Videosonntag: Archiflop – größenwahnsinniges Scheitern

Alessandro Biamonti ist Architekt, Architekturkritiker und Dozent für Design am Politecnico von Mailand.

Dem deutschsprachigen Publikum hat er ein höchst amüsantes, mitunter erschreckendes, immer aber überraschendes Buch beschert: „ArchiFlop – gescheiterte Visionen. Die spektakulärsten Ruinen der modernen Architektur„. So manche großartige architektonische Vision ist im 20. Jahrhundert in ihr genaues Gegenteil umgeschlagen – in Verfall, Auflösung, schaurige 3D-Deko wie aus einem Horrorfilm.

Das bemerkenswerte Fotobuch wird sowohl an Fotografie wie an Architektur Interessierte begeistern, aber auch alle, die über Sinn und Wahnsinn moderner Städte- und Landschaftsplanung nachdenken.

Bereits die Kapitelüberschriften sind vielsagend. „Die Überlegung lautete: Es werden viele Tausende kommen“. Oder: „Die Überlegung lautete:  Sie werden sich bestens amüsieren“.

Allesandro Biamonti
ArchiFlop
195 Seiten, DVA, EUR 30,80

Das war ’ne heiße Märzenzeit, trotz Regen, Schnee und alledem!

17. März – trotz winterlicher Temperaturen und Schneefall sammeln sich einige hundert Menschen am Wiener Karlsplatz, um gegen Faschismus und Rassismus zu demonstrieren. Vor allem die kurdischen Organisationen belebten das Bild der eher frostigen Protestaktion mit ihren Fahnen und Sprechchören.

Sarah Blesener: „Wie ein Patriot gemacht wird“

Sarah Blesener (c) Sarah Blesener

Die AnastasiaPhoto-Galerie in New York hat sich auf Fotoausstellungen spezialisiert, die sich mit sozialen und Umweltthemen beschäftigen. Zur Zeit ist dort eine Ausstellung von Sarah Blesener mit dem Titel “The Making of a Patriot” zu sehen.

Die in Minnesota geborene Fotografin ist jetzt in New York zu Hause. Schon während ihrer Studienzeit arbeitete sie als Fotografin für die Organisation “Healing Haiti” und fotografierte die Ereignisse rund um das Erdbeben auf der Insel im Jahr 2010. Ab 2012 studierte sie an der Bookvar Russian Academy in Minneapolis und lernte Russisch.

Das erleichterte die Arbeit an zwei komplementären Projekten: die Dokumentation der “patriotischen Erziehung” von Kindern und Jugendlichen in Russland und in den USA.

Mehr als 400.000 Kinder und Jugendliche ab acht Jahren werden jährlich in den USA in sogenannten patriotischen Camps, die häufig paramilitärisch organisiert sind, damit vertraut gemacht, was „echte“ Amerikaner ausmacht. Eine wesentliche Trägerorganisation dieses Programms ist das Junior Reserve Officers‘ Training Corps, eine Institution der amerikanischen Streitkräfte.

Sarah Blesener hat quer durch die Vereinigten Staaten Camps dieser “patriotischen Ertüchtigung” besucht und den Alltag und die Reaktionen der Kinder und Jugendlichen festgehalten. Es sind erstaunliche und erschreckende Einblicke in einer militarisierte Kindheit, die in aller Öffentlichkeit beworben und von Mainstream-Medien beifällig akklamiert wird.

Auf der Homepage der AnastasiaFoto-Galerie finden sich aussagekräftige Beispiele für die sozialdokumentarischen Arbeiten von Sarah Blesener.

Anastasia Photo specializes in Documentary Photography and Photojournalism. The gallery also serves as a center for discussion and portfolio review.

Quelle: Anastasia Photo | NYC Photography Gallery

Baobab – eine außergewöhnliche Fotoausstellung im Naturhistorischen Museum Wien

Pascal Maitre ist einer der wichtigsten Fotografen, wenn es um Afrika geht – seine Menschen, seine Probleme, seine Natur.  Für Magazine wie GEO, Stern,  Paris Match und National Geographic hat er unter anderem über den von der Weltöffentlichkeit weitgehend ignorierten Bürgerkrieg in Sierra Leone berichtet. In der (österreichischen) Edition Lammerhuber erschien 2012 sein Bildband „Amazing Africa“, der tiefe Einblicke in das Leben des Kontinents gewährt.

Pascal Maitre (Mitte)

Pascal Maitre hat sich immer wieder mit den Baobabs, den „Affenbrotbäumen“, auseinandergesetzt – jenen majestätischen 1.800 Jahre alten Bäumen, die bis zu 35 Meter in den Himmel ragen und den Anschein erwecken, als wären es ihre Wurzeln, die das Firmament berühren wollten.
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Foto- und Photographica-Auktionen im WestLicht / 9., 10. März

Nein, ich werde auch heuer nicht bei der Versteigerung der wunderschönen Leica II Mod.D Luxus ‚Leih-Kamera‘ (Ausrufungspreis 80.000,–) mitbieten. Ich würde mich ein bissi genieren, wenn ich damit beim nächsten Wiener Fotomarathon mitmache – man wird ja leicht als Angeber gedisst, wenn man mit zu aufwändiger Ausrüstung anrückt.

Nette Spionagegimmicks – da lacht des Agenten Herz!

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… unter dem Pflaster …

50 Jahre werden es heuer sein nach diesem berühmten „französischen Mai“. Fabriksbesetzungen bei Renault, General-Streik gegen den General an der Macht (Charles de Gaulle), die „Phantasie an der Macht“ in der Pariser Sorbonne.

Der Mai 68 hat seine Spuren im Bewusstsein und in der Politik hinterlassen. Immer noch kann man mit einem „Huu! 68!“ neurechte Denker zu Tode erschrecken. Der gesellschaftliche Wandel von damals beschert uns heute eine Generation von aktiven „Omas gegen Rechts“ (und, natürlich auch, Opas).

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