Statt eines Videosonntags: Rückblick auf die Photo + Adventure 2019

Am 24. und 25. November fand auf dem Gelände der Wiener Messe, genauer: im Messebereich Halle B, die 12. Photo + Adventure Messe statt.

Zunächst – die Organisation war für mich aus Besuchersicht großartig. Obwohl es teilweise großen Andrang an den Kassen und bei den Informationsständen im Eingangsbereich gab, waren die Wartezeiten kurz und das eingesetzte Personal freundlich und kompetent.

Bereits im “Gratisbereich”, also gegenüber der Halle B, konnten Besucherinnen und Besucher Ausstellungen auf hohem und höchsten Niveau sehen.Egal, ob Herbert Köppels Retrospektive “Vier Jahre SchwarzWeiss” oder die Naturfotos von Terra Mater – die großzügig präsentierten Fotos zogen zahlreiche Betrachter an. Auf welchem Gebiet, wenn nicht der Fotografie, kann man sonst so viel durch bloßes Schauen lernen?

Generell sei hervorgehoben, dass auch in der B-Halle vor allem die Aussteller von Fotobüchern, Papier oder Fine-Art-Prints hervorragende Arbeiten präsentierten. Subjektiv waren das für mich die spannendsten Bereiche der Photo + Adventure.

Klar, auch ich konnte mich der Faszination der neuesten Kameras, egal welcher Hersteller, nicht entziehen. Und so ein neues Gerät um ein paar Tausend Euro in die Hand nehmen und ausprobieren zu können hat schon einen prickelnden Reiz. Aber – immer noch ist es der Mensch, der das Foto macht, die Technik ist nur das Hilfsmittel. Diese Einsicht (plus die Tatsache, kein Millionär zu sein) macht es leicht, den Verlockungen der Novitäten zu entgehen und sich den Dingen zuzuwenden, die man vielleicht wirklich (einmal) braucht.

Und da sind wir eben im Bereich der Fotobücher und Druckanbieter – aber auch der Hersteller von Druckern. Ohne Werbung zu machen oder gesponsert zu sein: Da ich mit einer Canon DSLR unterwegs bin, habe ich mir natürlich den Canon-Stand sehr genau angesehen. Von der Selphy-Serie über die Pixma-Familie findet der Amateur (als der ich mich verstehe) eine große Palette von Printern, die wirklich leistbar sind und deren Druckqualität mehr als ausreichend ist, wenn man keine Ausstellungen plant. Obwohl Canon natürlich auch einige Profigeräte anbietet, die bis zu A2 drucken und plotten können.

Neben dem Platzhirschen CEWE bietet ja auch Canon Fotobücher an – auch da waren direkte Vergleiche möglich. CEWE war mit einem üppigen Stand vertreten – immerhin bietet das Unternehmen seit 50 (!) Jahren Fotobücher an und verfügt über eine Vielzahl von Produkten rund um den Fotodruck.

Das Programm der Photo+Adventure umfasste auch wieder eine Vielzahl von Vorträgen, Seminaren und Workshops. Von “Feuchte Schnauzen im Fokus” bis zur Bären- und Vulkanfotografie in Kamtschatka war der Bogen gespannt. Hochkarätige Referentinnen und Referenten wie Ulla Lohmann oder das Team von Pavel Kaplun lockten die fotografierenden Massen völlig zu recht an.

Immer wieder einen Umweg wert war die VÖAV-Bühne. Der Verband der Österreichischen Amateurfoto Vereine bot Gespräche und Vorträge, darunter die Ehrung der großartigen Lisl Steiner.

Der einzige Wermutstropfen: Das reichhaltige Programm führt natürlich immer wieder zu Überschneidungen, man muss daher sehr genau planen, welche Veranstaltungen man besuchen möchte. Heuer kam noch ein weiterer “Störfaktor” dazu, der außerhalb der Verantwortung des Organisationsteams lag. Da der 8. Dezember auf einen Samstag fällt, entschloss sich der Wiener Handel dazu, den 24. November zum ersten “langen Samstag” zu erklären. Beschäftigte im Handel mussten daher nolens volens auf etliche spannende Vorträge und Workshops verzichten.

Aber – die gute Nachricht zum Schluss: die nächste Photo + Adventure findet am 9. und 10. November 2019 in Wien statt. Und zu diesem Zeitpunkt ist eine Überschneidung mit dem Weihnachtsgeschäft nach allen Regeln der Wahrscheinlichkeit auszuschließen.

 

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