Zum Tod von Robert Frank

Wie die „New York Times“ meldet ist Robert Frank am Montag im Alter von 94 Jahren in Kanada verstorben.

Der Name des schweizerisch-amerikanischen Fotografen ist untrennbar mit seinem Buch „The Americans“ verknüpft, das erstmals 1958 in Frankreich erschien. Darin wird aus der Perspektive eines Nicht-Amerikaners ein kritischer Blick auf den Alltag in den USA geworfen. Ikonisch wurde das Foto eines nach Hautfarbe getrennten Autobusses und seiner Benutzer.

In den nächsten Tagen wird es auf complexityinaframe eine ausführliche Würdigung Robert Franks geben. Hier eines der seltenen Interviews, in denen er erzählt, wie es zu den Aufnahmen in „The Americans“ kam.

Ich gebs ja zu …

Blick von Villach Richtung Julische Alpen

… dass dieses Foto schon ein bisserl von der Postkartenästhetik infiziert ist. Aber es war tolles Licht und ich habe einen Blickwinkel entdeckt, der mir fast drei Wochen entgangen ist. 🙂

Paris fotografieren

Im Rathaus von Paris ist zur Zeit eine bemerkenswerte Ausstellung zu sehen, in der 16 Fotografinnen und Fotografen neue Blicke auf die Seinetropole werfen.

Es sind Fotos von hauptsächlich jüngeren Menschen, die teilweise aus Paris stammen, teilweise zugezogen sind, oder „nur“ ein Fotoprojekt durchziehen wollten. Entsprechend vielfältig sind die Eindrücke, die in der Ausstellung vermittelt werden.

Kurz zum Schauplatz: Das Rathaus (übrigens in dieser Form erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Neorenaissancestil errichtet) ist mit der Metro bequem erreichbar, und es ist erfreulich, dass eine Ausstellung in einem derartigen historischen Ambiente bei freiem Eintritt zu besichtigen ist. Wie bei nahezu allen größeren Ausstellungen bzw. an frequentierten Plätzen muss man sich einer peniblen Taschen- und Leibesvisitation unterziehen. Es empfiehlt sich daher, ohne allzu kleinteilige Fotoausrüstung unterwegs zu sein – ich habe gestaunt, was ich so alles in meinem Fotorucksack hatte ;-).

Schwer zu sagen, welche Fotos mir am besten gefallen haben. Sehr berührend fand ich die Fotos von Quentin De Briey (der zwischen Barcelona, New York und Paris pendelt) und Porträts von Menschen in Alltagssituationen macht. Oder die Bilder von Lucile Boiron, die seit 2016 die Flüchtlingszeltstädte in Paris aufsucht und das Leben der Menschen dort im Projekt „Young Adventurers Chasing the Horizon“ dokumentiert.

Durchaus inspirierend auch die abstrakten Fotos des Deutschen Peter Tillessen. Hängengeblieben bin ich beim Porträt von Elsa aus der Serie „Belleville“ von Thomas Boivin.

Wohlgemerkt – alle Fotos sind bemerkenswert, ich kann  hier aber nur ein sehr subjektives „Best of“ bieten. Und hier geht es zu den Fotos:

https://photos.app.goo.gl/EHeVA6jAX7GNnbRQ7

Videosonntag: Walter Gropius und das Bauhaus

Dieses Mal wandere ich mit euch ein bisschen auf Abwegen – es geht an diesem Videosonntag mehr um Architektur als um Fotografie. Aber nicht ausschließlich. Denn immerhin hat die Bauhaus-Bewegung mit ihrem revolutionären Anspruch von Klarheit und Geradlinigkeit das „neue Sehen“ der Fotografinnen und Fotografen der 20er Jahre wesentlich beeinflusst. Lucia Moholy und Erich Consemüller waren herausragende Vertreter dieser Schule in Dessau. Erwähnt seien Andreas Feininger und, natürlich, Laslo Moholy-Nagy.

Da fällt ein Haus … (2) Heute: Flossgasse 14, 1020, Wien Leopoldstadt

Im 2. Wiener Gemeindebezirk wurde mit Brachialgewalt ein Bauwerk des Architekten Oskar Marmorek (1863-1909) abgerissen. Zumindest begannen die Abreissarbeiten, die nach einer Polizeiintervention auf Grund von Anrainerbeschwerden eingestellt wurden.

Das 1907 errichtete Bauwerk beherbergte früher eine Mikwe, ein rituelles jüdisches Tauchbad.

Demolierter Marmorek-Bau in der Flossgasse 14

Flossgasse 14