Vorschau auf die World Press Photo Awards 2018

Bald ist es wieder soweit: Am 12. April fällt die Enscheidung über die Siegerfotos für den diesjährigen World Press Photo Award. Wer seine Neugier nicht bezähmen kann, findet hier einen Überblick über die Finalisten:

Screenshot der WPPA-Homepage – zur Seite: ins Bild klicken! 

Jan Grarup: And then there was silence

Der dänische Fotograf Jan Grarup dokumentiert seit den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts Konfliktherde – und er war teilweise jahrelang in Ländern wie Sudan (sechs Jahre) oder Somalia (vier Jahre).  Seine beeindruckenden und oft erschütternden Fotos sind nur deswegen möglich geworden, weil er die humanitären Katastrophen nicht mit den Augen eines vorbeiziehenden Chronisten sieht, sondern mit dem geschärften Blick eines Menschen, der sich  selbst Gefahren und Leid aussetzt und damit das Vertrauen der Personen, die er fotografiert, gewinnt.

Jan Grarups neues Buch

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Ausstellungsbericht: World Press Photos 2017, in der Galerie Westlicht, Wien

Die diesjährigen World Press Photo Awards (WPP) standen im Zeichen besonders heftiger Kontroversen. Nicht nur das “Siegerfoto” Burhan Ozbilicis, das den islamistischen Attentäter Mevlüt Mert Altintas in den Augenblicken nach der Ermordung des russischen Botschafters in Ankara, Andrej Karlow,  zeigt, auch das langfristige Projekt des iranischen Fotografen Hossein Fatemi “Eine iranische Reise”  gab Anlass zu substanzieller Kritik. Das äußerte sich unter anderem darin, dass sich eine öffentliche Debatte darüber entwickelte, ob die Preisvergabe an Fatemi mit den Regeln des World Press Photo Bewerbs kompatibel war. Mehr darüber weiter unten. „Ausstellungsbericht: World Press Photos 2017, in der Galerie Westlicht, Wien“ weiterlesen

Videosonntag: World Press Photo 2017 – ab 15. September in Wien

Ab 15. September 2017 ist in der Wiener Galerie Westlicht die schon traditionelle Ausstellung der World Press Photo-Gewinner 2017 zu sehen.  Ich zitiere aus der Ankündigung auf der Westlicht-Seite:

Mit der Wahl der Aufnahme des türkischen Associated Press Fotografen Burhan Ozbilici zum World Press Photo des Jahres traf die Jury heuer eine besonders kontrovers und hitzig diskutierte Entscheidung. Das Bild vom 19. Dezember 2016 zeigt die Ermordung des russischen Botschafters in der Türkei, Andrey Karlov, durch den 22-jährigen Polizeibeamten Mevlüt Mert Altıntaş bei der Eröffnung einer Fotoausstellung in Ankara.
„Es war eine äußerst schwierige Entscheidung, aber schließlich war die Mehrheit der Auswahlkommission von der Explosivität des Bildes überzeugt“, so Jury-Mitglied Mary F. Calvert. „Es bringt den derzeit verbreiteten Hass auf den Punkt und jedes Mal, wenn das Foto auf unseren Bildschirmen auftauchte, wichen wir unwillkürlich ein Stück zurück, weil es eine solche Sprengkraft besitzt. Wir hatten den Eindruck, dass dieses Bild wirklich verkörpert, worum es beim World Press Photo des Jahres geht“.

Hier eine kleine Vorschau – ein Blogbeitrag zur Ausstellung, der sich vor allem mit der Kontroverse um das Siegerbild beschäftigt, folgt nach der Eröffnung.

 

Videosonntag: 7 Tipps für gute Reportagefotos

Damir Sagolj, geboren 1971 in Sarajewo, begann nach seiner Schulzeit Architektur zu studieren, folgte dann aber seinem Vater nach Moskau, wo dieser als Korrespondent für die führende bosnische Zeitung Oslobodjenje arbeitete.

1992 – 95 diente er in der bosnischen Armee und begann zu fotografieren. Ab 1995 arbeitete er für die in Paris beheimatete Agentur Sipa. Er berichtete von Kriegsschauplätzen am Balkan, im Nahen Osten und im Irak. Außerdem ist er als Sportfotograf weltweit gefragt. Hier sieben Tipps für guten Fotojournalismus – auch für Amateure durchaus lehrreich!

 

Porträt: Warren Richardson, Sieger des World Press Photography Award 2016

Mehr als 80.000 Bilder wurden 2016 für den World Press Photo Award eingereicht. Warren Richardsons Foto entstand im August 2015 an der Grenze zwischen Serbien und Ungarn. Ungefähr 200 syrische Flüchtlinge versteckten sich im serbischen Dorf Horgos auf einer Apfelfarm, um nach Röszke in Ungarn zu kommen. Von der ungarischen Seite her sprühten Polizisten Pfefferspray auf die Menschen und schrien: „Wenn ihr illegal nach Ungarn kommt, verhaften wir euch“.

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