John G. Morris, Bildredakteur – 7. 12. 1916 – 28. Juli 2017

John Godfrey Morris wurde am 7. Dezember 1916 in Maple Shade, New Jerseym geboren und wuchs in Chicago auf. An der Universität von Chicago entdeckte er in den 30er Jahren seine Liebe zum Journalismus, arbeitete an der Studentenzeitung mit und gründete selbst ein Magazin, PULSE, das nach dem Vorbild von LIFE modelliert war. „John G. Morris, Bildredakteur – 7. 12. 1916 – 28. Juli 2017“ weiterlesen

Videosonntag: Auf den Spuren von Inge Morath

Der Film „Diary of a Journey“ ist eine liebevolle Würdigung von Inge Morath – jener österreichischen Fotografin, die das erste weibliche Vollmitglied von Magnum wurde. Acht internationalen Fotografinnen, Olivia Arthur (GB), Lurdes R. Basolí (E), Kathryn Cook (USA/CH), Jessica Dimmock (USA), Claudia Guadarrama (MEX), Claire Martin (AUS), Emily Schiffer (USA) und Ami Vitale (USA), sämtlich Preisträgerinnen des „Inge Morath Awards“, der jährlich von der Magnum Foundation und der Inge Morath Foundation an herausragende junge Fotojournalistinnen vergeben wird, folgen den Spuren Inge Moraths entlang der Donau.

Achtung: Der Film ist teilweise auf Deutsch, Englisch und Spanisch. Gegebenenfalls kann man sich auf Youtube eine automatisch erzeugte Transkription der englischen Texte einblenden lassen. Allerdings: Die Bilder sprechen für sich.

 

Manfred-Baumann-Ausstellung im Leicashop Wien

Der 1968 geborene österreichische Fotograf Manfred Baumann ist vor allem durch seine Porträts von prominenten Künstlern – unter ihnen Bruce Willis oder Roger Moore – international bekannt geworden.

Dass Manfred Baumann aber weit mehr drauf hat, beweist die kleine Ausstellung in der Galerie des Leica-Shops in Wien, Walfischgasse 1, 1010 Wien, die bis 27. September besichtigt werden kann.

Die Auswahl der Bilder zeigt alle Aspekte des fotografischen Schaffens Baumanns, von den erwähnten Porträts (darunter das meiner Meinung nach ganz hervorragende des gealterten Kirk Douglas) über Aktaufnahmen bis hin zu Landschafts- und Streetphotography. Dem Betrachter oder der Betrachterin müssen nicht alle Fotos gleichermaßen „liegen“ – bemerkenswert ist die große Bandbreite der Ausdrucksformen und die Wandlungsfähigkeit Baumanns. Auf jeden Fall: Einen Umweg wert!

Selfie -why? Kial fota memportreto?

selfie
Selfy-Fotografin vor der Albertina, Wien

Selfies sind doch irgendwie peinlich, nicht? Man baut sich irgendwo auf, tunlichst vor einer Sehenswürdigkeit, allein oder mit Freundinnen und Freunden, steckt die Köpfe zusammen oder schaut alleine möglichst fröhlich – und Sekunden später weiß die Welt auf Facebook oder Instagram: „XY was there!“.

Bemerkenswert, dass auch Menschen, die das eine oder andere Selfie geschossen haben, Selfies von anderen als narzisstisch, eitel, aufdringlich, gar „prollig“ finden – das eigene Selbstporträt aber wird als (selbst)ironisch, verfremdet, spaßig wahrgenommen.

Tatsächlich spiegeln Selfies nichts anderes wider, als den massenhaften Zu- und Umgang von Menschen zu fotografischen Gerätschaften – meistens Smartphones. Das „Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Uploadbarkeit“ geht seltsame Wege.

Wieviel tradierte „künstlerische“ Hochnäsigkeit steckt eigentlich hinter der leichten Abschätzigkeit gegenüber Selfies? Ist das nicht ein bisschen die Ratlosigkeit davor, dass sich Menschen völlig hemmungslos einer Technik bedienen können, die einstens ein Privileg einer besser gestellten sozialen Schicht war?

Wir finden das Selfie befremdlich, irgendwie exhibitionistisch – und zahlen dafür, dass unsere Kinder Jahr für Jahr in der Schule in dieser bekannten zwanghaft disziplinierten Anordnung für ein Klassenfoto posieren.

Die Saatchi-Gallery in London zeigt momentan in Zusammenarbeit mit Huawei eine Ausstellung „From Selfie to Selfexpression„, die zugleich Teil eines internationalen offenen Selfy-Fotowettbewerbs ist.

Die ausgestellten Fotos und die Aufnahmen, die man auf der Website sieht, sind bemerkenswert. Sie können uns einen Spiegel vorhalten und zum Nachdenken anregen, ob diese häufig belächelte Form der Selbstdarstellung nicht ein sehr interessanter Nebenpfad (oder doch ein Prachtboulevard?) der Demokratisierung der Fotografie im digitalen Zeitalter ist.


Das Beitragsbild unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Bildquelle: https://www.flickr.com/photos/steveod2007/16988276556

Papierpresse / paperpremilo

papierpresse
In der Papiermühle Mörzing: Unter hohem Druck werden die handgeschöpften Büttenpapierbogen gepresst, damit sie möglichst trocken werden.

„Amtshilfe“ für Fotoblogger (1)

Vorbemerkung: Die Informationsflut und wie man darin schwimmen kann

In einem meiner letzten Postings habe ich angekündigt, ein paar Quellen vorzustellen, die mir beim Schreiben meines Blogs hilfreich sind. Es gibt natürlich im Internet eine Fülle an Informationsmöglichkeiten, und es hängt sehr von den eigenen Interessen ab, wo man sich informiert. Ebenso sollte man sich selbst einmal darüber klar werden, wieviel von dem Material, das man im Laufe eines Tages via Newsletters, Mailinglists und persönlichen Infomails zum Thema Fotografie hereinbekommt, überhaupt sichten oder, im Idealfall, seriös auswerten kann. Ich denke mit Schrecken daran, als ich im Überschwang meines neu entdeckten Interesses für Fotografie auf allen „spannenden Seiten“ das Kästchen für „Ja, ich will diesen Newsletter abonnieren“ angeklickt habe. Ein fernes Grollen kündigte binnen weniger Tage die Explosion meiner Inbox an …

Heute: Blogs und Internetmagazine

Lieber weniger, aber besser

Vorab eine Warnung: Ich interessiere mich zwar auch für die technische Seite der Fotografie, wesentlich mehr interessieren mich aber Fotos selbst, Ausstellungen, Porträts von Fotografinnen und Fotografen, Geschichte der Fotografie und Fototheorie. Es gibt eine Reihe exzellenter Magazine und Videoblogs, die sich mit neuen Kameramodellen, Stativen, Objektiven etc. beschäftigten – da fühle ich mich weder besonders kompetent noch emotional dazu hingezogen, und ich denke, da hat jede und jeder ohnehin seine persönlichen Vorlieben.

Für mich beginnt der „Recherchetag“ jeden morgen mit dem Newsletter von L’oeil de la photographie – die Seite gibt’s ident auch auf Englisch The eye of photography. Ich nutze die französische Seite nicht aus Angeberei, sondern zur Auffrischung meiner Französischkenntnisse ;-).

Neben Ausstellungsberichten aus aller Welt finden sich Porträts, Informationen über internationale Fotografieevents und Messen, Portfolios (auch von Leserinnen und Lesern) – für mich ein Leckerbissen an Information, übersichtlich und schnell auszuwerten. Der Anspruch von „L’oeil“ ist hoch, aber er wird eingelöst: Die Referenzseite für alle zu sein, die sich ernsthaft für Fotografie interessieren, und zwar weltweit. Hervorzuheben ist: Neben Französisch und Englisch gibt es auch eine Chinesische Version – ein Indiz, dass die Macher der Seite die Bedeutung Chinas für die künftige Entwicklung der Fotografie frühzeitig erkannt haben.

Mindestens ebenso wichtig ist mir die Website des British Journal of Photography. Da finden sich nicht nur tolle Fotos –  die teilweise sehr ausführlichen Essays zu Aspekten der zeitgenössischen und historischen Fotografie sind oft ein reines Lesevergnügen. Die zweitälteste Fotozeitschrift der Welt (gegründet 1854!) ist keineswegs verzopft – im Gegenteil!

OK – gehen wir gleich zum „Dino“, dem Journal der englischen Royal Photographic Society. Über 30.000 Seiten finden sich im digitalen Archiv – wer zur Geschichte der Fotografie recherchiert, kommt um diese Schätze nicht herum, und die aktuellen Ausgaben (als epaper zu lesen!) sind immer wieder in ihrer thematischen Breite eine Überraschung.

Aperture.org ist ein weiterer Link, den ich so gut wie täglich anklicke, und hier vor allem der Blog mit exklusiven digitalen Inhalten. 1952 als gemeinsam Plattform von Fotografinnen, Fotografen und Autorinnen und Autoren gegründet, um das Interesse an Fotografie voranzutreiben, publiziert Aperture heute ein vierteljährliches Magazin, Bücher und betreibt den verlinkten Website. Immer wieder gibt es hochkarätig besetzte Diskussionspanels – viele der Veranstaltungen kann man auf youtube oder vimeo „nachsehen“. Bei Aperture sind es vor allem die Schwerpunktthemen, die faszinieren.

Die französische Fotozeitschrift polka habe ich ohnehin rechts verlinkt. Wer sich überzeugen will, dass Frankreich nach wie vor ein Spitzenland in der Fotografie ist, findet hier den Beweis.

Das also sind meine „basics“ – sehr persönlich, wie gesagt.

Im zweiten Teil werde ich mich mit meinen Lieblings-Youtube-Kanälen beschäftigen.

Der dritte Teil wird ein paar hilfreiche Computertools vorstellen, die ich empfehlen kann.

Feedback und Anregungen würden mich freuen!