Eine spannende Ausstellung im Wiener Ringturm: Fundamente der Demokratie

Zum 20-jährigen Jubiläum der Ausstellungsreihe „Architektur im Ringturm“ wird dort ein weiteres Jubiläum zelebriert: 100 Jahre Republik.

„Fundamente der Demokratie“ ist ein programmatischer Einspruch – und er wird in dieser Schau fulminant eingelöst. Architektur als Spiegelbild des gesellschaftlichen und politischen Wandels; eine Idee, die seit den 20er Jahren von demokratisch und innovativ gesinnten Architekten und Bauherren (Stichwort: Baupolitik im „Roten Wien“) in bis heute wegweisende Bauwerke umgesetzt wurde. „Eine spannende Ausstellung im Wiener Ringturm: Fundamente der Demokratie“ weiterlesen

Videosonntag: Walter Gropius und das Bauhaus

Dieses Mal wandere ich mit euch ein bisschen auf Abwegen – es geht an diesem Videosonntag mehr um Architektur als um Fotografie. Aber nicht ausschließlich. Denn immerhin hat die Bauhaus-Bewegung mit ihrem revolutionären Anspruch von Klarheit und Geradlinigkeit das „neue Sehen“ der Fotografinnen und Fotografen der 20er Jahre wesentlich beeinflusst. Lucia Moholy und Erich Consemüller waren herausragende Vertreter dieser Schule in Dessau. Erwähnt seien Andreas Feininger und, natürlich, Laslo Moholy-Nagy.

Da fällt ein Haus … (2) Heute: Flossgasse 14, 1020, Wien Leopoldstadt

Im 2. Wiener Gemeindebezirk wurde mit Brachialgewalt ein Bauwerk des Architekten Oskar Marmorek (1863-1909) abgerissen. Zumindest begannen die Abreissarbeiten, die nach einer Polizeiintervention auf Grund von Anrainerbeschwerden eingestellt wurden.

Das 1907 errichtete Bauwerk beherbergte früher eine Mikwe, ein rituelles jüdisches Tauchbad.

Demolierter Marmorek-Bau in der Flossgasse 14
Flossgasse 14

Da fällt ein Haus, da steht ein Kran, und ewig droht der Baggerzahn

Seit 1. Juli 2018 ist es in Wien schwieriger geworden, Häuser, die vor dem 1. Jänner 1945 errichtet wurden, abzureissen. Außer in den wenigen (meist im Stadtzentrum gelegenen) Schutzzonen genügte bis dahin eine rechtzeitige Meldung der geplanten “Bauvorhaben” (besser: “Zerstörungsvorhaben”) beim Magistrat, und schon trat die Abrissbirne in Aktion.

Abrisshaus: Radetzkystraße 6, in dem Haus wohnen noch 25 Mieter

Nun hat die MA 19 (Stadtbildpflege) durch eine Änderung der Wiener Bauordnung für zahlreiche Abrissprojekte den Stecker gezogen. Sind von einem vor 1945 errichteten Gebäude mehr als 50 % erhalten, will die MA 19 in der Regel keine Lizenz zum Demolieren erteilen. „Da fällt ein Haus, da steht ein Kran, und ewig droht der Baggerzahn“ weiterlesen

Videosonntag: Mit Johanna Diehl auf den Spuren der Macht

Architekturfotografie – ein sehr interessantes Thema, das auch technisch einige Herausforderungen bietet (ich sage nur: „stürzende Linien“ 🙂 ).

Das folgende Video stellt mehrere spannende Projekte der deutschen Fotografin Johanna Diehl vor, die sich mit der Umsetzung von Macht in Werken der Architektur beschäftigen. Das soll der Auftakt einer Reihe von Beiträgen zu diesem Thema sein, das mich momentan aus verschiedenen Gründen beschäftigt.

Unsere wunderbaren Vorfahren / niaj mirindaj prapatroj

Beispiele für Linearbandkeramik, etwa 5500 v.d.Z. (Jungsteinzeit)

Im Archäologischen Park in Asparn an der Zaya kann man Rekonstruktionen urzeitlicher Behausungen besichtigen. Ich habe es sehr berührend gefunden, welche erstaunlichen kulturellen und ästhetischen Leistungen unsere armen Vorfahren vollbracht haben. Die Menschheit kommt von weit her – wir sollten alles verhindern, dass wir unser großartiges Erbe in kriegerischer oder ökologischer Barbarei vernichten.

En la arkeologia parko en Asparn sur la Zaya oni povas viziti rekonstruojn de antaŭhistoriaj loĝejoj. Mi trovis tre tuŝante la mirindajn kulturajn kaj estetikajn atingojn, kiujn niaj malriĉaj prapatroj realigis. Homaro venas de malproksime – ni devas eviti ion detrui nian grandan heredaĵon en milita aŭ ekologia barbareco.

 

 

 

 

 

 

 

Videosonntag: Archiflop – größenwahnsinniges Scheitern

Alessandro Biamonti ist Architekt, Architekturkritiker und Dozent für Design am Politecnico von Mailand.

Dem deutschsprachigen Publikum hat er ein höchst amüsantes, mitunter erschreckendes, immer aber überraschendes Buch beschert: „ArchiFlop – gescheiterte Visionen. Die spektakulärsten Ruinen der modernen Architektur„. So manche großartige architektonische Vision ist im 20. Jahrhundert in ihr genaues Gegenteil umgeschlagen – in Verfall, Auflösung, schaurige 3D-Deko wie aus einem Horrorfilm.

Das bemerkenswerte Fotobuch wird sowohl an Fotografie wie an Architektur Interessierte begeistern, aber auch alle, die über Sinn und Wahnsinn moderner Städte- und Landschaftsplanung nachdenken.

Bereits die Kapitelüberschriften sind vielsagend. „Die Überlegung lautete: Es werden viele Tausende kommen“. Oder: „Die Überlegung lautete:  Sie werden sich bestens amüsieren“.

Allesandro Biamonti
ArchiFlop
195 Seiten, DVA, EUR 30,80