Augen auf: Online im M Magazine blättern

M – The Magazine for Leica M Photography – ist meiner Meinung nach einer der interessantesten Fotozeitschriften.  Um einen banalen Werbespruch abzuwandeln: Man muss keine Leica haben, um Leica zu mögen.

Die qualitativ hochwertige Zeitschrift (in Wien in den Leica Shops erhältlich) kostet in der Printausgabe 14,– EUR, was für Umfang und Themenauswahl erstaunlich günstig ist.

Wer sich lieber [gratis] einen Einblick in die aktuellen und älteren Ausgaben verschaffen will, kann folgendem Link folgen:

M – The Magazine for Leica M Photography

Buchtipp: Einfach gut fotografieren

Im h.f.ullman-Verlag ist die deutsche Ausgabe von The unforgettable Photograph von George Lange und Scott Mowbray erschienen.

George Lange absolvierte die Rhode Island Scholl of Design und war unter anderem Mitarbeiter von Annie Leibovitz und Duabe Michals. Koautor Mowbray ist herausgeber des Magazins Cooking Light und Amateurphotograph.

Der Untertitel des Buches ist vielversprechend: 228 Ideen und Tricks für die besten Fotos deines Lebens. Das Buch kostet übrigens in Österreich 15,40 EUR.

Na das kann schon was sein, bei dem Preis„, höre ich in Gedanken irgendeine nörglerische Stimme. Und ich antworte: „Ja, das kann nicht nur was sein, das ist etwas“. Was mir an diesem hübsch gemachten Buch gefällt (außer einer erstaunlichen Zahl an Druckfehlern, die aber nicht sinnentstellend sind – ist doch auch schon was, oder?) ist der unerhört entspannte Zugang. Hier werden keine „Minimalanforderungen“ an das Material vorangestellt, Lange betont, dass man die vorgestellten Ideen sowohl mit einer Profi-Spiegelreflexkamera wie mit einer Handycam umsetzen kann. 

Ihm geht es um den Spaß am Fotografieren – manche Kapitelüberschriften sind überraschend: „Der Moment ist wichtig – nicht das Motiv„etwa. Folgt man aber den Überlegungen des Autors, wird der Sinn verständlich:

Den Moment, der dir ein unvergessliches Foto beschert, kannst du nicht beeinflussen. Du kannst nicht einmal wirklich beurteilen, was du siehst, wenn sich die Blende fü ein paar Millisekunden öffnet. Oft hast du keinen blassen Schimmer, welches jetzt tatsächlich das beste Bild ist, bist du dir die Serie von Aufnahmen ansiehst.

Dementsprechend illustrieren die Fotos jeweils eine Grundidee: „authentisch bleiben“, „Intimität einfangen“, „Licht wahrnehmen“, und so weiter. Bei jedem Bild gibt es für technisch Interessierte Erklärung der Bilddaten Verschlusszeit, Blende, ISO-Wert und Brennweite. 

Ermutigend: Lange zeigt Fotos von Menschen und Situationen, die tatsächlich „reproduzierbar“ sind. Fotos von Familienangehörigen und Freunden, Szenen aus dem Alltag. Auch ohne (semi)professionelle Models lässt sich’s gut fotografieren, Grundüberlegungen zu Komposition und Bildgestaltung fließen angenehm unaufdringlich ein. Hübsche Anregungen bietet das Schlusskapitel „Spaß haben“: Neben der Anregung zu kleinen Projekten gibt es sehr schöne Anregungen, wie man Fotos präsentieren kann – vom selbstgestalteten Leporello bis zum Foto-Mobile.

Vorsicht, Fälschung! Wie man (Bild)Quellen checken kann

Während ich diese Zeilen schreibe, herrscht immer noch völlige Unklarheit über den Massenmord im und beim Münchener Olympiaeinkaufszentrum.

Eines ist klar: Die „sozialen Medien“ erweisen sich als Informationsquelle zweifelhaft. Und auch Fotos und Videos, die im Internet auftauchen, haben oft mit den realen, aktuellen Ereignissen, nichts zu tun.

Der SPIEGEL beschäftigt sich auf seiner Homepage damit, wie man ge- oder verfälschte „Beweisfotos“ erkennen kann. Wesentlich breiter gefächert (allerdings auf Englisch) sind die Tipps des Internationalen Konsortiums für investigativen Journalismus. An Hand eines Fallbeispiels wird gezeigt, wie man „Internetquellen“ auf ihren Wahrheitsgehalt abklopfen kann.

Es lohnt sich, diese Artikel zu lesen und gegebenenfalls den einen oder anderen Vorschlag aufzugreifen, ehe man Nachrichten über soziale Netzwerke verbreitet – durchaus im guten Glauben.

Berlin: Fotoinstallation auf der „Mauer“

Ein Jahr lang hat der deutsche Fotograf Kai Wiedenhöfer in Jordanien und im Libanon Opfer des syrischen Bürgerkriegs fotografiert. Als Stilmittel verwendete er die klassische Porträfotografie. Zwischen 24. Juni und 25. September 2016 sind seine Fotos in Form einer Installation auf der Berliner Mauer zu sehen.

Einige Fotos kann man auf der Homepage der Gesellschaft für Humaninstische Fotografie sehen.

http://gfhf.eu/exhibitions.php