Von John Heartfield lernen…

… heißt entlarven lernen“, könnte man ein berüchtigtes Zitat abwandeln.

Ich habe auf diesem Blog zu wiederholten Malen auf das Erbe John Heartfields (1891-1968) hingewiesen. Seine Fotomontagen und Collagen waren scharfe Waffen in den Händen der deutschen Arbeiterbewegung.

Die „Zuspitzung der Bilder“, das Zusammenbringen widersprüchlicher grafischer Aussagen auf einem Bild schafft oft mehr Transparenz als der klügste Leitartikel. In diesem Sinne hier eine kleine Fotomontage (und im Anhang eine kleine Erklärung für die Besucherinnen und Besucher dieses Blogs, die nicht mit der österreichischen Innenpolitik vertraut sind.

Am 13. Mai 2020 hatte Bundeskanzler Sebastian Kurz dem Kleinen Walsertal einen Besuch abgestattet. Zu diesem Zeitpunkt herrschte auf Grund eines Regierungsbeschlussses ein Mund-Nasen-Schutz-Zwang (MNS-Zwang). In einer Pressekonferenz hatte Kurz‘ Parteifreund, Innenminister Karl Nehammer, diejenigen, die keinen MNS trügen, als „Lebensgefährder“ bezeichnet. Im Kleinen Walsertal nahm der Bundeskanzler unmaskiert ein Bad in einer weitgehend unmaskierten Menge.

Rezension: SUBJECTIVE OBJECTIVE – sozialdokumentarische Fotografie vom Feinsten

SUBJECTIVE OBJECTIVE

A Century of Social Photography

Bei Hirmer ist (in englischer Sprache) der Katalog zur Ausstellung “Subjective Objective” im Zimmerli Art Museum der Rutger Univerity (New Jersey) erschienen. Trotz der großartigen sozialdokumentarischen Fotografien im Umfeld der Farm Security Administration (Stichwort: Dorothea Lange, Walker Evans….)  und der New York Photo League ist es hierzulande noch nicht in’s Bewusstsein gedrungen, wie international und polyglott die amerikanische Fotoszene auch im wissenschaftlichen Bereich ist.

Ein hrerlicher Ausstellungskatalog

Die Ausstellung im Zimmerli Art Museum zeigt, wie tiefgehend an manchen amerikanischen Einrichtungen die Beschäftigung mit dem Thema Fotografie geht. Bereits die kurze Einleitung von Donna Gustafson und  Andrés Mario Zervigón zeigt, dass hier nicht Bekanntes wiederaufbereitet wird, sondern versucht wird, einen großen Bogen in der Darstellung zu schlagen. Dass es etliche Arbeiten von  Bill Owens und einen kurzen Essay über ihn gibt mag weniger erstaunen. Der 1938 geborene Fotograf hat in den 70er Jahren mit seinen Schwarzweiß-Fotos im Zyklus “Suburbia” die sozialen Veränderungen in den USA brillant dokumentiert – den amerikanischen Traum vom Einfamilienhaus mit Auto davor zu eher kargen Stadträndern und Vororten mit Tendenz zur Verarmung. „Rezension: SUBJECTIVE OBJECTIVE – sozialdokumentarische Fotografie vom Feinsten“ weiterlesen

Videosonntag: John Heartfield (1891 – 1968)

John Heartfield, eigentlich Helmut Herzfeld, war Grafiker, Maler, Bühnenbildner – und einer der Begründer der modernen Fotomontage. Viele seiner Fotomontagen erschienen auf der Titelseite der „Arbeiter Illustrierten Zeitung“ A-I-Z und „packen“ uns noch heute.