Das Katzen-Rätsel

Also, ich mag ja Katzen. Trotzdem: die netten kleinen Raubtiere haben visuell das Internet komplett in den Krallen. Das ist beängstigend und faszinierend zugleich.

Was hat das mit meinem Blog zu tun? Eine ganze Menge. Ich lade nicht nur hier dann und wann Fotos hoch, sondern auch in verschiedenen google-Gruppen oder Fotocommunities. Ich bin keiner, der sich für jedes Bild präventiv entschuldigt: „Ich weiß, das Foto ist nicht so besonders, aber ich lade es jetzt trotzdem hoch, aber zufrieden bin ich nicht damit…„.

Manchmal fragt man sich: warum gibt es Leute, die offenbar ausschließlich schlechte Fotos publizieren???

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Jedenfalls: gestern habe ich obiges Katzenbild ins Netz gestellt. Weil ich es gut finde (worüber man natürlich immer diskutieren kann). Der Punkt ist der: ich habe schon andere Bilder hochgeladen, die mir subjektiv wichtiger sind, etwa das Foto eines Obdachlosen in Paris. Aber: niemals kommt man so schnell und massiv zu „gefällt mir“-Kommentaren wie mit einem Katzenfoto.

Das ist jetzt sicher nicht die Schlüsselfrage der modernen Fototheorie. Aber ich denke jetzt trotzdem darüber nach.

„Strangers in the Light“ von Catherine Balet

Das Projekt „Strangers in the light“ wurde von einem kurzen Moment im Leben der Fotografin Catherine Balet inspiriert: eines Abends sah sie ein junges Pärchen, das im Mondlicht mit Handys Selfies von sich machte. Daraus entstanden die folgenden Fotos, deren Besonderheit die Beleuchtung mit Mitteln des 21. Jahrhunderts ist. Von Komposition und Bildaufbau spielt Balet mit Traditionen und Konventionen – die Ähnlichkeit mit Gemälden großer Meister ist durchaus gewollt.

Man at work (2)

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Bauarbeiter auf einem Gerüst (5. Stock), Wien, 2. Bezirk

Konstrulaboristo sur skafaldo (5-a etaĝon), Vieno, 2-a distrikto

Construction worker on a scaffold (5th floor), Vienna 2nd district

August Sander (1876 – 1964): „Das Wesen der gesamten Photographie ist dokumentarischer Art …“

Wie die geneigter Besucherin, der geneigte Besucher meines Blogs weiß, ist meine Liebe zur und Beschäftigung mit der Fotografie (und ihrer Geschichte) ja neueren Datums. Wenn ich hier immer wieder Fotografinnen oder Fotografen vorstelle, die mich faszinieren, erhebe ich damit keinerlei Anspruch auf besondere Originalität; Kundige werden wenig Neues finden, aber vielleicht kann ich doch hin und wieder ein paar kleine Facetten dazu beitragen, auch Bekanntes neu oder anders zu sehen.

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August Sander

Auf August Sander bin ich fast gleichzeitig im Aufsatz von Walter Benjamin „Kleine Geschichte der Fotografie“ (1931) und dem Büchlein „La photographie sociale“ aus der Reihe „Photo Poche“ gestoßen.

Dann begann ich, mehr Fotos von Sander zu suchen, und je mehr seiner Arbeiten in kennen lernte, desto mehr beschäftigte mich Leben und Werk dieses bedeutenden Fotografen, der aus ganz einfachen Verhältnissen stammt. Sein Vater war Zimmermann in einem Bergwerk in Herdorf im Siegerland, er selbst kam als „Haldenjunge“ irgendwann rund um sein 14. Lebensjahr in Kontakt mit einem Fotografen, der für die Bergwerksgesellschaft Dokumentaraufnahmen machte. Mit finanzieller Unterstützung eines Onkels konnte Sander schließlich selbst eine eigene Fotoausrüstung erstehen.

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