Video: Ein paar Überlegungen zur Arbeiterfotografie (1)

Wieder einmal ein Vlog-Beitrag von mir, der sich mit meinem derzeitigen fototheoretischem Hauptthema, der Arbeiterfotografie, beschäftigt. Allerdings möchte ich das Thema aus dem „musealen“ Bereich herausholen und überlegen, wie man bestimmte Konzepte –  der „Eroberung der beobachtenden Maschinen“ etwa – in die Gegenwart übertragen könnte.

Videosonntag: John Heartfield (1891 – 1968)

John Heartfield, eigentlich Helmut Herzfeld, war Grafiker, Maler, Bühnenbildner – und einer der Begründer der modernen Fotomontage. Viele seiner Fotomontagen erschienen auf der Titelseite der „Arbeiter Illustrierten Zeitung“ A-I-Z und „packen“ uns noch heute.

Video: John Morris über seine Autobiographie

Gestern habe ich hier den Nachruf auf den großen Fotoredakteur John G. Morris veröffentlicht, den Wegbegleiter des Fotojournalismus im 20. Jahrhundert. Hier ein kurzes Video, in dem Morris über sein Leben und, unter anderem,  seine Zusammenarbeit mit Robert Capa erzählt.

 

John G. Morris, Bildredakteur – 7. 12. 1916 – 28. Juli 2017

John Godfrey Morris wurde am 7. Dezember 1916 in Maple Shade, New Jerseym geboren und wuchs in Chicago auf. An der Universität von Chicago entdeckte er in den 30er Jahren seine Liebe zum Journalismus, arbeitete an der Studentenzeitung mit und gründete selbst ein Magazin, PULSE, das nach dem Vorbild von LIFE modelliert war. „John G. Morris, Bildredakteur – 7. 12. 1916 – 28. Juli 2017“ weiterlesen

Videosonntag: Auf den Spuren von Inge Morath

Der Film „Diary of a Journey“ ist eine liebevolle Würdigung von Inge Morath – jener österreichischen Fotografin, die das erste weibliche Vollmitglied von Magnum wurde. Acht internationalen Fotografinnen, Olivia Arthur (GB), Lurdes R. Basolí (E), Kathryn Cook (USA/CH), Jessica Dimmock (USA), Claudia Guadarrama (MEX), Claire Martin (AUS), Emily Schiffer (USA) und Ami Vitale (USA), sämtlich Preisträgerinnen des „Inge Morath Awards“, der jährlich von der Magnum Foundation und der Inge Morath Foundation an herausragende junge Fotojournalistinnen vergeben wird, folgen den Spuren Inge Moraths entlang der Donau.

Achtung: Der Film ist teilweise auf Deutsch, Englisch und Spanisch. Gegebenenfalls kann man sich auf Youtube eine automatisch erzeugte Transkription der englischen Texte einblenden lassen. Allerdings: Die Bilder sprechen für sich.

 

Selfie -why? Kial fota memportreto?

selfie
Selfy-Fotografin vor der Albertina, Wien

Selfies sind doch irgendwie peinlich, nicht? Man baut sich irgendwo auf, tunlichst vor einer Sehenswürdigkeit, allein oder mit Freundinnen und Freunden, steckt die Köpfe zusammen oder schaut alleine möglichst fröhlich – und Sekunden später weiß die Welt auf Facebook oder Instagram: „XY was there!“.

Bemerkenswert, dass auch Menschen, die das eine oder andere Selfie geschossen haben, Selfies von anderen als narzisstisch, eitel, aufdringlich, gar „prollig“ finden – das eigene Selbstporträt aber wird als (selbst)ironisch, verfremdet, spaßig wahrgenommen.

Tatsächlich spiegeln Selfies nichts anderes wider, als den massenhaften Zu- und Umgang von Menschen zu fotografischen Gerätschaften – meistens Smartphones. Das „Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Uploadbarkeit“ geht seltsame Wege.

Wieviel tradierte „künstlerische“ Hochnäsigkeit steckt eigentlich hinter der leichten Abschätzigkeit gegenüber Selfies? Ist das nicht ein bisschen die Ratlosigkeit davor, dass sich Menschen völlig hemmungslos einer Technik bedienen können, die einstens ein Privileg einer besser gestellten sozialen Schicht war?

Wir finden das Selfie befremdlich, irgendwie exhibitionistisch – und zahlen dafür, dass unsere Kinder Jahr für Jahr in der Schule in dieser bekannten zwanghaft disziplinierten Anordnung für ein Klassenfoto posieren.

Die Saatchi-Gallery in London zeigt momentan in Zusammenarbeit mit Huawei eine Ausstellung „From Selfie to Selfexpression„, die zugleich Teil eines internationalen offenen Selfy-Fotowettbewerbs ist.

Die ausgestellten Fotos und die Aufnahmen, die man auf der Website sieht, sind bemerkenswert. Sie können uns einen Spiegel vorhalten und zum Nachdenken anregen, ob diese häufig belächelte Form der Selbstdarstellung nicht ein sehr interessanter Nebenpfad (oder doch ein Prachtboulevard?) der Demokratisierung der Fotografie im digitalen Zeitalter ist.


Das Beitragsbild unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Bildquelle: https://www.flickr.com/photos/steveod2007/16988276556

Heute: Gelati, Gelati! Demnächst: frische Quellen!

Der Sommer schreit nach sommerlichen Fotos. New Yorker haben es gut: sie können in der Galerie Robert Mann eine höchst erfrischende Ausstellung sehen: I scream, you scream. Ja, das ist ein Wortspiel. Icecream wird zu I scream, ich schreie. Und zwar nach Fotos wie denen bei Robert Mann.

Abgesehen von den originellen Bildern, die man auf der Homepage der Galerie in Ruhe betrachten kann, hat man die Möglichkeit eines virtuellen Rundgangs durch die Ausstellungsräume.

Wer also sein digitales Equipment nicht den Händen amerikanischer Einwanderungsbeamter anvertrauen will, sondern lieber von zu Hause aus die Welt erkundet, sollte sich die Homepage der New Yorker Galerie nicht entgehen lassen.

Bei dieser Gelegenheit übrigens gleich eine kleine Ankündigung für einen der nächsten Beiträge: auf diese Ausstellung wurde ich durch die Website L’oeil de la photographie aufmerksam. Ich möchte demnächst einen Artikel veröffentlichen, in dem ich eine Reihe von Websites und Zeitschriften vorstellen werde, die ich als Informatiosquellen benutze. Ich halte wenig davon, wenn man als Blogger den grossen Allwissenden spielt und verbissen die Quellen seiner Weisheit verbirgt. Recherchieren im Netz ist langwierig, man kann es zum Glück optimieren!

Smartphoto78: Jägerin der „verlorenen Plätze“

Heute will ich euch auf einen bemerkenswerten deutschen Fotoblog aufmerksam machen: Smartphoto78. Die Bloggerin hinter dem kleveren Pseudonym heißt Kathrin und stammt aus und lebt in Nordrhein-Westfalen.

Einer ihrer Schwerpunkte sind „lost places“. Wer’s nicht weiß (die Wikipedia weiß mehr!): „Der Ausdruck Lost Place [lɒst ˈples] (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i) ist ein Pseudoanglizismus und bedeutet sinngemäß „vergessener Ort“. Der korrekte Ausdruck im Englischen lautet „abandoned premises“ (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i) (auf Deutsch: „unbewohnte Liegenschaft“)[1] oder umgangssprachlich off the map.[2] „.

Kathrin genießt meine Bewunderung, weil es gar nicht so ohne ist, diese „lost places“ zu fotografieren. Oft sind die (Industrie)Ruinen in einem Zustand, wo sich der Betrachter der stimmungsvollen Bilder von Smartphoto78  fragt: „Und das da oben ist nicht heruntergedonnert, als sie den Auslöser gedrückt hat?“ . Aber – und jetzt kommt das besondere: Die Bloggerin macht sich auch die Mühe, die Geschichte der „lost places“ aufzudecken, die sie entdeckt hat.

So ist dieser Blog nicht nur ein optischer Genuss, sondern ein lebendiger und abwechslungsreicher Führer durch die jüngere Arbeits- und Sozialgeschichte Deutschlands.  Meine Favourites sind übrigens die Fotos von den Halden im Ruhrgebiet.

Mein Tipp: Bookmarked euch diese schöne Website, es lohnt sich wirklich!

Videosonntag: Das Europäische Festival der Aktfotografie 2017, Arles

Vom 5. bis 14. Mai fand in Arles das 17. Europäische Festival der Aktfotografie statt. Die Initiative zu einer eigenen europaweiten Veranstaltungsreihe über Aktfotographie wurde 2001 von Bruno Rédarès und Bernard Minier ergriffen. Arles ist ja durch die „Rencontres“ eines der großen europäischen Zentren der Fotografie. Völlig unabhängig von den „Rencontres“ kann das Festival im Schnitt 15.000 Besucher anlocken, die Ausstellungen besuchen, an Vorträgen und Diskussionen teilnehmen oder bei Workshops mitmachen.

Wurde 2016 mit China ein weitgehend unbekanntes Land vorgestellt, in dem das Genre der Aktfotografie ideologisch nicht unproblematisch gesehen wird, stand heuer Italien im Zentrum der Ausstellungen.

Im Folgenden – in Französisch – ein Überblick über das diesjährige Festival.