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Video: Meet David Brodsky!

David Brodsky, 1953 in Kiew geboren und heute in Chicago ansässig, spricht in unserem Interview über seinen Weg zur Fotografie, den Einfluss, den seine Begeisterung für Malerei bis heute auf seine Fotos hat, sein Konzept von Streetphotographie und seltsames altes Spielzeug.

Ich möchte hier nochmals auf sein Buch „chronicles of ordinary lives“ hinweisen, das ihr direkt bei David Brodsky bestellen könnt!

Ich werde mich bemühen, immer wieder interessante Fotografinnen, Fotografen oder Expertinnen und Experten aus verwandten Bereichen in Videos zu Wort kommen zu lassen. Also: Abonniert meinen youtube-Kanal.

Video: Der Jammer mit den Porträts

Gisèle Freund (1908-2000) hat sich in einigen Texten mit der Problematik des Porträtfotos auseinandergesetzt: Warum „gefallen“ sich Menschen auf Fotos oft nicht? Warum lassen sich Menschen manchmal sehr ungern fotografieren? Das ist der Ansatzpunkt für das heutige Video. Nebenbei wird auf ein neues Buch hingewiesen: „Keine Bilder ohne Worte“, herausgegeben von Susanne Gramatzki und Renate Knoll.

Zu entdecken: David Brodsky

Das Internet ist ein herrliches Instrument, um über Grenzen und Meere hinweg mit Menschen in Kontakt zu kommen. Ich hatte dieses Glück, weil der in den USA lebende Grafikdesigner und Fotograf David Brodsky auf complexityinaframe gestoßen ist und mir ein Mail geschickt hat, das mich neugierig gemacht hat. Neugierig auf seine grafischen Arbeiten, neugierig auf seine Fotos (vor allem Street!), und natürlich neugierig auf den Menschen hinter diesen kreativen Arbeiten.

David Brodsky

Hier der Link zu seiner  Website

David Brodsky, 1953 in Kiew (Ukraine, damals Sowjetunion) geboren, schloss 1974 seine Ausbildung am Kiewer Institut für dekorative und angewandte Kunst ab und war anschließend in der Sowjetunion, in Italien und den USA als Graphic Designer und Creative Director tätig. 1990 emigrierte David mit seiner Familie in die USA und kam dank der Unterstützung durch die Springfield Jewish Federation nach Springfield (Illinois). 2019 übersiedelte er nach Chicago.

Beispiel für den Graphic Designer Brodsky – Aufruf zum gemeinsamen Handelns gegen COVID

Seit Beginn des neuen Jahrtausends rückte die Fotografie immer stärker in Davids Fokus:

“Ich benutze die Fotografie als künstlerisches Medium um mich auszudrücken und die Welt um mich herum zu interpretieren”, heißt es in einem Ausstellungstext von ihm. “Indem ich gewöhnliche Momente einfange, versuche ich Geschichten zu enthüllen – nicht auf den ersten Blick offensichtlich, aber mit genug Emotionen oder Geheimnissen erfüllt, um sie über das Gewöhnliche zu erheben”.

Ein Blick auf die Galerien (Menschen, Plätze, Dinge) auf seiner Homepage zeigen, wie dieses Konzept zu verstehen ist. Ein Teil der Fotos von Menschen aus Italien, Frankreich, England, Portugal. den USA … ist schwarz weiß. Meine erste Assoziation: Diese Fotos stehen in der besten Tradition der “humanistischen Fotografie”.

Family Talk (Lecce, Italien 2017)

Die Menschen, die uns David Brodsky zeigt, könnten uns überall begegnen; der Blick des Fotografen hebt sie aber aus dem Alltag heraus. Wir sehen in Brodskys Bilder viele Emotionen – es sind Porträts, die berühren. 

Das gilt natürlich auch für die Farbporträts – aber da kommt durch die Farbe manchmal eine liebenswürdige Komik in die Bilder hinein. “Serious Talk” oder “Old Boys” sind köstliche Studien von Alltagsszenen. Im Gegensatz zu anderen Fotografen (ich denke da vor allem an Martin Parr) sind seine Bilder niemals “entlarvend”, auch wenn sie sehr intime Augenblicke festhalten (z. B. “Curiosity”).

Old Boys (Italien, 2017)

Auch die Landschaftsfotografie Brodskys fasziniert. Übrigens: Ein Foto, das in Österreich aufgenommen wurde, ist auch dabei ;-). Sehr geglückt ist meiner Meinung nach der minimalistische Einsatz von Farbe wie in “Blue Shatters” oder “Narrow Window”.

Blue Shatters (Lacoste, Frankreich, 2014)

Bei den “Dingen” sind Aufnahmen aus einem offenbar längerfristigen Projekt zu sehen: “Forgotten Toys”. Das “Forgotten” ist hier durchaus mehrdeutig – aber schaut selbst in diese Galerie hinein.

Friendly Barbies (Portugal, 2018)

Ich habe David Brodsky natürlich zurückgeschrieben und hoffe, dass wir bald ein Videogespräch führen und aufzeichnen werden. Fragen und Themen für ein Porträt dieses bemerkenswerten Künstlers hätte ich genug.

Kurt Lhotzky

Alle Fotos (c) David Brodsky, mit Genehmigung des Fotografen

Videosonntag: „Everybody Street“ auf Deutsch

Im Film „Everybody Street“ hat die amerikanische Fotografin Cheryl Dunn Pioniere und Meister der New Yorker Straßenfotografie aus sechs Jahrzehnten, darunter Bruce Davidson, Mary Ellen, Jill Freedman, Jeff Mermelstein und Martha Cooper porträtiert. Sie zeigt, dass diese Künstler ebenso bunt und einzigartig sind wie ihr Thema: die Stadt New York.

Der Film wurde übrigens durch crowdfunding finanziert! Viel Vergnügen und viele neue Impulse wünsche ich!