Sehenswert: Philippe Bertrand im Institut Francais in Wien

Philippe Bertrand, links, Jacques-Pierre Gougeon (Leiter des Institut Francais)

Im Institut Francais de Vienne können Interessierte zur Zeit eine bemerkenswerte Fotoausstellung besuchen: „Schattenseite“ von Philippe Bertrand.

Bei der Eröffnung der Ausstellung wies der Leiter des Kulturinstituts, Jacques-Pierre Gougeon, nicht nur darauf hin, dass gerade in Frankreich aus historischen Gründen die Fotografie einen großen Stellenwert einnimmt. Er stellte auch die rhetorische Frage, ob Philippe Bertrand ein fotografierender Diplomat oder ein Diplomat, der Fotograf ist, sei.

Philippe Bertrand, von der Ausbildung her Ökonom und in dieser Funktion erst für internationale Organisationen und später im diplomatischen Dienst tätig, hat viele Teile der Welt gesehen (unter anderem den Kaukasus, den Maghreb, die Länder West- und Osteuropas, die USA …) und, natürlich, auch fotografiert.

Die Begeisterung für die Fotografie geht aber viel weiter zurück. „Es war Platos Höhlengleichnis, dieses Problem der Schatten, die real werden, das mich am Ende meiner Schulzeit fasziniert hat“, erklärte Bertrand bei der Vernissage am 3. Oktober 2019 in Wien. Das „Schreiben mit Licht“ kann natürlich nur funktionieren, wenn auch das Gegenteil, die Dunkelheit, festgehalten werden kann.

„Schattenseite“ zeigt nur einen Aspekt des fotografischen Schaffens von Philippe Bertrand. Schattenseite – das können nicht nur die im Dunkeln liegenden Plätze und Straßen sein. Auch die menschliche Existenz hat ihre Schattenseiten, die der Fotograf mit großer Sensibilität einfängt.

Das Oeuvre Bertands ist wesentlich vielfältiger, wobei das Genre der Streetphotography vermutlich den größten Platz einnimmt. Auf seiner oben verlinkten Homepage lässt sich die thematische Vielfalt seines Werks erahnen.

Die Schwarzweiß-Fotos werden im Institut Francais aufsteigend entlang der Prunkstiege und in der Mediathek ausgestellt, was ich subjektiv bedauerlich finde, weil dadurch zu oft vorbeigehende Personen ins Bild geraten. Aber die Hängung ist natürlich auch immer eine Platzfrage und gerade in einem sehr umtriebigen Kulturinstitut kann man wohl kaum einen eigenen Ausstellungsraum erwarten.

Beeindruckend finde ich die Fotos, die stark expressionistisch sind und an Collagetechniken der 20er und 30er Jahre erinnern, ohne apologetisch zu sein.

Ein Besuch der Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Instituts dringend anzuraten!

Französisches Kulturinstitut Wien / Institut français d’Autriche
Praterstraße 38, 1020 Wien

Kurt Lhotzky

Caturday (Juni)

Da das Internet voller – zugegebenermaßen mitunter wundervoller – Katzenbilder steckt, habe ich mich diesem Trend weitgehend widersetzt. Da der mit uns zusammenlebende Monsieur Noir heute aber sehr drängend darauf hingewiesen hat, dass wieder einmal Caturday ist und er daher zumindest eine minimale mediale Präsenz erwarten dürfe, habe ich nachgegeben. Verurteilt mich nicht deswegen.

Monsieur Noir

Baum / arbo

Ihr wisst ja aus anderen Beiträgen in diesem Blog, dass Naturfotografie nicht unbedingt meines ist. Aber monochrom kann das schon toll sein 🙂

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