Remembering Bill Cunningham (1929 – 2016)

Am 25. Juni 2016 starb in „seinem“ New York Bill Cunningham, eine Ikone der Mode- und Streetphotography. Seine blaue Jacke und sein Fahrrad waren unverwechselbar.

Seine Kolumnen „On the Street“ und „Evening Hours“, die er über Jahrzehnte für die  „New York Times“ gestaltete, waren legendär. „Eine Straßenbilder-Strecke von Bill Cunningham zu betrachten war, als würde man ganz New York sehen“, schrieb „New York Times“-Chefredakteur Dean Baquet am Sonntag auf Twitter.

Cunningham fotografierte den „Stil der Straße“ – wunderbare Beiträge zu gelebtem Mode- und Designgefühl.  Er bewegte sich in allen Gesellschaftsscichten, ohne ein Bobo zu werden.

August Sander (1876 – 1964): „Das Wesen der gesamten Photographie ist dokumentarischer Art …“

Wie die geneigter Besucherin, der geneigte Besucher meines Blogs weiß, ist meine Liebe zur und Beschäftigung mit der Fotografie (und ihrer Geschichte) ja neueren Datums. Wenn ich hier immer wieder Fotografinnen oder Fotografen vorstelle, die mich faszinieren, erhebe ich damit keinerlei Anspruch auf besondere Originalität; Kundige werden wenig Neues finden, aber vielleicht kann ich doch hin und wieder ein paar kleine Facetten dazu beitragen, auch Bekanntes neu oder anders zu sehen.

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August Sander

Auf August Sander bin ich fast gleichzeitig im Aufsatz von Walter Benjamin „Kleine Geschichte der Fotografie“ (1931) und dem Büchlein „La photographie sociale“ aus der Reihe „Photo Poche“ gestoßen.

Dann begann ich, mehr Fotos von Sander zu suchen, und je mehr seiner Arbeiten in kennen lernte, desto mehr beschäftigte mich Leben und Werk dieses bedeutenden Fotografen, der aus ganz einfachen Verhältnissen stammt. Sein Vater war Zimmermann in einem Bergwerk in Herdorf im Siegerland, er selbst kam als „Haldenjunge“ irgendwann rund um sein 14. Lebensjahr in Kontakt mit einem Fotografen, der für die Bergwerksgesellschaft Dokumentaraufnahmen machte. Mit finanzieller Unterstützung eines Onkels konnte Sander schließlich selbst eine eigene Fotoausrüstung erstehen.

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David Octavius Hill und Robert Adamson: Zwei Schotten und die Fotografie

David Octavius Hill (1802 – 1870) gehört gemeinsam mit Robert Adamson (1821 – 1848) zu den Pionieren der Fotografie. Hill, der eigentlich einer der großen schottischen Landschaftsmaler war, wollte 1843 die Gründungsversammlung der Schottischen Freikirche malen. Allerdings nahmen an diesem Ereignis 470 Personen Teil – zuviele für ein Porträt. Also schlug einer der Teilnehmer der Versammlung, David Brester, Hill vor, mit dem jungen Chemiker und Fotografen Robert Adamson zusammenzuarbeiten. Gemeinsam bannten sie die Teilnehmer des Freikirchenkonzils auf Fotoplatten, entwickelten aber darüber hinaus eine enge Zusammenarbeit, bei der das technische Wissen vom jungen Adamson und die Komposition von Hill stammten. Einige dieser frühen Fotografien können mit Fug und Recht als die ersten Beispiele für sozialdokumentarische Fotografie gewertet werden. Nach dem frühen Tod Adamsons wandte sich Hill wieder der Malerei zu.

Hier ein kleines Video über diese beiden schottischen Pioniere der Fotografie.

 

 

Frankreich:“Die Niederlage der Un-Ordnungskräfte auf Twitter“

André Gunthert (geb. 1961) ist Dozent an der École des hautes études en sciences sociales (EHESS), wo er den Lehrstuhl für visuelle Geschichte innehat. Seine Doktorarbeit trug (etwas gewagt übersetzt) den Titel: Die Eroberung des Schnappschusses. Archäologie fotografischen Phantasie in Frankreich, 1841-1895.

Auf seinem (wissenschaftlichen) Blog „L’image sociale“ veröffentlichte er jetzt einen spannenden Beitrag, der auch für nicht-französisch Sprechende verständlich ist:

Am Donnerstag, 14. April 2016 um 16:32 Uhr, verfolgt an der Kreuzung  Rue Jean Jaurès und rue Bouret eine Truppe von CRS-Polizisten (Spezialpolizei) eine Gruppe von Studenten. Die Szene wurde auch von BFM TV gefilmt : eine Caféhausbesuchering wird auf der Terrasse des Restaurant, die von den „Sicherheitskräfte“ blockiert wird, mit Tränengas besprüht und stellt empört einen Polizisten zur Rede . Ein CRSler schert aus dem Polizeikordon aus und versetzt der jungen Frau einen heftigen Tritt in den Magen, der sie zu Boden schleudert.

Dieses Bild, gleichermaßen Symbol für die willkürliche Repression gegen die Bewegung gegen die „Arbeitsrechtsreform“ (Loi El Hhomri) wurde über die sozialen Medien massenhaft verbreitet und bald in verschiedenen Varianten „bearbeitet“.

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„Die CRS führt das Volk“

Sehenswert!

Les forces du désordre en déroute sur Twitter