Videosonntag: Alison Jackson über Fake Truth

Zurzeit sind in der Wiener Galerie Westlicht die erstaunlichen Arbeiten der englischen Fotografin und Video-Künstlerin Alison Jackson zu bewundern. Herrlich bissige Blicke auf die Prominenten – und die voyeuristische Lust am Beobachten der Reichen und Schönen, der Mächtigen und Bösen.

Ein Bericht zur Ausstellung folgt, hier, zur Einstimmung, ein TED-Talk von Jackson. Zwar aus dem Jahr 2008, aber: mit deutschen Untertiteln, und: Die Aussage hat sich nicht geändert! Enjoy!

Chemnitz: Hitlergruß mit RAF-Tattoo? Wie Rechte Falschmeldungen verbreiten – watson

Quelle: Chemnitz: Hitlergruß mit RAF-Tattoo? Wie Rechte Falschmeldungen verbreiten – watson

Ich habe mich auf complexityinaframe wiederholt mit der Frage von Bildfälschungen und Bildpropaganda auseinandergesetzt. Hier nun ein aktuelles Beispiel aus der Berichterstattung rund um die Nazimobilisierung in Chemnitz am 28. August 2018.

Obwohl Fotos durch die Medien gingen, in denen man militante Neonazis sieht, die vor den Augen der Polizei den Hitlergruß zeigen, hält sich in etlichen Zeitungen und Fernsehberichten das Narrativ von der Kundgebung „besorgter Bürger“, bei der sich bedauerlicherweise – natürlich gegen den Willen der Organisatoren – einige wenige Zwischenfälle abgespielt hätten.

Nun setzt die rechtsextreme Seite noch eins drauf. AfD-Politiker und profaschistische Internetportale verbreiten Bildfälschungen die beweisen sollen, dass „Linke“ in die friedliche Demonstration von ProChemnitz eingesickert seien und dann als Provokateure Nazi gespielt hätten. Das Nachrichtenportal watson.de bringt Beispiele dafür und widerlegt die Fälschungen.

Vorsicht, Fälschung! Wie man (Bild)Quellen checken kann

Während ich diese Zeilen schreibe, herrscht immer noch völlige Unklarheit über den Massenmord im und beim Münchener Olympiaeinkaufszentrum.

Eines ist klar: Die „sozialen Medien“ erweisen sich als Informationsquelle zweifelhaft. Und auch Fotos und Videos, die im Internet auftauchen, haben oft mit den realen, aktuellen Ereignissen, nichts zu tun.

Der SPIEGEL beschäftigt sich auf seiner Homepage damit, wie man ge- oder verfälschte „Beweisfotos“ erkennen kann. Wesentlich breiter gefächert (allerdings auf Englisch) sind die Tipps des Internationalen Konsortiums für investigativen Journalismus. An Hand eines Fallbeispiels wird gezeigt, wie man „Internetquellen“ auf ihren Wahrheitsgehalt abklopfen kann.

Es lohnt sich, diese Artikel zu lesen und gegebenenfalls den einen oder anderen Vorschlag aufzugreifen, ehe man Nachrichten über soziale Netzwerke verbreitet – durchaus im guten Glauben.