Video: „Neulich im Labor“ – ein Interview mit Ruth Horak und Claudia Rohrauer

Die Ausstellung „Neulich im Labor „ist eine humorvolle Hommage an das Fotolabor, eine kleine Sozialgeschichte über einen verschwindenden Ort, der die Fotografie des 20. Jahrhunderts bestimmt hat. Inspiriert von zahlreichen Gesprächen mit KünstlerInnen und LaborantInnen, sind eine Ausstellung und ein Buch voller Begriffe, Geschichten, Fakten und Fotos rund um die analoge Fotografie entstanden.
Die Gestalterinnen der Ausstellung, Ruth Horak und Claudia Rohrauer, schildern im Interview ihre Motive für diese Form der Darstellung und geben eigene Erfahrungen zum Besten. Have fun!

Nächster Halt: Glockengasse

In der Glockengasse/Ecke Rotensterngasse im 2. Wiener Gemeindebezirk gibt’s im Rahmen des European Month of Photography (und noch ein paar Tage darüber hinaus) bei Steinbrener/Dempf eine wunderbare und staunenswerte Ausstellung zu sehen – und das 24 Stunden, 7 Tage pro Woche! Gratis noch dazu!!!

Neulich im Labor“ ist eine von Ruth Horak und Claudia Rohrauer gestaltete Liebeserklärung an die analoge Fotografie und die Kunst der Bilderausarbeitung (klingt hochtrabend, ist aber in Wirklichkeit unerhört amüsant).

Texte und Bilder gibt’s auch in Printform, erschienen im Verlag der Fotohof-Edition Salzburg, um lockere 18 Euro.

Ich werde in den nächsten Tagen hier ein Videointerview mit Ruth Horak online stellen – ich freue mich jetzt schon auf das Gespräch mit ihr ;-)!

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Eyes on: Licht III – Lichtqualitäten

Vom 22. November bis 14. Jänner 2017 ist in der Fotogalerie Wien (im WUK, Währingerstraße 59, 1090 Wien) die bemerkenswerte Ausstellung „Licht III – Lichtqualitäten“  zu sehen.

Am Anfang der Fotografie stand ja „das Licht“ – das „Zeichnen mit Licht“. Die Frage, was Licht eigentlich ist, wie man es sichtbar, dauerhaft, „stabil“ machen kann, hat nicht nur die Naturwissenschaftler, die Philosophen und Maler beschäftigt – letzten Endes stellen sich alle Menschen irgendwann diese Frage (vor allem Kinder).

Die Arbeiten von Veronika Burger, Victoria Coeln, Inge Dick, Sarah Hablützel, Ulrike Königshofer, Michael Michlmayer und Günther Selichar nähern sich auf sehr unterschiedliche Weise dem Licht als Material, als Grundstoff der Fotografie an. Daher sind alle ausgestellten Bilder oder Spuren oder Zeugnisse, wie immer man sie nennen mag, analog: lichtempfindliche Materialien, die belichtet wurden.

Wer sich auf Licht und nichts anderes konzentrieren will, sollte diese Ausstellung unbedingt besuchen!

Eyes on: Katzenfotos

Ein Gastbeitrag von Monsieur Noir (Titelfoto)

Also am letzten Tag wollte ich diese Ausstellung mit „Katzenfotos“ im 3. Bezirk im „Verlag für moderne Kunst“ in der Salmgasse 4 wirklich noch sehen. Immerhin – Krethi und Plethi fotografiert unsereinen, aber so richtig künstlerisch gewürdigt werden wir ja selten.

Die Ausstellung war klein und niedlich – in erster Linie war es die Präsentation des Kalenders von Daniel Gebhart de Koekkoek (was übrigens niederländisch ist und „Kuckuck“ ausgesprochen wird). Als Kater vom Fach stelle ich fest: Ja,  Sprungkraft und Anmut der Models hat der Fotograf wunderschön eingefangen. Irritierend allerdings war dieses „Kinderzimmerfoto“, wie ich es nennen würde – irgendwie sind da die Dimensionen seltsam, oder täusche ich mich da? Ihr könnt es unten in der Galerie sehen!

A propos irritierend: Die Tapeten in diesem beeindruckenden Palais in der Salmgasse sind der helle Wahn ;-).

Wie mögen diese Fotos wohl zustande gekommen sein, frage ich mich als naturgemäß vorsichtiger Teilzeitstraßenkater? Ist’s wahr, was meine scharfen Augen hier sehen, oder sitze ich einer Illusion auf, herbeigezaubert mit GIMP oder Photoshop? Dazu zitiere ich einmal einen Literaturnobelpreisträger: „The answer, my friend, is blowin‘ in the wind…“

Wer sich einen unvoreingenommenen Einblick verschaffen will, kann auf der Homepage des Fotografen „nachwassern“.

eyes on: Paul Schots Ausstellung „coloured concrete“

Seit über 30 Jahren fotografiert der in den Niederlanden geborene Paul Schot, der jetzt in Wien lebt – Landschaften, Gewässer, Bäume im Wechsel der Jahreszeiten in seiner Heimat, Vergängliches hier in Wien.

Im „Fachl“ im 1. Wiener Gemeindebezirk, Fleischmarkt 16 (im Innenhof) präsentiert Schot im Rahmen von „eyes on“ Fotos von Wiener Gemeindebauten – „bemaltem Beton“. Im Begleittext zur Ausstellung schreibt der Fotograf:

„Jedoch können die preisgekrönten und farbenfrohen Architekturentwürfe nicht über den Mangel der Wohnsiedlungen in Großstädten hinwegtäuschen. Es herrscht Leere und Anonymität.

Die liebevoll gestaltete kleine Ausstellung in einem bemerkenswerten Ambiente ist – bei freiem Eintritt! – bis 19. November zu besichtigen.

Sein Ziel erreicht Paul Schot sicherlich:

„Die Fotos sind bestrebt, dem Betrachter einen Spiegel vorzuhalten und damit die Reflexion anzuregen.

„Fachl“
Fleischmarkt 16
1010 Wien
Ausstellunf Paul Schot, bis 15. November

Eyes on: Der Bolivienkoffer

Es gibt sie noch, die echten Entdeckungen. Dazu gehören die Negative eines bolivianischen Fotografen, die ein Wiener Designer durch Zufall in Wien bei einem „Altwarentandler“ gefunden und erstanden hat. Hier die unglaublich klingende Geschichte:

(übernommen aus der Präsentationsseite von „eyes on“):

Bei einem Trödler in Wien erwirbt der Designer Alfred Burzler einen Handkoffer samt Inhalt – zahlreiche zusammengerollte Schwarzweiß-Negativstreifen. Wie sich herausstellt, stammen die ca. 1.200 Mittelformat-Negative aus den 1950er-Jahren und sind in Bolivien aufgenommen worden. Das Vintage-Bildmaterial umfasst dabei sämtliche Bereiche bolivianischen Lebens: Politik, Kirche, Kultur und Gesellschaft, aber auch Alltag der Minenarbeiter oder Brauchtum der indigenen Volksgruppe. Erstaunlich ist, dass sich unter den abgebildeten Personen einige sehr prominente AmerikanerInnen (u.a. Richard Nixon, Grace Kelly, John Wayne) befinden. In der Biografie des Fotografen, dessen Identität nach längerer Recherche festgestellt werden konnte, findet sich die Erklärung: Leopoldo Yelincic (1927–2002), ein in La Paz lebender, kroatisch-stämmiger Pressefotograf, war in den 1950er-Jahren für den amerikanischen Informationsdienst (USIA) tätig.

Der gesamte Kofferinhalt wird in der Ausstellung auf Leuchttischen ausgebreitet: ein unsortierter und unkommentierter Auszug aus dem Werk eines Pressefotografen. Die BesucherInnen haben die Möglichkeit, neue Abzüge im Format 18 x 18 cm von den Negativen zu bestellen.

KuratorInnen: Theresa Schütz und Rainer Steurer

Ein Besuch dieser bemerkenswerten Ausstellung lohnt sich!

Wo:?

Das T/abor, Taborstrasse 51/3, 1020 Wien

Wienbibliothek im Rathaus

Im Rahmen des Europäischen Monats der Fotografie gibt es zur Zeit in der Wienbibliothek im Rathaus eine Ausstellung mit Fotos von Hilde Schmölzer – „Das böse Wien der Sechziger“.

Tipp: Schon die Räumlichkeiten der Bibliothek sind Sehenswert!

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