„Amtshilfe“ für Fotoblogger (1)

Vorbemerkung: Die Informationsflut und wie man darin schwimmen kann

In einem meiner letzten Postings habe ich angekündigt, ein paar Quellen vorzustellen, die mir beim Schreiben meines Blogs hilfreich sind. Es gibt natürlich im Internet eine Fülle an Informationsmöglichkeiten, und es hängt sehr von den eigenen Interessen ab, wo man sich informiert. Ebenso sollte man sich selbst einmal darüber klar werden, wieviel von dem Material, das man im Laufe eines Tages via Newsletters, Mailinglists und persönlichen Infomails zum Thema Fotografie hereinbekommt, überhaupt sichten oder, im Idealfall, seriös auswerten kann. Ich denke mit Schrecken daran, als ich im Überschwang meines neu entdeckten Interesses für Fotografie auf allen „spannenden Seiten“ das Kästchen für „Ja, ich will diesen Newsletter abonnieren“ angeklickt habe. Ein fernes Grollen kündigte binnen weniger Tage die Explosion meiner Inbox an …

Heute: Blogs und Internetmagazine

Lieber weniger, aber besser

Vorab eine Warnung: Ich interessiere mich zwar auch für die technische Seite der Fotografie, wesentlich mehr interessieren mich aber Fotos selbst, Ausstellungen, Porträts von Fotografinnen und Fotografen, Geschichte der Fotografie und Fototheorie. Es gibt eine Reihe exzellenter Magazine und Videoblogs, die sich mit neuen Kameramodellen, Stativen, Objektiven etc. beschäftigten – da fühle ich mich weder besonders kompetent noch emotional dazu hingezogen, und ich denke, da hat jede und jeder ohnehin seine persönlichen Vorlieben.

Für mich beginnt der „Recherchetag“ jeden morgen mit dem Newsletter von L’oeil de la photographie – die Seite gibt’s ident auch auf Englisch The eye of photography. Ich nutze die französische Seite nicht aus Angeberei, sondern zur Auffrischung meiner Französischkenntnisse ;-).

Neben Ausstellungsberichten aus aller Welt finden sich Porträts, Informationen über internationale Fotografieevents und Messen, Portfolios (auch von Leserinnen und Lesern) – für mich ein Leckerbissen an Information, übersichtlich und schnell auszuwerten. Der Anspruch von „L’oeil“ ist hoch, aber er wird eingelöst: Die Referenzseite für alle zu sein, die sich ernsthaft für Fotografie interessieren, und zwar weltweit. Hervorzuheben ist: Neben Französisch und Englisch gibt es auch eine Chinesische Version – ein Indiz, dass die Macher der Seite die Bedeutung Chinas für die künftige Entwicklung der Fotografie frühzeitig erkannt haben.

Mindestens ebenso wichtig ist mir die Website des British Journal of Photography. Da finden sich nicht nur tolle Fotos –  die teilweise sehr ausführlichen Essays zu Aspekten der zeitgenössischen und historischen Fotografie sind oft ein reines Lesevergnügen. Die zweitälteste Fotozeitschrift der Welt (gegründet 1854!) ist keineswegs verzopft – im Gegenteil!

OK – gehen wir gleich zum „Dino“, dem Journal der englischen Royal Photographic Society. Über 30.000 Seiten finden sich im digitalen Archiv – wer zur Geschichte der Fotografie recherchiert, kommt um diese Schätze nicht herum, und die aktuellen Ausgaben (als epaper zu lesen!) sind immer wieder in ihrer thematischen Breite eine Überraschung.

Aperture.org ist ein weiterer Link, den ich so gut wie täglich anklicke, und hier vor allem der Blog mit exklusiven digitalen Inhalten. 1952 als gemeinsam Plattform von Fotografinnen, Fotografen und Autorinnen und Autoren gegründet, um das Interesse an Fotografie voranzutreiben, publiziert Aperture heute ein vierteljährliches Magazin, Bücher und betreibt den verlinkten Website. Immer wieder gibt es hochkarätig besetzte Diskussionspanels – viele der Veranstaltungen kann man auf youtube oder vimeo „nachsehen“. Bei Aperture sind es vor allem die Schwerpunktthemen, die faszinieren.

Die französische Fotozeitschrift polka habe ich ohnehin rechts verlinkt. Wer sich überzeugen will, dass Frankreich nach wie vor ein Spitzenland in der Fotografie ist, findet hier den Beweis.

Das also sind meine „basics“ – sehr persönlich, wie gesagt.

Im zweiten Teil werde ich mich mit meinen Lieblings-Youtube-Kanälen beschäftigen.

Der dritte Teil wird ein paar hilfreiche Computertools vorstellen, die ich empfehlen kann.

Feedback und Anregungen würden mich freuen!

 

 

 

 

 

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