Ausstellungsbericht: World Press Photos 2017, in der Galerie Westlicht, Wien

Die diesjährigen World Press Photo Awards (WPP) standen im Zeichen besonders heftiger Kontroversen. Nicht nur das “Siegerfoto” Burhan Ozbilicis, das den islamistischen Attentäter Mevlüt Mert Altintas in den Augenblicken nach der Ermordung des russischen Botschafters in Ankara, Andrej Karlow,  zeigt, auch das langfristige Projekt des iranischen Fotografen Hossein Fatemi “Eine iranische Reise”  gab Anlass zu substanzieller Kritik. Das äußerte sich unter anderem darin, dass sich eine öffentliche Debatte darüber entwickelte, ob die Preisvergabe an Fatemi mit den Regeln des World Press Photo Bewerbs kompatibel war. Mehr darüber weiter unten. „Ausstellungsbericht: World Press Photos 2017, in der Galerie Westlicht, Wien“ weiterlesen

Absolut sehenswert: Die Ausstellung „Von Innen – nach Außen | Die Bilderbrücke“ in Wien

Zahlreiche Menschen sind in der Türkei seit Jahren in politischer Gefangenschaft. Im März 2016 waren rund 187.000 Personen in Haft, wobei sich nicht klar sagen lässt, wieviele davon wegen politischer oder gewerkschaftlicher Aktivitäten oder wegen ihrem Eintreten für die Rechte des kurdischen Volkes verhaftet wurden.
Um die Gedanken und Gefühle dieser Menschen an die Öffentlichkeit zu bringen und der Außenwelt von den menschenunwürdigen Bedingungen im Gefängnis zu berichten, gründete der bekannte türkische Schriftsteller Adil Okay die Organisation „GÖRÜLMÜSTÜR“, zu Deutsch „Sichtbar werden“.

Adil Okay bei der Eröffnung

Adil Okay selbst wurde in den 70er Jahren aufgrund seiner politischen Aktivitäten verhaftet. Nach seiner Flucht, aus dem Gefängnis floh er zunächst nach Palästina und weiter nach Frankreich. Von dort aus suchte er Kontakt zu Menschenrechtsorganisationen und politischen Verbänden in Mersien (Türkei).

Über deren Netzwerke konnte Okay Kontakt mit politischen Gefangenen in der Türkei aufnehmen.

Okay fasste die Briefe und Texte der Insassen zu einem Buch zusammen und machte sie in Ausstellungen der Öffentlichkeit zugänglich.

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Ausstellungsbericht: Fotografie Österreich 1970 – 2000 (Albertina, Wien)

Eine interessante Ausstellung ist derzeit in der Fotogalerie der Wiener Albertina zu sehen: Österreich Fotografie 1970 bis 2000.

Vielfältige Arbeiten setzen sich in weitesten Sinn mit dem Heimatbegriff auseinander. Die Schau zeigt bewusst nicht „österreichische“ Fotografie, sondern Österreich in Fotos.

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Manfred-Baumann-Ausstellung im Leicashop Wien

Der 1968 geborene österreichische Fotograf Manfred Baumann ist vor allem durch seine Porträts von prominenten Künstlern – unter ihnen Bruce Willis oder Roger Moore – international bekannt geworden.

Dass Manfred Baumann aber weit mehr drauf hat, beweist die kleine Ausstellung in der Galerie des Leica-Shops in Wien, Walfischgasse 1, 1010 Wien, die bis 27. September besichtigt werden kann.

Die Auswahl der Bilder zeigt alle Aspekte des fotografischen Schaffens Baumanns, von den erwähnten Porträts (darunter das meiner Meinung nach ganz hervorragende des gealterten Kirk Douglas) über Aktaufnahmen bis hin zu Landschafts- und Streetphotography. Dem Betrachter oder der Betrachterin müssen nicht alle Fotos gleichermaßen „liegen“ – bemerkenswert ist die große Bandbreite der Ausdrucksformen und die Wandlungsfähigkeit Baumanns. Auf jeden Fall: Einen Umweg wert!

Heute: Gelati, Gelati! Demnächst: frische Quellen!

Der Sommer schreit nach sommerlichen Fotos. New Yorker haben es gut: sie können in der Galerie Robert Mann eine höchst erfrischende Ausstellung sehen: I scream, you scream. Ja, das ist ein Wortspiel. Icecream wird zu I scream, ich schreie. Und zwar nach Fotos wie denen bei Robert Mann.

Abgesehen von den originellen Bildern, die man auf der Homepage der Galerie in Ruhe betrachten kann, hat man die Möglichkeit eines virtuellen Rundgangs durch die Ausstellungsräume.

Wer also sein digitales Equipment nicht den Händen amerikanischer Einwanderungsbeamter anvertrauen will, sondern lieber von zu Hause aus die Welt erkundet, sollte sich die Homepage der New Yorker Galerie nicht entgehen lassen.

Bei dieser Gelegenheit übrigens gleich eine kleine Ankündigung für einen der nächsten Beiträge: auf diese Ausstellung wurde ich durch die Website L’oeil de la photographie aufmerksam. Ich möchte demnächst einen Artikel veröffentlichen, in dem ich eine Reihe von Websites und Zeitschriften vorstellen werde, die ich als Informatiosquellen benutze. Ich halte wenig davon, wenn man als Blogger den grossen Allwissenden spielt und verbissen die Quellen seiner Weisheit verbirgt. Recherchieren im Netz ist langwierig, man kann es zum Glück optimieren!

Neu: Veranstaltungstipps

Was ist los an Ausstellungen in Wien? Ich werde in loser, aber regelmäßiger Form, Tipps und Informationen zu laufenden Ausstellungen veröffentlichen. Ein Teil der Daten stammt von diversen Eventportalen, andere Locations und Angaben sind selbst recherchiert. Einfach in das Bild klicken und die Auswahl als PDF downloaden!

AktuelleFotoausstellungeninWien

Das war das Vienna Photobook Festival 2017

Am vergangenen Wochenende hat es in Wien  wieder einmal eine hervorragende Möglichkeit gegeben, innerhalb kurzer Zeit elegant zu verarmen: Vom 10 bis 11 Juni 2017 fand auf dem Gelände der alten Ankerbrotfabrik das Vienna Photobook Festival statt.

Am Samstag Vormittag stand unter anderem Magnum-Fotograf Martin Parr für ein Gespräch mit Verena Kaspar-Eisert zur Verfügung, am Nachmittag interviewte Andreas H. Bitesnich den Schweizer Fotografen René Groebli. Einer der großen alten Magnum-Starfotografen, Bruce Davidson, wurde am Sonntag von Hans Michael Koetzle zu seinem Leben und Werk befragt. Davidson wird auch am Mittwoch, 14. Juni, an der Eröffnung einer ihm gewidmeten Ausstellung in der Wiener Galerie WestLicht teilnehmen.

Im Rahmen des Besuchs das Fotobuch Festivals konnte man in der Galerie Anzenberger eine Groebli-Ausstellung EARLY WORK besichtigen. Die Schau zeigt Bilder des heute 90jährigen Fotografen aus den Jahren 1945 bis 1955. Außerdem gab es bei Anzenberger auch eine kleine und sorgfältig zusammengestellte Schau rarer Fotobücher. Die betreuenden Mitarbeiterinnen der Galerie gaben kompetente Auskünfte zu den ausgestellten Büchern.

In der Galerie Ostlicht konnte man im Rahmen der aktuellen Ausstellung APPEAL! Fotos von den Filmfestspielen in Cannes in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sehen (auf der verlinkten Homepage finden sich alle Fotos – für alle, die’s nicht in den 10. Wiener Gemeindebezirk schaffen!).

Und dann gab es natürlich die ehemalige Expedithalle mit den ausstellenden  Verlagen. Von Japan bis Kanada, von Georgien bis Australien spannte sich das Spektrum der Anbieter. Wie in der Einleitung beschrieben: so schnell hätte man gar nicht schauen können, wie man ein Vermögen für außergewöhnliche, prächtige, spannende, singuläre Kunstbücher verjuxen hätte können…

Fazit: Zum gelungenen fünfjährigen Jubiläum des Festivals kann man Initiatorin Regina Anzenberger und ihrem künstlerischen Ko-Leiter Michael Kollmann nur herzlich gratulieren.

 

Vienna Photo Book Festival: Das Programm

Dieses Wochenende (10./11. Juni) findet auf dem ehemaligen Ankerbrotfabriksgelände in Wien Favoriten das 5. Vienna Photo Book Festival statt. Neben den ausstellenden Verlagen und Galerien gibt es ein beeindruckendes Programm mit Vorträgen, Diskussionen und moderierten Gesprächen mit Fotografinnen und Fotografen.

Wer sich dafür Zeit nehmen kann sollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen – das Book Festival ist ein grandioses Event! Hier das Programm!