„Wo ich Farbe sehe …“ – Inge-Morath-Ausstellung im Fotohof Salzburg

Nur noch bis 29.7.2023 kann man in der Fotohof Galerie in Salzburg fotografische Leckerbissen der besonderen Art genießen: Wo ich Farben sehe.

Wer den Namen Inge Morath hört, denkt vermutlich zuerst an ihre berühmten Schwarz-Weiß-Fotos. Bis in die 50er Jahre hinein rümpften Zeitungs- und Magazinherausgeber bei Farbfotos die Nase. Der erste, der 1953 eine Farbfotoreportage in LIFE unterbringen konnte, war Ernst Haas (mit dem Inge Morath in den späten 40er Jahren in Wien zusammengearbeitet hatte). Farbe – das war Werbung oder Amateurfotografie. 

Im Begleittext zur Ausstellung in Salzburg schreibt Peter Schreiner, dass alleine die Beinecke Library der Yale University (New Haven, CT, US) an die 55.000 Farbbilder Moraths in ihrem Bestand hat. Die unentdeckten Farbbilder, in erster Linie Dias, schätzt er auf 5 – 8.000. 

Der Ausstellungstitel ist Teil eines Zitats Inge Moraths: “Wo ich Farbe sehe … dort setze ich auch Farbe ein.” Und wo sie Farbe einsetzte, tat sie das großartig.

England, 1953

Im gleichen Jahr, in dem Haas’ New-York-Porträt erschien, fotografierte das erste weibliche Magnum-Mitglied in London in Farbe. Schön, dass wir in der Fotohof-Ausstellung auch Beispiele für Streetphotography zu sehen bekommen.

In der schön gehängten Ausstellung begleiten wir Morath nach London, Irland, in den Iran, nach Tunesien und in den Gaza-Streifen. Ebenso nach Rumänien und natürlich auch nach Österreich.

Sehr schön die Idee, Faksimiles aus dem Fotohof Archiv in die Ausstellung zu integrieren, die biografisches Hintergrundmaterial beisteuern.

Kurz(auto)biographie

Ach ja – noch ein Wort zum Fotohof selbst. Zu meiner Schande gestehe ich, dass ich es bisher nie geschafft hatte, das Gebäude am Inge Morath-Platz in Salzburg zu besuchen. Dank Klimaticket konnte ich dieses Manko jetzt endlich beheben. Der Eintritt in die Ausstellung ist frei, die Mitarbeiter*innen sind freundlich und kompetent. Damit werden Maßstäbe gesetzt, die hoffentlich auch von anderen einschlägigen Institutionen erreicht werden.

Kurt Lhotzky

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert