Das Sonntag-Rätsel-Foto 10

Beim letzten Fotorätsel hatte ich gedacht, dass alle Besucherinnen und Besucher von complexityinaframe.com „Ach so!“ rufen und ins Portemonnaie greifen würden. Nein, nicht um mir großzügige Spenden zukommen zu lassen, sondern um nach einer 20-Cent-Münze zu greifen.

Denn nichts anderes zeigt mein Rätselfoto: den Rand dieser Münze. Die in der Fachsprache so genannten unterschiedlichen „Rändelungen“ der Euro- und Cent-Münzen sollen Menschen mit Sehbehinderung helfen, den Wert der Münzen zu ertasten. Die 20-Cent-Münze weist einen glatten Rand mit sieben Einkerbungen auf. Die Form gleicht (mit etwas Fantasie) einer Blüte. Die Methode mit den sieben Einkerbungen wird „Spanische Blume“ genannt, weil sie erstmals bei der spanischen 50-Peseten-Münze angewendet wurde. Übrigens gelten Münzen mit diesen Einkerbungen nicht als rund ;-).

Die „Spanische Blume“ hängt natürlich auch damit zusammen, dass es langsam draußen blüht und grünt. Daher die Frage: Was kann denn das wohl sein? Viel Spaß beim Suchen!

Die Bilder der Commune

Kontext

Vor 150 Jahren, am 18. März 1871, ergriff die Pariser Bevölkerung die Macht. Im Gefolge des deutsch-französischen Krieges 1870/71 und dem Sturz der Herrschaft Napoleons III. implodierte im September 1870 das Kaiserreich und machte auf unspektakuläre Weise den Weg für die Republik frei. Die „Regierung der nationalen Verteidigung‟ verhandelt hinter dem Rücken der Bevölkerung mit der preußischen Regierung. In Paris wird das Kabinett bald nur noch „Regierung des nationalen Verrats‟ genannt.

Die Wahlen zur Nationalversammlung am 8. Februar 1871, nach Unterzeichung des Waffenstillstands durch Favre und Bismarck, und die Bildung der Regierung Thiers am 16. Februar werden vom Volk von Paris faktisch ignoriert. Die Werktätigen in Paris haben andere Vorstellungen, wie es weitergehen soll: es geht um die Verteidigung gegen den Feind vor den Toren der Stadt, es geht um das tägliche Brot, es geht um Arbeit, es geht um die Beseitigung der Wohnungsnot, es geht um die Republik – nicht irgendeine Republik, sondern um die soziale Republik.

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Das Sonntag-Rätsel-Foto 10

Letzte Woche habe ich euch mit einer Nahaufnahme des mittlerweile berühmten Salzstreuers verwirrt. Heut wird es ganz einfach – ein Gegenstand, den jeder zur Genüge kennt. Aber Achtung: Bitte um genaue Spezifikation, worum es sich handelt. Der Oberbegriff alleine ist leider zu wenig 🙂

Wie immer: Lösungsvorschläge in die Kommentare!

Das Sonntag-Rätsel-Foto 9

Das Rätsel der vorigen Woche war ja eigentlich kein wirkliches Rätsel – alle, die sich bei mir gerührt haben, wussten die Antwort: Es ist die japanische Winkekatze Maneki-Neko. Merke – nicht jeder, der mit erhobenem Arm grüßt, ist auch ein Coronaleugner.

Heute wird es einen Deut schwieriger. Ich entführe euch in die Welt der Metallurgie – soviel verrate ich als Hinweis. Nur: Was mag denn das wohl sein? Wie immer sind sachdienliche Hinweise in den Kommentaren erwünscht!

Das Montag-Sonntag-Rätsel-Foto 8

Gibt’s keine Rätsel mehr? Sind alle Geheimnisse der Welt gelöst? Leider nein! Nur hat gestern Abend das Internet gesponnen und so konnte ich das neue Rätselfoto nicht hochladen.

Aber zuerst die Lösung vom letzten Mal: Es handelt sich um die Kontaktseite einer SD-Card mit den goldenen PINs.

„Am Golde hängt, zum Golde drängt doch alles“ – daher schon wieder ein güldenes Rätsel. Diesmal aber wirklich ganz leicht, geschworen. Et voilà:

Lösungen in die Kommentare, bitte!

Das Sonntag-Rätsel-Foto 7

Das letzte Rätsel dürfte eines der schwierigeren gewesen sein. Ich muss aber zugeben – als ich mir die Datei im RAW-Converter darktable vorgeknöpft habe, war ich selbst überrascht. Mit geringem Aufwand hätte ich das Foto vermutlich so hinbiegen können, dass es wie ein ziemlich gefährlich dreinschauendes Auge ausgesehen hätte. Dabei ist es nichts anderes als die Spitze eines Kugelschreibers :-).

Fotografiert habe ich das übrigens ohne Makrolinse sondern mit einem normalen Canon-EF-Objektiv 28-80 und einem Umkehrring.

Diesmal wird es etwas einfacher. Auf richtige Lösungen freue ich mich!

Und morgen kommt das versprochene Making of meines neuen Salzstreuerfotos! Stay tuned!

… und was hat das mit dem Salzstreuer zu tun?

Anfang des Jahres hat mein Freund Uwe auf Flickr eine Challenge gestartet: „1 photo per week of the same object‟.

Hier die Gruppenregeln:

A photoproject: one photo per week of the same object:
Please only one photo per week!
1. Select an object: e.g. a tree in the neighbourhood; or a certain species, e.g. a rose
2. Make every week a photo of this object. The first or the second picture has to be made in 2021, also the last.
3. Watch your progress and the progress of the others. Your change of seeing things…
4. It doesn’t matter when you start – so it doesn’t have to be 52 photos.
5.If you take photos with film or go on vacation, you – probably – cannot upload a photo every week. No problem: the main thing is that you take a photo at certain intervals.

Leider bin ich erst etwas später dazugestoßen (irgendwie ist der Start an mir vorbeigezogen).

Die Idee hat mich sofort fasziniert. Gerade in Zeiten des social dstancing und sich wiederholender Lockdowns ist auch für uns Fotografinnen und Fotografen die Welt geschrumpft. Wer auf sich und andere achtet, meidet größere Spaziergänge; wer sich trotzdem auf so ein mittlerweile schon fast abenteuerliches Unterfangen einlässt, steht dann oft vor dem Problem: wo eine Pause machen? Z.B. um in Ruhe einen Kaffee zu trinken und dabei die fotografische Ausbeute am Display seiner Kamera durchzuscrollen? Oder die notwendige Pinkelpause einzulegen?

Daher ist eine Challenge, die man in den eigenen vier Wänden oder irgendwo im nächsten Umkreis bewältigen kann, verlockend.

Als ich die Beschreibung der Gruppe las, war das nächstliegende (oder besser nächststehende) Objekt ausgerechnet ein alter Salzstreuer. „Warum nicht?‟ – also her mit der Kamera, den Salzstreuer ein bisschen arrangiert und Foto Nr. 1 geschossen.

Nun ist ein Salzstreuer als Model nicht unbedingt sexy. Seine Existenz ist ja doch ziemlich zweckgebunden, die meisten kommen aus den beengten Räumlichkeiten Küche oder Wohnzimmer kaum heraus. Aber mein Salzstreuer entwickelte rasch ein erstaunliches Eigenleben. Schon am 18. Jänner 2021 positionierte er sich klar gegen jene Artgenossen, die sich weigerten, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen – „The others don’t care“.

Eine Woche darauf philosophierte er über seine Interaktion mit seinen Freunden: „Sometimes I think my friends don’t trust me / Manchmal glaube ich, dass mir meine Freunde nicht ganz trauen‟. Spätestens da wurde mir klar, dass mein „Star‟ ein Eigenleben führt, das ich respektvoll dokumentieren muss.

Am 1. Februar überkam den Salzstreuer eine seltene patriotische Anwandlung – er folgte dem Aufruf von Tourismusministerin Köstinger, schnallte sich die Skier an und begab sich auf die Piste. „Skifahren ist die erste Bürgerpflicht‟, hieß es ja zu diesem Zeitpunkt.

Eine Woche darauf packte dann (durch den Lockdown ausgelöst?) den Salzstreuer die Reiselust, und gleichzeitig offenbarte er mir seinen musikalischen Geschmack. Zu John Denvers Song „Leavin’ on a jetplane‟ begab er sich zum Flughaben und schaute mit gepacktem Koffer sehnsüchtig auf die startenden Flugzeuge.

Die Nostalgie setzte sich eine Woche später fort, und zwar mit einem Erinnerungsfoto aus dem Jahr 1969, das den Salzstreuer mit einem gewissen Bobby McGee bei strömendem Regen bei der Autobahnauffahrt nach Baton Rouge zeigt. Wer mehr dazu wissen will – Kris Kristofferson gibt gerne Auskunft.

Am 22. Februar begab sich der Salzstreuer dann in die Wiener Albertina, angelockt von der fulminanten „Faces‟-Ausstellung. Er war beeindruckt, was man auf seinem Dokumentarfoto deutlich erkennen kann. Aber auch da konte er eine musikalische Referenz nicht unterlassen – Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung‟ scheinen seine Assoziation gewesen zu sein.

Schon seit einiger Zeit, gestand mir mein Modell, beobachtete er mit großer Sorge die Entwicklung in den USA. Der Salzstreuer ist gegen alle Formen des Nationalismus und Rassismus. Daher machte er sich als Tramp (nicht Trump! das verbietet er sich!) auf den Weg zur Grenzmauer zu Mexiko, die es ja an einigen Stellen tatsächlich gibt.

Er wollte dabei an die leider fast unbekannten letzten drei Strophen von Woodie Guthries bekanntem Song „This Land is my land‟ erinnern:

As I went walking I saw a sign there,
And on the sign it said „No Trespassing.“
But on the other side it didn’t say nothing.
That side was made for you and me.

In the shadow of the steeple I saw my people,
By the relief office I seen my people;
As they stood there hungry, I stood there asking
Is this land made for you and me?

Nobody living can ever stop me,
As I go walking that freedom highway;
Nobody living can ever make me turn back
This land was made for you and me.

Soviel also zu dieser spannenden Challenge. Im nächsten Beitrag gibt’s ein „Making of‟ – da lasse ich mir fotografisch in die Karten schauen.

Das Sonntag-Rätsel-Foto 5

Das letzte Bilderrätsel war vielleicht dadurch etwas schwieriger zu lösen, weil es, wie angedeutet, einen spezifisch Wiener Charakter hatte. Tatsächlich handelte es sich um ein Detail der Notrufeinrichtungen der Wiener Linien. Hier die Gesamtansicht:

Dafür heute wieder ein „universell“ erkennbares Sujet – Schwierigkeitsstufe 1, würde ich sagen. Lösungsvorschläge bitte wieder in die Kommentare!