Videosonntag: Ethik im Fotojournalismus

In meinem Bericht über die World-Press-Photo-Ausstellung in Wien habe ich ja nebenbei ein paar Fragen bezüglich der Ethik im Fotojournalismus angeschnitten. Es gibt zu diesem Thema ein überaus spannendes Internet-Projekt – „Like a coat of rain“ – , auf das ich euch hinweisen möchte. Dort gibt es auch das folgende kurze Interview mit dem Doyen der deutschen Kunstkritik Klaus Honnef (geb. 1939, Mitarbeit unter anderem an EIKON und Photonews):

Ausstellungsbericht: World Press Photos 2017, in der Galerie Westlicht, Wien

Die diesjährigen World Press Photo Awards (WPP) standen im Zeichen besonders heftiger Kontroversen. Nicht nur das “Siegerfoto” Burhan Ozbilicis, das den islamistischen Attentäter Mevlüt Mert Altintas in den Augenblicken nach der Ermordung des russischen Botschafters in Ankara, Andrej Karlow,  zeigt, auch das langfristige Projekt des iranischen Fotografen Hossein Fatemi “Eine iranische Reise”  gab Anlass zu substanzieller Kritik. Das äußerte sich unter anderem darin, dass sich eine öffentliche Debatte darüber entwickelte, ob die Preisvergabe an Fatemi mit den Regeln des World Press Photo Bewerbs kompatibel war. Mehr darüber weiter unten. „Ausstellungsbericht: World Press Photos 2017, in der Galerie Westlicht, Wien“ weiterlesen

Videosonntag: World Press Photo 2017 – ab 15. September in Wien

Ab 15. September 2017 ist in der Wiener Galerie Westlicht die schon traditionelle Ausstellung der World Press Photo-Gewinner 2017 zu sehen.  Ich zitiere aus der Ankündigung auf der Westlicht-Seite:

Mit der Wahl der Aufnahme des türkischen Associated Press Fotografen Burhan Ozbilici zum World Press Photo des Jahres traf die Jury heuer eine besonders kontrovers und hitzig diskutierte Entscheidung. Das Bild vom 19. Dezember 2016 zeigt die Ermordung des russischen Botschafters in der Türkei, Andrey Karlov, durch den 22-jährigen Polizeibeamten Mevlüt Mert Altıntaş bei der Eröffnung einer Fotoausstellung in Ankara.
„Es war eine äußerst schwierige Entscheidung, aber schließlich war die Mehrheit der Auswahlkommission von der Explosivität des Bildes überzeugt“, so Jury-Mitglied Mary F. Calvert. „Es bringt den derzeit verbreiteten Hass auf den Punkt und jedes Mal, wenn das Foto auf unseren Bildschirmen auftauchte, wichen wir unwillkürlich ein Stück zurück, weil es eine solche Sprengkraft besitzt. Wir hatten den Eindruck, dass dieses Bild wirklich verkörpert, worum es beim World Press Photo des Jahres geht“.

Hier eine kleine Vorschau – ein Blogbeitrag zur Ausstellung, der sich vor allem mit der Kontroverse um das Siegerbild beschäftigt, folgt nach der Eröffnung.

 

Absolut sehenswert: Die Ausstellung „Von Innen – nach Außen | Die Bilderbrücke“ in Wien

Zahlreiche Menschen sind in der Türkei seit Jahren in politischer Gefangenschaft. Im März 2016 waren rund 187.000 Personen in Haft, wobei sich nicht klar sagen lässt, wieviele davon wegen politischer oder gewerkschaftlicher Aktivitäten oder wegen ihrem Eintreten für die Rechte des kurdischen Volkes verhaftet wurden.
Um die Gedanken und Gefühle dieser Menschen an die Öffentlichkeit zu bringen und der Außenwelt von den menschenunwürdigen Bedingungen im Gefängnis zu berichten, gründete der bekannte türkische Schriftsteller Adil Okay die Organisation „GÖRÜLMÜSTÜR“, zu Deutsch „Sichtbar werden“.

Adil Okay bei der Eröffnung

Adil Okay selbst wurde in den 70er Jahren aufgrund seiner politischen Aktivitäten verhaftet. Nach seiner Flucht, aus dem Gefängnis floh er zunächst nach Palästina und weiter nach Frankreich. Von dort aus suchte er Kontakt zu Menschenrechtsorganisationen und politischen Verbänden in Mersien (Türkei).

Über deren Netzwerke konnte Okay Kontakt mit politischen Gefangenen in der Türkei aufnehmen.

Okay fasste die Briefe und Texte der Insassen zu einem Buch zusammen und machte sie in Ausstellungen der Öffentlichkeit zugänglich.

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