Gefälschte Daguerrotypien im Umlauf

Leider gehören weder ich noch die meisten Leserinnen und Leser von complexityinaframe zu den Sammlern von originalen Daguerrotypien. Nicht, weil sie uns nicht gefallen, sondern vielmehr, weil wir sie uns nicht leisten können.

Trotzdem sei hier die Warnung des amerikanischen Fotosammlers Michael Mattis weitergegeben: Zur Zeit kursieren gehäuft gefälschte, genauer: falsch zugeordnete, Daguerrotypien auf dem Sammlermarkt. Die Platten sind echt, aber die Etiketten und Signaturen, in erster Linie von Gustave Le Gray, Louis-Auguste Bisson, Th. Jacobi  und sogar Louis Daguerre, sind Fälschungen. Abbildungen der Fälschungen kann kam hier sehen. Auch Bildelemente sind verfälscht, mitunter sind auch Etiketten mit der Aufschrift „Académie des sciences“ auf der Rückseite zu finden. Jede der verfälschten Daguerrotypien ist zumindest einmal, oft doppelt signiert, einige enthalten auch Prägungen.

Die Spuren führen zu Verkäufern in Hamburg oder Berlin, die (unter polnischen Namen) die Bilder auf ebay verkaufen.

16 Magnum-Fotografinnen und Fotografen über „Heimat“

Im März 2018 wurde in Zusammenarbeit zwischen Fujifilm und Magnum Photos in New York das gemeinsame Projekt „Home“ vorgestellt: Insgesamt 16 Fotografinnen unbd Fotografen der legendären Agentur stellten einmal nicht das Leben anderer, sondern ihr eigenes in den Mittelpunkt ihrer Arbeiten.

Schon 2016 hatte Fujifilm angeregt, dass sich Fotografinnen und Fotografen mit diesem Thema auseinandersetzen sollten. „Home“ – nicht ganz treffen mit „Heimat“ übersetzbar – was ist das für Menschen, die oft jahrelang auf Achse sind, unter teilweise abenteuerlichen Bedingungen das Leben von Menschen auf anderen Kontinenten dokumentieren, komplizierte und oft brüchige Beziehungen leben, zwischen Kulturen pendeln?

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Videosonntag (am Montag): Photo London 2018

Ja, ich weiß, heute ist Montag. Da nun aber der “Videosonntag” fast schon eine Institution ist, ersuche ich um Gnade dafür, dass ich einmal um einen Tag überzogen habe. Pfingsten ist schuld, der Freizeitschock – so viele freie Tage nacheinander ;-)…

Wie schon in einem anderen Blogbeitrag angekündigt, heute mehr über die Photo London. Viel Spaß!

Dragan Novakovics London

Passend zur Kurzinformation über die beginnende „Photo London“ hier der Link zu den London-Fotos des aus dem damaligen Jugoslawien stammenden Dragan Novakovic.

Heute lebt er als pensionierter Übersetzer in Belgrad. Als er in den 60er Jahren zum ersten Mal in die englische Hauptstadt kam (sein Studium hatte er sausen lassen) war er von der Lebendigkeit der Stadt, den vielfältigen kulturellen Angeboten und den Menschentypen begeistert. Einige der damals, in seiner „Anfängerzeit“ entstandenen Fotos, sieht man auf seiner Homepage:

http://dragannovakovicphotography.com/

Zu fotografieren begonnen hat er als Jugendlicher. In den achteinhalb Jahren in London gründete er eine Familie und arbeitete in diversen Gelegenheitsjobs – keiner hatte mit Fotografie zu tun. Fotografieren war für ihn immer ein Hobby, erklärt Novakovic. In seinen Londoner Jahren hat er rund 3.000 Aufnahmen gemacht. Als er 2012 begann, die Bilder einzuscannen, entstand der Plan, ein Buch zu machen und die Bilder gegebenenfalls auszustellen.

Wünschenswert wäre es …

Die „Photo London“ beginnt

Vom 17. bis 20. Mai findet im Somerset House die internationale Foto Messe “Photo London” statt. 101 Galerien aus 18 Ländern werden ihre Exponate präsentieren.

Somerset House – Schauplatz der Photo London

Erstmals haben Galerien speziell für dieses Event Projekte ausgearbeitet: Olivier Casting und die School Gallery (Paris) stellen eine Installation zum Jahr 1968 vor, Hans P. Kraus aus New York beschäftigt sich mit dem Erbe von Henry Fox Talbot, aber natürlich wird es wieder ausgiebig Gelegenheiten geben, die zeitgenössische Fotografie kennen zu lernen.

Wie bereits im vergangenen Jahr wird in einer eigenen Abteilung “DISCOVERY” jungen und bisher kaum bekannten Fotografinnen und Fotografen ein Forum geboten. Erfreulicherweise sind hier auch Galerien aus Maxiko, Japan und China vertreten.

Im Rahmen des “Public Program” präsentiert der kanadische Fotograf Edward Burtynsky sein seit fünf Jahren verfolgte Projekt “Anthropozän”, das die Wechselwirkung zwischen Mensch und Natur facettenreich darstellt.

Das ICP (International Center of Photography) und die Photo London zeigen in diesem Jahr auch eine neue, überarbeitete Version der Installation “Unwavering Vision” von Alan Govenar, Jean-Michel Sanchez und Julien Roger. Über 5.000 Fotos aus der Sammlung des ICP werden zu einer Gesamtschau der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft zusammengefügt.

Mehr zur Photo London im Lauf der kommenden Woche.

Photo London
17. bis 20. Mai 2018
Somerset House
Strand, London WC2R 1LA

www.photolondon.org

Lesetipp: Eine kleine Geschichte der Fotografie – mit großen Vorzügen

Ian Haydn Smith, Herausgeber des Curzon- und BFO-Filmmakers Magazins hat ein intelligentes und extrem nützliches Buch über Fotografie verfasst: “The short story of photography”.

“Oh nein, nicht schon wieder eine Geschichte der Fotografie!”, höre ich die Schreckensrufe mancher Leserinnen und Leser dieses Blogs. Geduld! Zunächst: Ich habe in den letzten zwei Jahren geschätzt fünf bis acht Überblicksgeschichten der Fotografie gelesen – und in jedem Buch etwas Neues entdeckt. Neue Perspektiven, Anregungen, Gedanken, die mich zum Widerspruch herausgefordert haben – langweilig war das nie. „Lesetipp: Eine kleine Geschichte der Fotografie – mit großen Vorzügen“ weiterlesen

Videosonntag: Jindřich Štreit

Herummeckern ist bekanntlich leicht. Im Zusammenhang mit der Robert-Vano-Ausstellung in Wien habe ich bekrittelt, dass wir leider viel zuwenig Augenmerk auf unsere östlichen Nachbarländer legen, wenn es um Fotografie geht. Heute wäre ich fast der Versuchung erlegen, ein Video über einen englischen Fotografen online zu stellen, und dann habe ich mir gesagt: He, das ist ganz schön inkonsequent! Zuerst kritisieren, und dann zurück zur Tagesordnung?

Also habe ich ein bisschen herumrecherchiert und widme den Videosonntag einem der Meister der tschechischen Dokumentarfotografie, dem 1946 geborenen Jindřich Štreit. Er gilt als Chronist des tschechischen Dorflebens. Seine despektierlichen Porträts von Politikern trugen ihm unter dem stalinistischen Regime Haft und Berufsverbot ein. Aber: schaut selbst!

Ausstellungstipp: Robert Vano im Tschechischen Zentrum / Ekspozicia konsilo: Roberto Vano en la ĉeĥa centro

Wie schon einmal erwähnt gibt es zur Zeit im Tschechischen Zentrum in Wien eine Robert-Vano-Retrospektive. Bis zum 1. Juni kann man die liebevoll gestaltete Ausstellung besuchen. Hier ein kleiner „Einblick“:

Kiel jam menciis, nuntempe estas Roberto Vano retrospektivo en la ĉeĥa centro en Vieno. Ĝis la 1-a de junio vi povas viziti la amike desegnitan ekspozicion. Jen iom da „enrigardo“: