Landschaftsfotografie – kann man sowas aus Büchern lernen?

Vor kurzem bin ich zufällig auf einer Internet-Plattform auf einen bemerkenswerten Thread gestoßen. Ein „Newbie“ stellte die Frage, welche Fotobücher denn für ihn als Einsteiger den meisten Gewinn brächten. Nach ein paar brauchbaren Tipps (Feiningers Fotoschule z.B. ) ergoss sich eine Flut von mehr oder minder unfreundlichen Kommentaren über den armen Fragesteller. Quintessenz der „Hack“angriffe: Wer einen Fotokurs besucht/wer mit Fotobüchern lernt/wer in Ausstellungen geht – lernt gar nichts, wird zum bloßen Imitator, tötet seine Kreativität ab und sollte sich überhaupt aus dem erlauchten Kreis der wahrhaft Inspirierten schleichen, weil er ohnehin nur so ein Knipser sein will.

Abgesehen davon, dass dieser Stil nicht wirklich förderlich ist, um Menschen, die das Fotografieren gerade für sich entdecken und Unterstützung suchen, in eine Community zu locken, halte ich dieses Beschwören einer spontanen Genialität für – pardon – ziemlich doof. Menschen (wie alle anderen Säugetiere) lernen eben durch Imitation, gekoppelt mit Erfahrung. Die Wege zum Lernerfolg können unterschiedlich sein, die Methode oft nicht klar erkennbar. Aber der Mythos vom Menschen, der unberührt vom Himmel fällt wie Mr. Bean und dann aus sich heraus alles beherrschen lernt ist etwas weltfremd.

Ein schönes Beispiel dafür, wie man fotografisches Wissen vermittelt, ist das Buch „Workshop Landschaftsfotografie“ von Timm Allrich, erschienen bei humboldt. Schon die ersten 50 Seiten, in denen es erst ganz peripher um das Hauptthema des Workshops geht, sind auch für erfahrene(re) Fotografinnen und Fotografen durchaus interessant, auch wenn sie sich primär an Einsteiger richten. Überlegungen, welche Ausrüstung man sich eigentlich zulegen sollte (abhängig von Neigungen und, natürlich, Geldbeutel), die Entscheidung für den richtigen Kamerarucksack und die Erklärung wichtiger Grundbegriffe wie ISO, Weißabgleich, RAW oder JPG bilden eine solide Basis.

Und jetzt geht es hinaus in die Natur und dann kommen die praktischen Tipps: Von der richtigen Belichtung bis zur Nutzung von Regen als Diffusor, das „Einfrieren von Bewegung“, die Bedeutung des Vordergrunds etc. Bei allen Fotos sind Brennweite, Blende, Belichtungszeit, ISO-Zahl, verwendete Filter etc. angegeben.

Workshop Landschaftsfotografie

Die geheimen Profi-Tricks verständlich erklärt

Softcover,Humboldt, 243 Seiten, 27.80 €

Dieser Text erscheint auch in der BUCHSTABENSUPPE, dem Kundenmagazin von Lhotzkys Literaturbuffet.

Videosonntag: Landschaftsfotografie in Norwegen

Thematisch an den gestrigen, eher fotohistorischen, Beitrag anschließend möchte ich heute ein Video des dänischen Fotografen Mads Peter Iversen zeigen, der eine Reihe von Filmen über Landschaftsfotografie in Norwegen ins Netz gestellt hat.

Langsam versuche ich, ein eigenes Verständnis für Landschaftsfotografie zu entwickeln. Eine Frage, die mich in diesem Zusammenhang immer wieder beschäftigt hat, wird in dem Video von Iversen angesprochen. Es ist die Frage, warum man eigentlich ein Motiv fotografieren sollte, das bereits tausende oder millionen Male fotografiert worden ist.

Aber folgt ganz einfach mit mir dem dänischen Fotografen auf seiner Reise auf die Lofoten. Das Video ist in jedem Fall sehenswert.


Waldviertel

Heute ist der Videosonntag wegen Urlaubs geschlossen ;-). Nein, ganz im Ernst: Bei mäßiger Netzqualität konnte ich leider den vorgesehenen Videobeitrag nicht hochladen. Dafür gibt’s einmal ein Naturfoto. Ich möchte meinen Urlaub nutzen, um meine Kamera besser kennen zu lernen und in den Wäldern und Mooren des Waldviertels mit den unterschiedlichen Lichtverhältnissen zu experimentieren. Feedback und Bildkritik ist nicht nur wilkommen, sondern erwünscht!

Auch fleißige Fotoblogger machen dann und wann Urlaub (viel zu selten)!