… und was hat das mit dem Salzstreuer zu tun?

Anfang des Jahres hat mein Freund Uwe auf Flickr eine Challenge gestartet: „1 photo per week of the same object‟.

Hier die Gruppenregeln:

A photoproject: one photo per week of the same object:
Please only one photo per week!
1. Select an object: e.g. a tree in the neighbourhood; or a certain species, e.g. a rose
2. Make every week a photo of this object. The first or the second picture has to be made in 2021, also the last.
3. Watch your progress and the progress of the others. Your change of seeing things…
4. It doesn’t matter when you start – so it doesn’t have to be 52 photos.
5.If you take photos with film or go on vacation, you – probably – cannot upload a photo every week. No problem: the main thing is that you take a photo at certain intervals.

Leider bin ich erst etwas später dazugestoßen (irgendwie ist der Start an mir vorbeigezogen).

Die Idee hat mich sofort fasziniert. Gerade in Zeiten des social dstancing und sich wiederholender Lockdowns ist auch für uns Fotografinnen und Fotografen die Welt geschrumpft. Wer auf sich und andere achtet, meidet größere Spaziergänge; wer sich trotzdem auf so ein mittlerweile schon fast abenteuerliches Unterfangen einlässt, steht dann oft vor dem Problem: wo eine Pause machen? Z.B. um in Ruhe einen Kaffee zu trinken und dabei die fotografische Ausbeute am Display seiner Kamera durchzuscrollen? Oder die notwendige Pinkelpause einzulegen?

Daher ist eine Challenge, die man in den eigenen vier Wänden oder irgendwo im nächsten Umkreis bewältigen kann, verlockend.

Als ich die Beschreibung der Gruppe las, war das nächstliegende (oder besser nächststehende) Objekt ausgerechnet ein alter Salzstreuer. „Warum nicht?‟ – also her mit der Kamera, den Salzstreuer ein bisschen arrangiert und Foto Nr. 1 geschossen.

Nun ist ein Salzstreuer als Model nicht unbedingt sexy. Seine Existenz ist ja doch ziemlich zweckgebunden, die meisten kommen aus den beengten Räumlichkeiten Küche oder Wohnzimmer kaum heraus. Aber mein Salzstreuer entwickelte rasch ein erstaunliches Eigenleben. Schon am 18. Jänner 2021 positionierte er sich klar gegen jene Artgenossen, die sich weigerten, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen – „The others don’t care“.

Eine Woche darauf philosophierte er über seine Interaktion mit seinen Freunden: „Sometimes I think my friends don’t trust me / Manchmal glaube ich, dass mir meine Freunde nicht ganz trauen‟. Spätestens da wurde mir klar, dass mein „Star‟ ein Eigenleben führt, das ich respektvoll dokumentieren muss.

Am 1. Februar überkam den Salzstreuer eine seltene patriotische Anwandlung – er folgte dem Aufruf von Tourismusministerin Köstinger, schnallte sich die Skier an und begab sich auf die Piste. „Skifahren ist die erste Bürgerpflicht‟, hieß es ja zu diesem Zeitpunkt.

Eine Woche darauf packte dann (durch den Lockdown ausgelöst?) den Salzstreuer die Reiselust, und gleichzeitig offenbarte er mir seinen musikalischen Geschmack. Zu John Denvers Song „Leavin’ on a jetplane‟ begab er sich zum Flughaben und schaute mit gepacktem Koffer sehnsüchtig auf die startenden Flugzeuge.

Die Nostalgie setzte sich eine Woche später fort, und zwar mit einem Erinnerungsfoto aus dem Jahr 1969, das den Salzstreuer mit einem gewissen Bobby McGee bei strömendem Regen bei der Autobahnauffahrt nach Baton Rouge zeigt. Wer mehr dazu wissen will – Kris Kristofferson gibt gerne Auskunft.

Am 22. Februar begab sich der Salzstreuer dann in die Wiener Albertina, angelockt von der fulminanten „Faces‟-Ausstellung. Er war beeindruckt, was man auf seinem Dokumentarfoto deutlich erkennen kann. Aber auch da konte er eine musikalische Referenz nicht unterlassen – Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung‟ scheinen seine Assoziation gewesen zu sein.

Schon seit einiger Zeit, gestand mir mein Modell, beobachtete er mit großer Sorge die Entwicklung in den USA. Der Salzstreuer ist gegen alle Formen des Nationalismus und Rassismus. Daher machte er sich als Tramp (nicht Trump! das verbietet er sich!) auf den Weg zur Grenzmauer zu Mexiko, die es ja an einigen Stellen tatsächlich gibt.

Er wollte dabei an die leider fast unbekannten letzten drei Strophen von Woodie Guthries bekanntem Song „This Land is my land‟ erinnern:

As I went walking I saw a sign there,
And on the sign it said „No Trespassing.“
But on the other side it didn’t say nothing.
That side was made for you and me.

In the shadow of the steeple I saw my people,
By the relief office I seen my people;
As they stood there hungry, I stood there asking
Is this land made for you and me?

Nobody living can ever stop me,
As I go walking that freedom highway;
Nobody living can ever make me turn back
This land was made for you and me.

Soviel also zu dieser spannenden Challenge. Im nächsten Beitrag gibt’s ein „Making of‟ – da lasse ich mir fotografisch in die Karten schauen.

Das Sonntag-Rätsel-Foto 5

Das letzte Bilderrätsel war vielleicht dadurch etwas schwieriger zu lösen, weil es, wie angedeutet, einen spezifisch Wiener Charakter hatte. Tatsächlich handelte es sich um ein Detail der Notrufeinrichtungen der Wiener Linien. Hier die Gesamtansicht:

Dafür heute wieder ein „universell“ erkennbares Sujet – Schwierigkeitsstufe 1, würde ich sagen. Lösungsvorschläge bitte wieder in die Kommentare!

Das Sonntag-Rätsel-Foto 4

Diesmal haben wir einen Gewinner, der mit scharfem Auge das Rätsel gelöst hat. And the winner is: Daniel S., der den Tabletten-Blister richtig erkannt hat. Preis gibt es leider keinen, ich denke aber nach, ob ich nicht doch irgendeine Möglichkeit finde, besonders motivierte „Rätsler und Rätslerinnen“ zu belohnen.

Und jetzt gleich zum heutigen Rätsel. Leider sind Wienerinnen und Wiener diesmal ausnahmsweise im Vorteil – ich glaube aber, dass man das „Objekt der Begierde“ auch anderswo (er)kennt.

Das Sonntag-Rätsel-Foto 3

Mhhh. Foto 2 scheint doch irreführender gewesen zu sein als ich dachte. Gut, das mag natürlich an unterschiedlichen kulinarischen Vorlieben liegen. Es war jedenfalls nichts anderes als eine simple Knäckebrotscheibe (Geschmacksrichtung Roggen).

Heut gehe ich wieder einmal ins Detail: Was kann das wohl sein? Antworten wie immer in den Kommentaren erwünscht!

Das Sonntag-Rätsel-Foto 2

Oh je, das Foto von letzter Woche scheint doch einigermaßen schwierig zu „entschlüsseln“ gewesen sein. Hier die Antwort: Es handelt sich um Reste von Joghurt in einer grünen Keramikschüssel.

Daher diesen Sonntag etwas wirklich Simples… Antworten bitte in die Kommentare!

Alles klar?

Das Sonntags-Foto-Rätsel

Liebe Freundinnen und Freunde von complexityinaframe, heute starte ich einmal was Neues: Das Sonntags-Foto-Rätsel.

In Lockdownzeiten ist man ja sehr begrenzt, was die Outdoor-Fotografie betrifft. Also muss man schauen, was sich zu Hause, vor der (maskengeschützten) Nase, abspielt. Und da kann man manchmal schon was entdecken. Die Frage ist: Was?

Wer erkennt/errät, worum es sich handelt? Antworten in die Kommentare, bitte!

Seestadt-Impressionen

Die Seestadt in Wien ist eines der größten Stadtentwicklungsprojekte in Europa. Vor einigen Tagen habe ich mit einem Freund einen Fotospaziergang durch diese neue „Stadt in der Stadt“ gemacht.

In erster Linie wollte ich mein neuerworbenes Canon EF-S 10-18mm-Objektiv testen. Daher hier in loser Folge einige „Architekturfotos“. Mich würde interessieren, welche Stimmung ihr bei diesen Fotos empfindet.

Eine Gedenktafel in Wien

Am Zugang zum Zwischenkriegsgemeindebau am Friedrich Engels-Platz in Wien Brigittenau findet sich eine etwas vernachlässigte Gedenktafel, in der auch der Namensgeber des Hofs geehrt wird. Vor kurzem feierten wir den zweihundertsten Geburtstag von Friedrich Engels. Da wäre ein bisschen Restaurierung der Tafel wohl auch kein Fehler gewesen…