Paris fotografieren

Im Rathaus von Paris ist zur Zeit eine bemerkenswerte Ausstellung zu sehen, in der 16 Fotografinnen und Fotografen neue Blicke auf die Seinetropole werfen.

Es sind Fotos von hauptsächlich jüngeren Menschen, die teilweise aus Paris stammen, teilweise zugezogen sind, oder „nur“ ein Fotoprojekt durchziehen wollten. Entsprechend vielfältig sind die Eindrücke, die in der Ausstellung vermittelt werden.

Kurz zum Schauplatz: Das Rathaus (übrigens in dieser Form erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Neorenaissancestil errichtet) ist mit der Metro bequem erreichbar, und es ist erfreulich, dass eine Ausstellung in einem derartigen historischen Ambiente bei freiem Eintritt zu besichtigen ist. Wie bei nahezu allen größeren Ausstellungen bzw. an frequentierten Plätzen muss man sich einer peniblen Taschen- und Leibesvisitation unterziehen. Es empfiehlt sich daher, ohne allzu kleinteilige Fotoausrüstung unterwegs zu sein – ich habe gestaunt, was ich so alles in meinem Fotorucksack hatte ;-).

Schwer zu sagen, welche Fotos mir am besten gefallen haben. Sehr berührend fand ich die Fotos von Quentin De Briey (der zwischen Barcelona, New York und Paris pendelt) und Porträts von Menschen in Alltagssituationen macht. Oder die Bilder von Lucile Boiron, die seit 2016 die Flüchtlingszeltstädte in Paris aufsucht und das Leben der Menschen dort im Projekt „Young Adventurers Chasing the Horizon“ dokumentiert.

Durchaus inspirierend auch die abstrakten Fotos des Deutschen Peter Tillessen. Hängengeblieben bin ich beim Porträt von Elsa aus der Serie „Belleville“ von Thomas Boivin.

Wohlgemerkt – alle Fotos sind bemerkenswert, ich kann  hier aber nur ein sehr subjektives „Best of“ bieten. Und hier geht es zu den Fotos:

https://photos.app.goo.gl/EHeVA6jAX7GNnbRQ7

Die Portfolio-Seite – gründlich erneuert

Auch bei hochsommerlichen Temperaturen ist gelegentlich ein Frühjahrsputz angesagt. Daher habe ich heute endlich Zeit dafür aufgewendet, meine Portfolioseite (oben anzuklicken!) von etlichen Bugs zu säubern und ein bisschen aufzuräumen. Und neue Fotos sind natürlich auch dazu gekommen.

Auch die Farben habe ich deutlich aufgehellt – weg vom klassischen Schwarz, hin zu einer freundlichen hellen Benutzeroberfläche.

Dahinter steckt die Absicht, in Zukunft wieder auf dem „Hauptblog“ mehr theoretische und inhaltliche Texte und weniger eigene Fotos zu veröffentlichen. Die Fotos, die ich selbst nach kritischer Betrachtung „herzeigbar“ finde, wandern dann ins Portfolio, während mein Instagram-Account für die „schnellen“ Fotos gedacht ist.

Feedback ist natürlich herzlich willkommen!

Videosonntag: Zwischen „neuem Sehen“ und Surrealismus

Heute ein Video über eine Ausstellung im Kunstmuseum Wolfsburg 2014/15, die auf Grundlage der Sammlung Siegert zeigt, wie in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine Revolution des fotografischen Sehens stattfand. Anlass für die Auswahl dieses Videos ist die zur Zeit in Wien zu sehende Man-Ray-Ausstellung. Viel Vergnügen!

(Dauer: 6:07 Minuten)

Çağdaş Erdoğan beim Festival der jungen europäischen Fotografie CIRCULATION(S) in Paris

Der 1992 geborene türkisch-kurdische Fotograf Çağdaş Erdoğan ist ein international gefragter Fotojournalist mit Hauptwohnsitz in Istanbul. Seine Berichte aus der Osttürkei wurden unter anderem von BBC, Der Spiegel, The New York Times oder Libération abgedruckt. Im September 2017 wurde er festgenommen, weil er angeblich im  Yoğurtçu Park in Istanbul das Hauptquartier der  Millî İstihbarat Teşkilatı (MİT) , also des türkischen Geheimdienstes, fotografiert habe. In einem Interview mit dem British Journal of Photography stellt Erdoğan klar, dass der Park ein frei zugängliches Gelände ist und keinerlei Hinweise auf eine Fotoverbotszone vorhanden seien. „Çağdaş Erdoğan beim Festival der jungen europäischen Fotografie CIRCULATION(S) in Paris“ weiterlesen

… unter dem Pflaster …

50 Jahre werden es heuer sein nach diesem berühmten „französischen Mai“. Fabriksbesetzungen bei Renault, General-Streik gegen den General an der Macht (Charles de Gaulle), die „Phantasie an der Macht“ in der Pariser Sorbonne.

Der Mai 68 hat seine Spuren im Bewusstsein und in der Politik hinterlassen. Immer noch kann man mit einem „Huu! 68!“ neurechte Denker zu Tode erschrecken. Der gesellschaftliche Wandel von damals beschert uns heute eine Generation von aktiven „Omas gegen Rechts“ (und, natürlich auch, Opas).

„… unter dem Pflaster …“ weiterlesen

Rückblick: Paris Photo, 8. bis 12. November 2017

Vom 8. bis 11. November fand im Grand Palais Paris zum 21. Mal die internationale Fotomesse Paris Photo statt. 189 Aussteller aus 30 Ländern präsentierten Einzel- und Gruppenausstellungen. Vertreterinnen und Vertreter wichtiger internationaler Sammlungen und Institutionen nahmen an der Paris Photo als Fachbesucher teil, darunter Repräsentantinnen des Guggenheim Museums (New York), des MoMA (New York), des  Museum of contemporary Photography (Kolumbien), des YUZ Museums Shanghai, der Londoner Tate Gallery, und und und …

Blick ins Grand Palais

Aus Wien waren die Galerie CRONE und Johannes Faber unter den Ausstellern. „Rückblick: Paris Photo, 8. bis 12. November 2017“ weiterlesen

Tod einer Obdachlosen

Paris, 13. Arrondissement. Hier starb eine unbekannte Obdachlose. Das Komitee „Tod auf der Straße“ sucht Menschen, die etwas über die Tote wissen könnten. Passanten haben Blumen niedergelegt.