Video: John Morris über seine Autobiographie

Gestern habe ich hier den Nachruf auf den großen Fotoredakteur John G. Morris veröffentlicht, den Wegbegleiter des Fotojournalismus im 20. Jahrhundert. Hier ein kurzes Video, in dem Morris über sein Leben und, unter anderem,  seine Zusammenarbeit mit Robert Capa erzählt.

 

Das Foto, das ich nicht gemacht habe

Einmal ein Beitrag ganz ohne Foto

Sonntag Mittag, Wien, U2, eine der Stationen jenseits der Donau. Das Licht geht aus, alle Türen der Waggons öffnen sich, das Brummen der Motoren verstummt. Die meisten Fahrgäste warten geduldig auf eine Durchsage der Leitstelle, die jedoch nicht erfolgt.

Dann laufen Polizeibeamte am Bahnsteig in Richtung des ersten Wagens. Gleichzeitig ertönt die blecherne Stimme aus den Lautsprechern: “Wegen eines Polizeieinsatzes im Bereich der Station bla bla bla…”.

Da ich einen Termin einhalten möchte, verlasse ich die Station, um die nächste Straßenbahnhaltestelle zu suchen. Dann sehe ich den Grund für den Polizeieinsatz (mittlerweile sind auch mehrere Ambulanzen und Feuerwehreinsatzwägen vorgefahren): eine Frau balanciert auf der Brüstung der U-Bahn-Überführung, mehrere Meter über dem Betonboden unter ihr. Immer wieder bleibt sie stehen, spannt sich an, scheint zu überlegen, ob sie springen soll oder nicht.

Die Feuerwehrmänner beginnen zügig damit, unter der Überführung riesige selbstaufblasende Sprungmatten auszubreiten.

Ich habe wie immer meine Kamera dabei – diesmal die supergute superneue Canon EOS 760D. Was für ein Motiv. Aber ehe ich den Rucksack von der Schulter nehme, halte ich inne.

Was würde geschehen, wenn ich jetzt diese dramatische Szene fotografiere? Was würde dieses Bild aussagen? Was würde jemand, der nicht dabei war, aus diesem Bild “lernen”? Was hätte ich selbst von dieser Aufnahme? Würde ich dieses Bild irgendwann veröffentlichen? Im Netz, oder wo? Würde ich mich zum “Leserreporter” einer der Gratisblätter machen wollen?

Wer meine Videobeiträge auf diesem Blog kennt, weiß, wie ich immer schließe: “Nehmte eure Kamera mit, und denkt daran: Das schlechteste Foto ist das, das man man nicht macht”.

Ich lasse die Kamera im Rucksack. Ich mache kein Foto. Denn ein Foto dieser Szene würde all das verletzen, was ich unter “fotografischer Ethik” verstehe und all dem widersprechen, was ich mit meinen bescheidenen fotografischen Versuchen auf dem Gebiet der street photography erreichen will.

Es würde nichts tun, als die Würde dieser armen Frau zu verletzen, die dort oben steht und offenbar in ihrer Verzweiflung weder ein noch aus weiß. Denn dieses Foto würde nicht, rein gar nichts darüber aussagen, was einen Menschen zu so einer Handlung treibt. Es wäre der reine Voyeurismus, es wäre tatsächlich “das Leiden anderer betrachten”.

Ich werde vorsichtiger sein mit meinem Rat, die Kamera immer einsatzbereit zu haben. Wichtiger als zu wissen, wann man was fotografieren muss, ist vermutlich zu wissen, wann ein Foto falsch und vielleicht sogar verabscheuungswürdig ist.

Pixel, tödlich wie Kugeln / Charlotte Klonk über Bilder des Terrors

Die deutsche Kunsthistorikerin Charlotte Klonk nimmt sich in ihrem Buch “Terror – Wenn Bilder zu Waffen werden” eines brisanten Themas an: Der bildlichen Darstellung von Terror – den Aktionen, den Tätern, den Opfern, der Selbstinszenierung von Menschen, die Terror verbreiten, und deren Gegenspielern.

Spätestens seit dem 11. September 2001 wissen Medienkonsumenten weltweit, wie einprägsam Bilder des Terrors sind: ein Flugzeug, das sich in einer Anflugskurve dem noch nicht qualmenden WTC-Turm in New York nähert. Die brennenden, fallenden Twin-Towers. Das Bild der “Dust Lady” – einer geschockten

Dust Lady

jungen Frau, die komplett mit Staub bedeckt den Schauplatz des Anschlags verlässt und aussieht wie eine lebende Skulptur; der “Falling Man”, eines der umstrittensten Bilder, das einen der über hundert verzweifelten Menschen zeigt, der – aus welchem Grund auch immer – aus dem einstürzenden und brennenden Rest eines der Türme in die Tiefe springt. Dann das Bild der Feuerwehrleute, die am ground zero die amerikanische Fahne aufziehen – ein in’s 21. Jahrhundert transponierte Zitat des ikonischen Bildes von der Hissung der US-Fahne auf Iwojima.

Und – wie viele Bilder haben Sie vor Augen gehabt, als Sie diese Auflistung gelesen haben? Das ist der Fluch des “Zeitalters der Bilder” – bestimmte Abbildungen prägen sich in unser visuelles Gedächtnis ein, begleiten uns, auch wenn wir keinen “Bildtext” mehr damit assoziieren.

Christine Klonks Ansatz ist insofern bemerkenswert, als sie in der Einleitung begründet, warum sie den Begriff “Terrorismus” weitgehend meidet. Wer dem einen ein Terrorist ist, ist dem anderen ein Freiheitskämpfer, ein Guerilla, ein Soldat der gerechten Sache. Terror hingegen beschreibt ziemlich präzise einen Akt, der in der Bevölkerung Angst und Schrecken verbreiten soll. Sie scheut sich nicht darauf hinzuweisen, dass im Kampf gegen “Terroristen” Regierungen unterschiedlichster Art immer wieder Methoden einsetzen, die “selbst zumindest in die Nähe von Terrorhandlungen” kommen (S. 19).

Was den “modernen” Terror vom Terror, sagen wir, in der Antike, unterscheidet, ist seine bildliche Darstellung. Die Verbreitung von Angst ist im Zeitalter der “technischen Reproduzierbarkeit” der Bilder wesentlich einfacher und wirkungsvoller zu bewerkstelligen als in den Jahrhunderten davor.

Klonk beginnt ihre Studie mit dem Attentat auf Zar Alexander I. durch die bäuerlich-anarchistische Bewegung des “Volkswillens” im Jahr 1881. Es war die Zeit vor der großräumigen Verwendung von Fotos – Stiche und Zeichnungen in den Zeitungen brachten den Lesern das schaurige Ereignis in die Stube. Bestimmte Merkmale, die sich bei der Abbildung des Terrors bis heute erkennen lassen,

Scheinbare Authentizität durch blutige Details

tauchen hier schon auf: Die Darstellung des Anschlags selbst, zwischen eher nüchtern, bis hin zu scheinbar ultrarealistisch, mit Explosionsblitzen und zerfetzten Gliedmaßen; dann, in der nächsten Phase, die Darstellung des ermordeten Zaren – würdevoll aufgebahrt. Später dann – die Bilder der verhafteten “Zarenmörder” und ihre Hinrichtung.

Das Attentat auf Alexander I. war insofern eine Wende in der Geschichte des Terrors, als sich jenen, die diese Kampfmethode anwenden wollten, erstmals darüber bewusst wurden, wie schnell sich angsteinflößende Bilder weltweit verbreiteten. Es wurde verlockend, Terror nicht mehr zur Erreichung eines Zieles, sondern zur Generierung eines bestimmten Bildes einzusetzen.

Andererseits erkannten Regierungen, wie gut sich mit der Darstellung von ermittelnden Polizeieinheiten, Bergungsarbeiten nach Anschlägen, möglichst demütigenden Abbildungen von verhafteten “Terroristen” und gar deren Bestrafung bis hin zur Exekution das staatliche Gewaltmonopol zur Beruhigung der Bevölkerung wiederherstellen und legitimieren ließ.

Bilder vom Terror waren und sind aber immer zweischneidig: Sind sie für die eine Seite erschütternde Dokumente des Verbrechens und der Unmenschlichkeit, können sie für die andere Dokumente des Heldenmuts, der Aufopferung, des Sieges über den ein Feind sein.

Zurück zu 9/11 – das erste Fahndungsfoto, das die amerikanischen Behörden von Osama bin Laden veröffentlichten, war im Prinzip ein Flopp. Da lächelte ein gütiger arabischer Papa Schlumpf vom Steckbrief – der sollte hinter diesem Massaker stecken? Schon ein paar Tage später prangte genau dieses Foto auf zigtausenden T-Shirts in Asien und Afrika, Ausdruck der Bewunderung für den “Widerstandskämpfer”, der es den amerikanischen Imperialisten auf ihrem eigenen Territorium heimgezahlt hatte.

Oberschurke, aber eher undämonisch: Das erste Fahndungsfoto von bin Laden
ARCHIV: Ein Steckbrief von Osama Bin Laden auf den Seiten des FBI im Internet, informiert darueber, dass der Terrorist zu den zehn meist gesuchten Personen in den USA gehoert (Foto undatiert). Fast zehn Jahre nach den Anschlaegen auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington ist der Al-Kaida-Terrorist Osama in der Naehe der pakistanischen Hauptstadt Islamabad getoetet worden. Dies teilte der US-amerikanische Praesident Barack Obama am Sonntag (01.05.11) mit. (zu dapd-Text)
Foto: dapd/dapd

Erst im Dezember 2011 fanden die amerikanischen Medien eine adäquate Bildsprache im von George Bush proklamierten “Krieg gegen den Terror”. Ein unscharfes, kontrastarmes Profilbild bin Ladens, das seinen Bart deutlich hervortreten ließ und die bedrohliche Ausstrahlung à la expressionisischer Gruselbilder hatte.

Sehr spannend und erhellend sind Klonks Betrachtungen über die RAF, ihre Aktionen und die Bilder von und über ihre Aktionen.

Einen wichtige Stellenwert, aber keineswegs einen redundanten, räumt die Kunsthistorikerin den Gewalt- und Tötungsfotos und -Videos von Daesh ein. Hier konstatiert sie eine neue Qualität im Einsatz der Bilder als Waffe: Die Bilder dokumentieren nicht mehr die Gewalt, die Gewalt bis hin zum grausamen Morde wird praktiziert, um Bilder zu erzeugen.

Das letzte Kapitel, “Bildethik” beschäftigt sich mit dem Umgang mit Terrobildern. Einige Rezensenten (z. B. im SPIEGEL) kritisieren hier sachte, dass die Autorin keine befriedigenden Antworten anbietet. Ehe ich mich damit auseinandersetze, kurz zu Klonks Position. Sie mahnt – und das scheint mir wichtig zu sein – im Zeitalter der “sozialen Medien”, in denen durch Fotohandys mehr Kameras als jemals zuvor in Umlauf sind, auch von “Privatpersonen” ähnliche ethische Standards ein, wie sie für Berufsfotografen gelten.

Genau das aber ist die Krux der Sache, derentwegen kein verbindlicher Umgang mit Fotos vom Terror angeraten werden kann. Klonks Warnung, dem Terror nicht in die Hände zu spielen, indem man seine Selbstinszenierung, bewusst oder unbewusst, verbreitet, ist sicher gerechtfertigt. Rigide Forderungen nach Veröffentlichungsverboten für bestimmte Bilder treten aber nicht nur zu kurz, sie sind ein Einfallstor für Zensur und staatliche Medienkontrolle. Klonk erhebt diese Forderungen nicht, sie bietet aber jedem, der über ein visuelles Aufnahmegerät verfügt, reichlich Stoff zur (Selbst)Reflektion. Das macht ihr sehr flüssig geschriebenes Buch zu einer Lektüre für Stunden, in denen man sich die Zeit nimmt, über seine eigene Reaktion auf “Bilder des Terrors” nachzudenken.

Charlotte Klonk

Terror

Wenn Bilder zu Waffen werden

S.Fischer, 313 Seiten, 25,70

Ausstellungsbericht: PREVIEW FOTO-AUKTION, 29. Mai bis 9. Juni 2017 im WestLicht

Es gehört schon fast zu den Traditionen dieses immer noch recht jungen Blogs, dass ich über die Ausstellungen in der WestLicht-Galerie vor den Fotoauktionen berichte.

Immerhin kann man immer unglaublich spannende und vielfältige Werke von Spitzenfotografinnen und -fotografen sehen. Und das gratis, bitte sehr! Auf diesen Aspekt möchte ich ganz besonders hinweisen. WestLicht tut sehr viel, um die Beschäftigung mit Fotografie zu fördern und ein tieferes Verständnis für dieses Medium zu wecken. Vor allem für ein junges Publikum können die zwar verständlich kalkulierten, mitunter aber doch spürbaren Eintrittspreise zu Ausstellungen eine Hemmschwelle bedeuten. Umso mehr freut mich also dieser „demokratische“ Zugang.

Auch wenn es wie namedropping wirkt – aber man sieht bis 9. Juni Werke von Cartier-Bresson, Atget, Morath, Capa, Salas, Burri, Haas, Klein, Halsman, Araki, Evans und vielen anderen. Wie immer gibt es einen ausgezeichneten Katalog, der um 25,– EUR zu haben ist und in keiner Bibliothek mit Fotobüchern fehlen sollte. Neben den Abbildungen der ausgestellten Fotografien finden sich eingestreut kurze essayistische Hintergrundtexte zu einzelnen Bildern oder deren Schöpfern.

Kann man bei so viel geballter Qualität irgend etwas besonders herausgreifen? Natürlich, behaupte ich, man kann und soll, auch wenn das, was einem beim ersten Besuch besonders angesprochen hat, vielleicht bei einem weiteren Besuch durch ein anderes Werk abgelöst wird. Denn Fotografien wirken ja nicht losgelöst von Raum und Zeit auf uns, es sind unsere eigenen Stimmungen, Empfindungen, intellektuellen Zugänge, die uns Bilder von Fall zu Fall anders sehen lassen.

Meine persönlichen Favourites waren diesmal die Fotos von Alfred Eisenstaedt (1898 – 1995), dem großen Fotoreporter und Schöpfer zahlreicher ikonische Aufnahmen (ich denke etwa an den berühmten „Kuss auf dem Times Square„). Sein Bild vom „Drum Major„, dass der LIFE-Bilddirektor Friend  „Ode an die Freude“ nannte, ebenso wie das Foto von den Mädchen des Corps de Ballet der Pariser Oper während einer Probenpause strahlen so viel Humor, Wärme und Empathie aus, dass man die Menschen auf den Fotografen wie freundliche Zeitgenossen sehen und sich ihnen ganz nah fühlen kann.

Galerie Westlicht
Westbahnstraße 40
1070 Wien
Historische, klassische und zeitgenössische Fotografie
Nobuyoshi Araki, Ilse Bing, Bruce Davidson, Walker Evans, William Klein, Irving Penn und viele mehr.
29. Mai bis 9. Juni 2017 im WestLicht
täglich 14 – 18 Uhr
und nach telefonischer Vereinbarung unter +43 (0)1 522 66 36 60
Eintritt frei

Video: Ein Porträt von Stanley Greene

Mit Stanley Greene ist ein wirklich bemerkenswerter „Kriegsfotograf“ von uns gegangen. Hier eine kurze Videodokumentation – eigentlich ein mit Fotos unterlegtes Interview -über ihn und seine Motivation, die „dunklen Seiten“ der Gegenwart zu dokumentieren.

Achtung: Das Video enthält teilweise sehr schockierende Aufnahmen!

 

Nachruf: Stanley Greene (1949 – 2017)

Am 19. Mai 2017 starb in Paris der amerikanische Fotograf Stanley Greene im 68. Lebensjahr.

In Brooklyn in einer Schauspielerfamilie geboren, gab es schon früh prägende politische Erfahrungen: sein gewerkschaftlich aktiver Vater war einer der ersten afroamerikanischen Gewerkschafter, der in der Screen Actors Guild in eine Funktionärsposition gewählt wurde. In den 50er Jahren geriet der Vater in die Mühlen der Hexenjagd gegen Kommunisten und konnte nur noch kleine Nebenrollen annehmen, bei denen sein Name nicht genannt wurde.

Mit elf Jahren erhielt Stanley von den Eltern die erste Kamera geschenkt. Der künstlerisch talentierte Jugendliche begann als Maler und nutze die Kamera zur Dokumentation seiner Arbeiten. Zugleich war er in der Bewegung gegen den Vietnamkrieg aktiv und schloss sich der Black Panther Party an.

1971 bot ihm ein Freund, der Fotograf W. Eugene Smith, in seinem Foto künstlerischen Unterschlupf und ermutigte ihn, an der School of Visual Arts in New York und am San Francisco Art Institute Fotografie zu studieren.

Er arbeitete für Zeitschriften, machte Eventfotografie, ging nach Europa und arbeitete unter anderem als Modefotograf in Paris. In diesen Jahren entstand der Dokumentarfilm “The Western Front” über die Punk-Szene in San Francisco in den 70er und 80er Jahren.
Das war die wilde Zeit in seinem Leben, die ihn bis in die Heroinsucht führte. Der AIDS-Tod eines guten Freundes brachte ihn von den Drogen weg, und er arbeitete ernsthaft an seiner Karriere als Fotograf.

Im November 1989 gelang ihm mit seinem Foto „Kisses to All, Berlin Wall“ ein ikonisches Bild vom Fall der Berliner Mauer.

stanley-greene-kisses-to-all,-berlin,-1989

Damit begann eine außergewöhnliche Karriere als Pressefotograf, die Greene an die gefährlichsten Brennpunkte der Weltpolitik führte  Er arbeitete für die Agentur VU mit Sitz in Paris, Zeitungen und Magazine wie Liberation, Le Monde, Paris Match, New York Times Magazine veröffentlichten seine Bilder. 1993 war er beim Putsch in Russland im Weißen Haus in Moskau und wäre dort fast erschossen worden; er berichtete aus den krisengeschüttelten Nachfolgestaaten der Sowjetunion; er fotografiere die Kriege am Balkan, im Irak, Somalia, Kaschmir, Libanon. Zu seinen aufrüttelndsten Reportagen gehören jene über den Völkermord in Ruanda  1994 und die über die Folgen des Hurricane Katrina  2005.

Am bekanntesten wurde er durch seine Fotos aus Tschetschenien. 2004 erschienen die markantesten seiner Kriegsfotos aus dieser Region unter dem Titel “Open Wound” auch als Buch. Greene wurde mehrfach mit dem World Press Photo Award ausgezeichnet.

2007 dürfte sich Greene nach eigenen Angaben im Tschad mit Hepatitis C infiziert haben.

Nach einer langwierigen Behandlung folgte eine Reportage über Drogenmissbrauch und die Folgen aus Afghanistan. 2012 begann er ein Projekt über e-waste (Elektronikabfall, der in den ärmsten Ländern der Welt abgeladen wird). Er war Mitgründer der von Amsterdam aus operierenden Bildagentur NOOR.

Am 19. Mai verlor der 68-jährige in Paris den Kampf gegen den Leberkrebs, der vermutlich eine Folge der Erkrankung in Afrika war.

Videosonntag: 7 Tipps für gute Reportagefotos

Damir Sagolj, geboren 1971 in Sarajewo, begann nach seiner Schulzeit Architektur zu studieren, folgte dann aber seinem Vater nach Moskau, wo dieser als Korrespondent für die führende bosnische Zeitung Oslobodjenje arbeitete.

1992 – 95 diente er in der bosnischen Armee und begann zu fotografieren. Ab 1995 arbeitete er für die in Paris beheimatete Agentur Sipa. Er berichtete von Kriegsschauplätzen am Balkan, im Nahen Osten und im Irak. Außerdem ist er als Sportfotograf weltweit gefragt. Hier sieben Tipps für guten Fotojournalismus – auch für Amateure durchaus lehrreich!

 

Videosonntag: Impressionen von der Paris Photo 2016

Im November findet in Paris die diesjährige Messe Paris Photo statt – ein wichtiger Treffpunkt für Fotografinnen und Fotografen, Verlage, Fotozeitschriften, Druckereien (und auch Hersteller von Kamerasystemen). Schwerpunkt ist in Paris aber weniger der technische, sondern mehr der künstlerische Bereich. Zur „Halbzeit“ zwischen den Ausstellungen ein kleiner Rückblick auf Paris Photo 2016.

Videosonntag: Robert Frank, The Americans

Robert Frank, geboren 1924 in Zürich, absolvierte in der Schweiz eine solide Berufsausbildung zum Fotografen. 1947 reiste er zum ersten Mal nach New York.

1959 erschien sein Fotobuch „The Americans“, das bis heute beeindruckend geblieben ist. Warum, erklärt das folgende Video.