Eine spannende Ausstellung im Wiener Ringturm: Fundamente der Demokratie

Zum 20-jährigen Jubiläum der Ausstellungsreihe „Architektur im Ringturm“ wird dort ein weiteres Jubiläum zelebriert: 100 Jahre Republik.

„Fundamente der Demokratie“ ist ein programmatischer Einspruch – und er wird in dieser Schau fulminant eingelöst. Architektur als Spiegelbild des gesellschaftlichen und politischen Wandels; eine Idee, die seit den 20er Jahren von demokratisch und innovativ gesinnten Architekten und Bauherren (Stichwort: Baupolitik im „Roten Wien“) in bis heute wegweisende Bauwerke umgesetzt wurde. „Eine spannende Ausstellung im Wiener Ringturm: Fundamente der Demokratie“ weiterlesen

Da fällt ein Haus … (2) Heute: Flossgasse 14, 1020, Wien Leopoldstadt

Im 2. Wiener Gemeindebezirk wurde mit Brachialgewalt ein Bauwerk des Architekten Oskar Marmorek (1863-1909) abgerissen. Zumindest begannen die Abreissarbeiten, die nach einer Polizeiintervention auf Grund von Anrainerbeschwerden eingestellt wurden.

Das 1907 errichtete Bauwerk beherbergte früher eine Mikwe, ein rituelles jüdisches Tauchbad.

Demolierter Marmorek-Bau in der Flossgasse 14
Flossgasse 14

Vorstellungsvorschau: Photo/Politics/Austria

Im Wiener Museum moderner Kunst Mumok gibt es zur Zeit eine Ausstellung an der Schnittstelle zwischen allgemeiner Geschichte und Mediengeschichte: Phiti/Politics/Austria.

Auf der Homepage des mumok findet sich eine kurze Darstellung des Projekts und ein Videointerview mit einer der Kuratorinnen, Einen ausführlichen Bericht wird es geben, nachdem ich die Ausstellung besucht haben werde!

https://www.mumok.at/de/node/30968

 

Da fällt ein Haus, da steht ein Kran, und ewig droht der Baggerzahn

Seit 1. Juli 2018 ist es in Wien schwieriger geworden, Häuser, die vor dem 1. Jänner 1945 errichtet wurden, abzureissen. Außer in den wenigen (meist im Stadtzentrum gelegenen) Schutzzonen genügte bis dahin eine rechtzeitige Meldung der geplanten “Bauvorhaben” (besser: “Zerstörungsvorhaben”) beim Magistrat, und schon trat die Abrissbirne in Aktion.

Abrisshaus: Radetzkystraße 6, in dem Haus wohnen noch 25 Mieter

Nun hat die MA 19 (Stadtbildpflege) durch eine Änderung der Wiener Bauordnung für zahlreiche Abrissprojekte den Stecker gezogen. Sind von einem vor 1945 errichteten Gebäude mehr als 50 % erhalten, will die MA 19 in der Regel keine Lizenz zum Demolieren erteilen. „Da fällt ein Haus, da steht ein Kran, und ewig droht der Baggerzahn“ weiterlesen

David Goldblatt (1930-2018)

David Goldblatt wurde 1930 in Südafrika als Sohn jüdischer Einwanderer geboren. Schon in seiner Schulzeit begann er sich für Fotografie zu interessieren. Sein Berufsziel – Fotoreporter – war allerdings in Südafrika damals noch so gut wie unbekannt. Daher arbeitete und leitete er später das väterliche Herrenmodengeschäft, das er 1962 verkaufte und ein Fotostudio eröffnete – ein recht riskanter Sprung ins Ungewisse.

Neben Werbefotografie als „Brotberuf“ begann Goldblatt, das Leben der „Coloureds“ und „Schwarzen“ zu dokumentieren. Bahnbrechend war seine Reportage über das Leben der (schwarzen) Bergarbeiter „On the mines“. Berührend war sein Projekt, die Busrouten zu dokumentieren, welche die Ärmsten benutzen mussten, um ihren armseligen Lebensunterhalt zu verdienen.

Mit seinen Fotos lieferte er zu Zeiten, als das Apartheid-Regime in den USA und in Westeuropa bei den Regierenden noch hoch in Kurs stand, klare und analytische Studien über die Wirklichkeit des rassistischen Alltags in seiner Heimat.