„Finding Vivian Maier“

In den letzten Tagen ist zufällig immer wieder in Gesprächen, die ich geführt habe, Vivian Maier (1926 – 2009) erwähnt worden. Wer war Vivian Maier, worin liegt ihre Faszination. Hier der offizielle Werbetext zur preisgekrönten Filmdoku „Finding Vivian Maier“

‚“Finding Vivian Maier“ berührt das Mysterium einer Frau, die ihr Leben für die Fotografie lebte und dies bis zu ihrem Tod mit Niemandem teilte. Heute gilt Vivian Maier als eine der wichtigsten Street-Photographers des 20. Jahrhunderts. Vivian Maier lebte als Kindermädchen in Chicago und New York. Sie galt als exzentrische Frau, die nie ohne ihre Kamera das Haus verließ. Mit den in ihre Obhut gegebenen Kindern unternahm sie Streifzüge auch in die Teile der Stadt, in der die weniger Privilegierten lebten. Zahlreiche Fotos zeigen Menschen in einem scheinbar alltäglichen, aber dennoch höchst berührenden Moment. Neben der überwältigenden Anzahl von Fotos, die der Regisseur John Maloof zufällig bei einer Versteigerung entdeckte, hinterließ Vivian Maier ihre Filme und eine große Anzahl an Zeitungsausschnitten. Die Person Vivian Maier bleibt ein Geheimnis. John Maloof und Charlie Siskel zeichnen das Porträt dieser Frau, zeigen ihre Fotos und Filme. Dem Mensch Vivian Maier versuchen sie durch Interviews mit ihren ehemaligen Auftraggebern und deren Kindern näher zu kommen.

Hier der Trailer:

Trailer zu „Finding Vivian Maier“

Eigentlich ist Werbung im Blog nicht so ganz meine Sache, aber hier geht’s doch um etwas mehr: Die Doku ist als DVD im Literaturbuffet erhältlich!

David King, 1943 – 2016

Am 11. Mai 2016 starb in London David King im Alter von 73 Jahren.

Er war von 1965 – 1975  Art Director der Londoner Sunday Times. Bei einer Reise in die UdSSR im Jahr 1970 wollte King in erster Linie Material für eine Dokumentation zum 100. Geburtstag W.I. Lenins suchen. Politisch sozialistischen Gruppen nahestehend, weitete er seine Sammlertätigkeit auf Fotos und Plakate der frühen Sowjetunion und der Stalinäre aus. 1972 veröffentlichte er gemeinsam mit Francis Wyndham die erste Trotzki-Bildbiographie.

Die von ihm geschaffene David-Kind-Collection ist die bedeutendste einschlägige Sammlung und bildete die Basis für eine Reihe von Buchveröffentlichungen (deutsche Ausgaben erschienen im Mehring-Verlag).

King war nicht nur ein hervorragender Art-Designer (unter anderem entwickelte er Plattencover für Jimi Hendrix), Propagandist (er entwarf eine Reihe von Plakaten für die Anti-Apartheid-Bewegung und die englische Journalistengewerkschaft sowie das Logo der Anti-Ncomissarazi-League) – er war auch ein hervorragender Fotograf. Berühmt wurden seine Fotos von Muhammed Ali, die 1975 in dem Buch „I Am King: A Photographic Biography of Muhammad Ali“ erschienen.

Für das Verständnis dessen, was Fotografie als historische Quelle bedeutet oder nicht bedeutet, kann Kings Buch „The Commissar Vanishes“ (Der Kommissar verschwindet) als Muster dienen – es dokumentiert die Fälschungen der Stalin-Ära, in der immer mehr alte Revolutionäre aus den historischen Fotos herausretuschiert wurden …