SPÖ – gespannte Situation visualisiert (1. 5. 2016)

Das folgende Foto habe ich am 1. Mai in Wien beim traditionellen Mai-Aufmarsch der SPÖ gemacht, kurz, bevor die ersten Marschkolonnen am Rathausplatz eintrafen.

Eine Woche zuvor hatte der Kandidat der FPÖ  im ersten Wahlgang der Bundespräsidentenwahlen 35,1 % der Stimmen erhalten, der von der SPÖ nominierte Rudolf Hundstorfer (ehemaliger Vorsitzender des ÖGB) nur 11,3 %.

Das Wahlerhgebnis hatte die innerparteilich latent schwelende Kritik an Bundeskanzler Werner Faymann angeheizt. Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl geriet zusehends in die Rolle des „Integrators“, der Kraft seines Einflusses die Partei zusammenhalten musste. Der Gesichtsausdruck Häupls mag als „Momentaufnahme“ für die damalige Stimmung in der Spitzengremien der SPÖ stehen.

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Fotojournalismus am Beispiel der Überschwemmung von Paris 1910

Fotografie als historische Quelle: natürlich wissen wir nicht erst seit „Stalins Retuschen“ (als immer mehr Führer der revolutionären Bewegung in Russland aus historischen Fotos „verschwanden“), dass ein Bild mitunter mehr sagt als 1.000 Worte, aber mindestens ebenso trügerisch sein kann. Nicht alles, was ich sehe, ist auch zwangsläufig wahr.

An den Fotojournalismus werden daher zu Recht hohe Ansprüche gestellt.

Hier nun zwei Beispiele, wie spannend dieses Genre mehr als „100 Jahre danach“ sein kann. Die Fotos stammen aus dem Jahr 1910 und zeigen die Überschwemmung in Paris – Bilder, wie wir sie ganz ähnlich heute, 2016, zu sehen bekommen. Mit dem Unterschied, dass damals die Fotografen mit ihren großen Plattenfotoapparaten ausrücken mussten. Interessant auch die Rezeption der Fotos: Viele Aufnahmen wurden später zu Souvenirs – man veröffentlichte sie als Ansichtskartensets, zur Erinnerung an die wässrige Katastrophe.

 

Paris, zwei Arrondissements nach den Attentaten vom 13. 11. 2015

Einer meiner Links führt zum französischen Fotomagazin polka. In Nummer 33 der Zeitschrift findet sich unter anderem eine sehr berührende Fotoreportage darüber, wie die Bewohner des 10. und 11. Arrondissements von Paris mit den Folgen der Attentate vom 13. November vergangenen Jahres umgehen.

Bildschirmfoto_2016-05-27_23-18-14Meiner Meinung nach ist der Artikel ein Musterbeispiel für gelungenen Fotojournalismus. Weder ist der Text eine bloße Beschreibung der Bilder, noch sind die Fotos „Fußnoten“ zum Text.

In der gleichen Ausgabe von polka zeigt eine andere Reportage die Militarisierung der Hauptstadt unter dem Ausnahmezustand und den Alltag der 10.000 Soldaten, die in Paris zusammengezogen wurden.