Norbert Gerwald, der Sangesbruder

Ihr erinnert euch sicher an meine Winkekatze Norbert Gerwald. Zwar wurde es eine Zeitlang ruhig um NG, aber jetzt ist er in alter Frische zurückgekehr.

Und musste sich gleich gehörig echauffieren, weil ein (offenbar mit ihm bekannter jungen Mann) Schwierigkeiten bei der Karriere hat, bloß, weil sein Arm immer wieder nach oben schnellt. Beim Singen von Fußballliedern, wohlgemerkt, sonst natürlich nicht.  „Wo das doch beim Sport ein alter Brauch ist“, zeigt sich Norbert betrübt.

Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob das wirklich ein besonders gutes Argument ist. Auch sein  Beweisfoto für diese These überzeugt mich nicht wirklich.  Manchmal kommt er mir ein bisschen kontrafaktisch vor. Liegt vielleicht an den Chemtrails …

Videosonntag: Drei Tipps, um mit Fotos berühmt zu werden

Wer träumt nicht davon, in der Welt der Fotografie Furore zu machen? Die junge amerikanische Fotografin Jessica Kobeissi (sie hat’s schon geschafft!) geizt nicht mit Ratschlägen – hier ihre drei todsicheren Tipps, mit denen man im Internet Karriere macht. Have fun ;-)!

Selfie -why? Kial fota memportreto?

selfie
Selfy-Fotografin vor der Albertina, Wien

Selfies sind doch irgendwie peinlich, nicht? Man baut sich irgendwo auf, tunlichst vor einer Sehenswürdigkeit, allein oder mit Freundinnen und Freunden, steckt die Köpfe zusammen oder schaut alleine möglichst fröhlich – und Sekunden später weiß die Welt auf Facebook oder Instagram: „XY was there!“.

Bemerkenswert, dass auch Menschen, die das eine oder andere Selfie geschossen haben, Selfies von anderen als narzisstisch, eitel, aufdringlich, gar „prollig“ finden – das eigene Selbstporträt aber wird als (selbst)ironisch, verfremdet, spaßig wahrgenommen.

Tatsächlich spiegeln Selfies nichts anderes wider, als den massenhaften Zu- und Umgang von Menschen zu fotografischen Gerätschaften – meistens Smartphones. Das „Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Uploadbarkeit“ geht seltsame Wege.

Wieviel tradierte „künstlerische“ Hochnäsigkeit steckt eigentlich hinter der leichten Abschätzigkeit gegenüber Selfies? Ist das nicht ein bisschen die Ratlosigkeit davor, dass sich Menschen völlig hemmungslos einer Technik bedienen können, die einstens ein Privileg einer besser gestellten sozialen Schicht war?

Wir finden das Selfie befremdlich, irgendwie exhibitionistisch – und zahlen dafür, dass unsere Kinder Jahr für Jahr in der Schule in dieser bekannten zwanghaft disziplinierten Anordnung für ein Klassenfoto posieren.

Die Saatchi-Gallery in London zeigt momentan in Zusammenarbeit mit Huawei eine Ausstellung „From Selfie to Selfexpression„, die zugleich Teil eines internationalen offenen Selfy-Fotowettbewerbs ist.

Die ausgestellten Fotos und die Aufnahmen, die man auf der Website sieht, sind bemerkenswert. Sie können uns einen Spiegel vorhalten und zum Nachdenken anregen, ob diese häufig belächelte Form der Selbstdarstellung nicht ein sehr interessanter Nebenpfad (oder doch ein Prachtboulevard?) der Demokratisierung der Fotografie im digitalen Zeitalter ist.


Das Beitragsbild unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Bildquelle: https://www.flickr.com/photos/steveod2007/16988276556

Heute: Gelati, Gelati! Demnächst: frische Quellen!

Der Sommer schreit nach sommerlichen Fotos. New Yorker haben es gut: sie können in der Galerie Robert Mann eine höchst erfrischende Ausstellung sehen: I scream, you scream. Ja, das ist ein Wortspiel. Icecream wird zu I scream, ich schreie. Und zwar nach Fotos wie denen bei Robert Mann.

Abgesehen von den originellen Bildern, die man auf der Homepage der Galerie in Ruhe betrachten kann, hat man die Möglichkeit eines virtuellen Rundgangs durch die Ausstellungsräume.

Wer also sein digitales Equipment nicht den Händen amerikanischer Einwanderungsbeamter anvertrauen will, sondern lieber von zu Hause aus die Welt erkundet, sollte sich die Homepage der New Yorker Galerie nicht entgehen lassen.

Bei dieser Gelegenheit übrigens gleich eine kleine Ankündigung für einen der nächsten Beiträge: auf diese Ausstellung wurde ich durch die Website L’oeil de la photographie aufmerksam. Ich möchte demnächst einen Artikel veröffentlichen, in dem ich eine Reihe von Websites und Zeitschriften vorstellen werde, die ich als Informatiosquellen benutze. Ich halte wenig davon, wenn man als Blogger den grossen Allwissenden spielt und verbissen die Quellen seiner Weisheit verbirgt. Recherchieren im Netz ist langwierig, man kann es zum Glück optimieren!