Videosonntag: John Free „Ten years“

John Free (76) ist einer der großen alten Männer der Street Photography. Geboren in Sleepy Hollw (New York) – einem Ort, der durch die vermutlich erste Kurzgeschichte der amerikanischen Literatur, den „Kopflosen Reiter“ berühmt wurde, wuchs er in einer Kleinstadt in Connecticut auf und lebt heute in der Gegend von Los Angeles.

Seine Brotberufe waren unter anderem das restaurieren alter Autos und das Voice-Over-Sprecher, unter anderem für Cartoonfiguren (u.a. in den Disney-Studios).

Seit über 45 Jahren widmet sich Free der street photography – seine großen Vorbilder sind Henri Cartier-Bresson, Robert Frank und W. Eugene Smith. Das folgende Video dauert knapp 52 Minuten – zugegeben einmal ein langes Video. Es lohnt sich aber, weil man aus den klugen Kommentaren von John Free nicht nur viel über ihn und seinen Zugang zur street photography erfährt, sondern weil man dadurch meiner Meinung nach einfach einen ganz anderen Blick auf die Möglichkeiten und die Wirkung der dokumentarischen Straßenfotografie bekommt. Viel Vergnügen!

Norbert Gerwald, Donald und die Mauer

Wie ihr euch ja noch erinnern könnt, hat mir das Christkind/der Weihnachtsmann/die geflügelte Jahresendfigur (zutreffendes bitte ankreuzen) eine Glückskatze namens Norbert Gerwald geschenkt.

Längere Zeit ist es still um N.G. geworden (wenn ich ihn salopp so nennen darf) – heute habe ich ihn aber beim Tagträumen ertappt. Zunächst: Er begeistert sich für Donald Trump, der sein großes Vorbild ist. Er versucht sogar, dessen Frisur zu imitieren – lächerlich für eine Katze, aber bitte. Bedenklicher ist aber, dass er eine Mauer bauen will. Gegen die Umvolkung, oder den „großen Austausch“ oder so… Und weil’s für Eurofighter nicht reicht, würde er die Mauer gerne von alterprobten Fliegerstaffeln sichern lassen.

Also mir wird N.G. langsam unheimlich. Ich werde wohl ein scharfes Auge auf ihn haben müssen…

norbert_und_mauer

Videosonntag: Allan Sekulas „Lottery of the sea“ – Ausschnitte (2006)

In Wien kann man in der Thyssen-Bornemisza-Art Contemporary TBA 21 (2. Bezirk, Scherzergasse 3, im Aufgarten) bis 14, Mai die Ausstellung OKEANOS mit Fotos und Videos von Allan Sekula besichtigen. Sekula (1951 – 2013) war Lehrer, Theoretiker, Fotograf, Fotohistoriker – und ein wesentlicher Erneuerer des Verständnisses, was Dokumentarfotografie ist und kann.

Die Beschäftigung mit den Meeren wurde ein Drehpunkt seines Schaffens – ein Sinnbild der Globalisierung, die Meere als neues Schlachtfeld der Klassenauseinandersetzungen, die Meere als umkämpftes wirtschaftliches Terrain. Hier ein Ausschnitt aus seinem Fild „Lottery of the sea“. Ihr werdet aus Datenschutzgründen zu Vimeo weitergelitet!