Dragan Novakovics London

Passend zur Kurzinformation über die beginnende „Photo London“ hier der Link zu den London-Fotos des aus dem damaligen Jugoslawien stammenden Dragan Novakovic.

Heute lebt er als pensionierter Übersetzer in Belgrad. Als er in den 60er Jahren zum ersten Mal in die englische Hauptstadt kam (sein Studium hatte er sausen lassen) war er von der Lebendigkeit der Stadt, den vielfältigen kulturellen Angeboten und den Menschentypen begeistert. Einige der damals, in seiner „Anfängerzeit“ entstandenen Fotos, sieht man auf seiner Homepage:

http://dragannovakovicphotography.com/

Zu fotografieren begonnen hat er als Jugendlicher. In den achteinhalb Jahren in London gründete er eine Familie und arbeitete in diversen Gelegenheitsjobs – keiner hatte mit Fotografie zu tun. Fotografieren war für ihn immer ein Hobby, erklärt Novakovic. In seinen Londoner Jahren hat er rund 3.000 Aufnahmen gemacht. Als er 2012 begann, die Bilder einzuscannen, entstand der Plan, ein Buch zu machen und die Bilder gegebenenfalls auszustellen.

Wünschenswert wäre es …

Sarah Blesener: „Wie ein Patriot gemacht wird“

Sarah Blesener (c) Sarah Blesener

Die AnastasiaPhoto-Galerie in New York hat sich auf Fotoausstellungen spezialisiert, die sich mit sozialen und Umweltthemen beschäftigen. Zur Zeit ist dort eine Ausstellung von Sarah Blesener mit dem Titel “The Making of a Patriot” zu sehen.

Die in Minnesota geborene Fotografin ist jetzt in New York zu Hause. Schon während ihrer Studienzeit arbeitete sie als Fotografin für die Organisation “Healing Haiti” und fotografierte die Ereignisse rund um das Erdbeben auf der Insel im Jahr 2010. Ab 2012 studierte sie an der Bookvar Russian Academy in Minneapolis und lernte Russisch.

Das erleichterte die Arbeit an zwei komplementären Projekten: die Dokumentation der “patriotischen Erziehung” von Kindern und Jugendlichen in Russland und in den USA.

Mehr als 400.000 Kinder und Jugendliche ab acht Jahren werden jährlich in den USA in sogenannten patriotischen Camps, die häufig paramilitärisch organisiert sind, damit vertraut gemacht, was „echte“ Amerikaner ausmacht. Eine wesentliche Trägerorganisation dieses Programms ist das Junior Reserve Officers‘ Training Corps, eine Institution der amerikanischen Streitkräfte.

Sarah Blesener hat quer durch die Vereinigten Staaten Camps dieser “patriotischen Ertüchtigung” besucht und den Alltag und die Reaktionen der Kinder und Jugendlichen festgehalten. Es sind erstaunliche und erschreckende Einblicke in einer militarisierte Kindheit, die in aller Öffentlichkeit beworben und von Mainstream-Medien beifällig akklamiert wird.

Auf der Homepage der AnastasiaFoto-Galerie finden sich aussagekräftige Beispiele für die sozialdokumentarischen Arbeiten von Sarah Blesener.

Anastasia Photo specializes in Documentary Photography and Photojournalism. The gallery also serves as a center for discussion and portfolio review.

Quelle: Anastasia Photo | NYC Photography Gallery

Baobab – eine außergewöhnliche Fotoausstellung im Naturhistorischen Museum Wien

Pascal Maitre ist einer der wichtigsten Fotografen, wenn es um Afrika geht – seine Menschen, seine Probleme, seine Natur.  Für Magazine wie GEO, Stern,  Paris Match und National Geographic hat er unter anderem über den von der Weltöffentlichkeit weitgehend ignorierten Bürgerkrieg in Sierra Leone berichtet. In der (österreichischen) Edition Lammerhuber erschien 2012 sein Bildband „Amazing Africa“, der tiefe Einblicke in das Leben des Kontinents gewährt.

Pascal Maitre (Mitte)

Pascal Maitre hat sich immer wieder mit den Baobabs, den „Affenbrotbäumen“, auseinandergesetzt – jenen majestätischen 1.800 Jahre alten Bäumen, die bis zu 35 Meter in den Himmel ragen und den Anschein erwecken, als wären es ihre Wurzeln, die das Firmament berühren wollten.
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Videosonntag: Legendäre Fotografen Südafrikas

Heute lade ich euch zu einem „echten“ Videoabend ein.  52 Minuten dauert die arte-Dokumentation über zehn südafrikanische Fotografen, die „ihr“ Land von der Apartheid bis heute mit der Kamera begleitet haben. Und, damit die Freude daran erhalten bleibt: Alles auf Deutsch!!! 🙂

Ein dunkles Kapitel der amerikanischen Zeitgeschichte im International Center of Photography in New York

„Dann kamen sie, um mich zu holen: die Inhaftierung von japanischen Amerikanern während des Zweiten Weltkriegs“ („Then They Came for Me: Incarceration of Japanese Americans during World War II“) im International Center of Photography untersucht eine dunkle Episode der US-Geschichte:  im Namen der „nationalen Sicherheit“ wurden nach dem Angriff der japanischen Luftwaffe auf den US-Flottenstützpunkt Pearl Harbor am 7. Dezember 1941  120.000 rechtmäßige Bürger der Vereinigten Staaten ohne richterliche Verurteilung oder Rücksicht auf verfassungsmäßige Bestimmungen eingekerkert und/oder zwangsumgesiedelt, bloß, weil sie japanischer Abstammung waren.

Korporal Jimmy Shohara (US-Army), dessen Eltern im Internierungslager Manzanara festgehalten wurden. Die Brustspangen wurden für ausgezeichnetes Verhalten und besondere Leistungen im Pistolenschießen verliehen. Foto: Ansel Adams

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Videosonntag: Der erstaunliche Joel Meyerowitz

Joel Meyerowitz (geboren 1938 in der New Yorker Bronx) hat die Streetphotography auf eine ganz spezielle Weise revolutioniert. Er war der Erste, der ein Genre, das man immer nur „monochrom“ gedacht hatte, „kolorierte“.  Mit anderen Worten – er hat dem Farbfoto zu seinem (künstlerischen) Recht verholfen.

Im Laurence King Verlag ist nun eine große Meyerowitz-Biographie von Colin Westerbeck erschienen: „Where I find myself“. Das prächtige Werk ist zum Preis von 54,– im Buchhandel (daher auch in unserem Literaturbuffet) erhältlich.

Im folgenden ein kurzer Beitrag von BBC über eine Meyerowitz-Ausstellung in London im vergangenen Jahr. Enjoy!

Ein Bild, das Geschichte machte, aufgenommen am 1. Februar 1968

Es ist der 1. Februar 1968, Saigon. Seit zwei Tagen wird auch in der Hauptstadt Südvietnams gekämpft. Einheiten der FLN (Nationale Befreiungsfront aka Vietcong) haben mit der Tet-Offensive zum Sturm auf das mit den USA verbündete Regime des Präsidenten Nguyễn Văn Thiệu angesetzt.

Eddie Adams, Fotograf für Associated Press, ist gemeinsam mit dem NBC-Kameramann Vo Su unterwegs in den Stadtteil Cholon, wo heftig gekämpft wurde. Als die beiden Reporter ankommen, haben südvietnamesische Truppen offenbar die Kontrolle über den Stadtteil errungen. Am Ende einer Straße sehen sie eine Gruppe Soldaten die einen Mann eskortieren – er ist barfuß, trägt Shorts und ein kariertes Hemd, die Hände scheinen am Rücken gefesselt zu sein. Eddie Adams sagt später: „Wenn man als Fotograf einen Gefangenen sieht, schaut man, dass man ihn solange begleitet, bis er weggebracht wird. Ein Gefangener ist ein Foto„. 

Eddie Adams, 1969

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Videosonntag: Arbeiter in einer Goldmine in Zentralafrika

Achtung: Die Sprache dieses Videos ist französisch, ohne Übersetzung!

Kurze Hintergrundinfomation: Das französische Fotomagazin POLKA hat eine Rubrik unter dem Titel: „Jedes Foto hat seine Geschichte“. Dazu gibt es auf dem Youtube-Kanal des Magazins auch eine extrem interessante Videoserie.

Ich habe den Beitrag von William Daniels aus dem April vorigen Jahres (2017) sehr beeindruckend gefunden. Die Zusammenfassung des von ihm selbst gesprochenen Textes liefere ich hier nach, wenn jemand mehr oder gar exakt übersetzen will, ist er/sie herzlich dazu eingeladen:

Daniels besuchte diese größte Goldmine Zentralfrikas, die unter der Kontrolle eines Kriegsherren steht und dokumentierte das Leben der Arbeiter, die ohne Lohn Gold abbauen. Finden sie eine Ader, bekommen sie ein bisschen was vom Goldfund davon zugeteilt, kaufen sich dann meistens neue Stiefel, feiern zweitägige Feste mit Prostituierten, essen und trinken – und dann geht es zurück auf den Berg.

Die Arbeit ist extrem gefährlich, immer wieder kommt es zu Bergrutschen, kurz bevor Daniels seine Reportage machte, starben 27 Bergleute bei einem wetterbedingten Unfall.