Arbeiterfotografie und Naturfotografie – ein Widerspruch?

Vorbemerkung

In der Arbeiterfotografiebewegung hat die Beschäftigung mit der Naturfotografie in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts zu interessanten Kontroversen geführt. Da in Österreich diese Diskussion meines Wissens nach nicht vergleichbar geführt wurde, greife ich hier vor allem auf die Publikation der Vereinigung deutscher Arbeiterfotografen, “Der Arbeiterfotograf”, zurück. 

Ich möchte mich mit dieser Frage vor dem Hintergrund des bevorstehenden 200. Geburtstages von Friedrich Engels (28.11.1820 bis 5.8.1895) beschäftigen. Es gehört hier zu den verbreiteten Vorurteilen, dass speziell die marxistische Arbeiterbewegung einem Industrialisierungs-und Fabrikschlotmythos gehuldigt habe.

Friedrich Engels

Im Zentrum dieser Artikelserie steht natürlich die Fotografie mit all ihren ästhetischen und sozialen Komponenten. Trotzdem werde ich am Anfang um eine kurze Skizze der Positionen der ArbeiterInnenbewegung zur Natur nicht umhin können, da wir ein theoretisches Fundament für die Diskussionen innerhalb der Arbeiterfotografiebewegung brauchen. 

In den 20er Jahren hat die Spaltung der ArbeiterInnenbewegung in sozialdemokratische und kommunistische Parteien in zahlreiche Lebensbereiche der internationalen Arbeiterinnenklasse massiv eingeschnitten.  Denn beide Strömungen erwachsen aus gemeinsamen Wurzeln und entwickeln sich nach dem Ersten Weltkrieg teilweise unversöhnlich auseinander.

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Arbeiterinnen, Arbeiter, Arbeitslose sehen ihre Gemeinde: Hackney in den 80er Jahren

2016 im Keller des Rio-Kinos im Arbeiterviertel von Hackney (London) entdeckt, bietet ein Archiv mit 12.000 Bildern, die von einer Initiative für Arbeitslose gemacht wurden, ein Porträt des Alltagslebens während der 80er Jahre. Das Besondere daran: Hier hat sich die community selbst porträtiert, es ist kein „Blick von außen“.

Das Rio in Dalston ist Londons ältestes von der Gemeinde betriebene Kino. Es wurde 1979 als gemeinnütziges Kunstzentrum gegründet, und in den frühen 80er Jahren wurde das Untergeschoss in eine Werkstatt und ein Aufnahmestudio für von der Gemeinde geführte Initiativen wie das feministische Filmkollektiv Women’s Media Resource Project und die Tape/Slide Newsreel Group, ein radikales Fotoprojekt für lokale Arbeitslose, umgewandelt.

1982 wurde das Fotoprojekt gestartet. Mitglieder wurden im Umgang mit der Kamera geschult und losgeschickt, um Hackneys Gemeinden, Märkte, Festivals und gesellschaftliche Ereignisse zu dokumentieren. Sie berichteten über soziale Themen und fingen den Geist des lokalen Aktivismus bei Protesten gegen Rassismus, Polizeibrutalität, AIDS, den Bergarbeiterstreik und Atomwaffen ein. Ihre Bilder wurden dann zu Wochenschauen zusammengestellt und vor den kommerziellen Werbespots einem Publikum von rund 1.000 Menschen pro Woche gezeigt.

1986, als der Greater London Council mitsamt der damit verbundenen Finanzierung abgeschafft wurde, begann sich die Gruppe aufzulösen. Das Untergeschoss des Rio wurde zu einem Lagerraum, und die 12.000 Dias der Tape/Slide Newsreel Group wurden unter Dokumenten und Aktenschränken vergraben.

Mehr zu diesem spannenden Projekt (auf Englisch) findet ihr hier.

Die Pause ist vorbei

Südwest-Friedhof, Wien

Regelmäßige Besucherinnen und Besucher von complexityinaframe haben in den vergangenen Wochen teilweise besorgt nachgefragt: „Warum gibt es keine neuen Beiträge?“

Dafür sind mehrere Gründe ausschlaggebend gewesen:

  • Der COVID-Lockdown und seine Folgen haben dazu geführt, dass sich mein Arbeitsaufwand merklich erhöht hat. Das hat auch zur Folge gehabt, dass ich mich weniger mit Fotografie und Fototheorie beschäftigen konnte;
  • dazu kamen diverse Wehwehchen, die mich teilweise lahmgelegt haben – jetzt aber starte ich hoffentlich wieder voll durch.
  • Als „praktischen Ausgleich“ habe ich meine Instagram-Präsenz etwas hochgefahren – Link gibt es ja dazu im Menu.
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