, als wollte er einen Roman schreiben. Return to Mexico, journeys beyond the mask war das Ergebnis dieser Reise – ein phantastischers Fotobuch, eine Art Reisetagebuch und ein konzeptionelles Manifest für seine Art, die Welt zu sehen.

Ein Projekt, das Abbas seit den späten 70er Jahren bis zu seinem Tod verfolgte, hängt eng mit seiner eigenen Biographie zusammen. Er dokumentierte die 1979 beginnende Revolution gegen den Schah im Iran und dann die theokratische Konterrevolution des schiitischen Klerus; er fotografierte in Nordirland einen Konflikt, der scheinbar entlang konfessioneller Linien verlief. In Asien um am indischen Subkontinent porträtierte er Buddhismus und Hinduismus, Lehren, die aus Unkenntnis im Westen oft als besonders friedfertig rezipiert werden. Abbas wird wohl als der Fotograf in die Geschichte des Mediums eingehen, der sich am konsequentesten mit der politischen Dimension von Religion(en) beschäftigt hat.

Allah O Akbar, a journey through militant Islam erschien 1994 bei Phaidon in London – mit unerhörter Klarsicht zeigt Abbas in diesem Buch, welche Auswirkungen ein politisierter Islam in Zukunft haben könnte. 2000 folgte Faces of christianity, und dann ein Sidestep  über den Animismus.

Abbas hat Konflikte in aller Welt dokumentiert, und er hat mit ganz wenigen Ausnahmen schwarz-weiß gearbeitet.  Eine gute Wahl für jemanden, der mit dem Licht schreibt – schwarz auf weiß.

Ich danke der Familie Abbas und der Agentur Magnum für die Erlaubnis, das Foto in diesem Beitrag verwenden zu dürfen!