Paris, zwei Arrondissements nach den Attentaten vom 13. 11. 2015

Einer meiner Links führt zum französischen Fotomagazin polka. In Nummer 33 der Zeitschrift findet sich unter anderem eine sehr berührende Fotoreportage darüber, wie die Bewohner des 10. und 11. Arrondissements von Paris mit den Folgen der Attentate vom 13. November vergangenen Jahres umgehen.

Bildschirmfoto_2016-05-27_23-18-14Meiner Meinung nach ist der Artikel ein Musterbeispiel für gelungenen Fotojournalismus. Weder ist der Text eine bloße Beschreibung der Bilder, noch sind die Fotos „Fußnoten“ zum Text.

In der gleichen Ausgabe von polka zeigt eine andere Reportage die Militarisierung der Hauptstadt unter dem Ausnahmezustand und den Alltag der 10.000 Soldaten, die in Paris zusammengezogen wurden.

David King, 1943 – 2016

Am 11. Mai 2016 starb in London David King im Alter von 73 Jahren.

Er war von 1965 – 1975  Art Director der Londoner Sunday Times. Bei einer Reise in die UdSSR im Jahr 1970 wollte King in erster Linie Material für eine Dokumentation zum 100. Geburtstag W.I. Lenins suchen. Politisch sozialistischen Gruppen nahestehend, weitete er seine Sammlertätigkeit auf Fotos und Plakate der frühen Sowjetunion und der Stalinäre aus. 1972 veröffentlichte er gemeinsam mit Francis Wyndham die erste Trotzki-Bildbiographie.

Die von ihm geschaffene David-Kind-Collection ist die bedeutendste einschlägige Sammlung und bildete die Basis für eine Reihe von Buchveröffentlichungen (deutsche Ausgaben erschienen im Mehring-Verlag).

King war nicht nur ein hervorragender Art-Designer (unter anderem entwickelte er Plattencover für Jimi Hendrix), Propagandist (er entwarf eine Reihe von Plakaten für die Anti-Apartheid-Bewegung und die englische Journalistengewerkschaft sowie das Logo der Anti-Ncomissarazi-League) – er war auch ein hervorragender Fotograf. Berühmt wurden seine Fotos von Muhammed Ali, die 1975 in dem Buch „I Am King: A Photographic Biography of Muhammad Ali“ erschienen.

Für das Verständnis dessen, was Fotografie als historische Quelle bedeutet oder nicht bedeutet, kann Kings Buch „The Commissar Vanishes“ (Der Kommissar verschwindet) als Muster dienen – es dokumentiert die Fälschungen der Stalin-Ära, in der immer mehr alte Revolutionäre aus den historischen Fotos herausretuschiert wurden …

 

Späte Entdeckung

Photographieren, also mehr als dann und wann einen Schnappschuss mit einer Kompaktkamera aufzunehmen, ist für mich ein „junges“ Hobby, eine späte Entdeckung.

 

hausdurchgang mit radfahrerin
Hausdurchgang zur Mariahilfer Straße, 1070

Begonnen hat es vermutlich so richtig im August 2015 mit der Lee Miller Ausstellung in der Wiener Albertina. Ungefähr ein Jahr vorher habe ich zum ersten mal eine „bessere“ Kamera gekauft als eine kleine Kompaktkamera, wie ich sie vorher besessen hatte:  Eine Olympus Pen E-PM1. Damit sind mir einige wirklich gute Fotos gelungen (zumindest für meinen Geschmack), und ich habe mich ein bisschen mit „Theorie“ beschäftigt – hier ein Handbuch über die Olympus-Pen-Serie, da ein Reclambändchen über Photographie.

Aber der Kick kam dann wirklich mit der Miller-Ausstellung in der Albertina. Für mich war das ein Aha-Erlebnis. Und dann ging’s flott: Besuche in der Westlicht-Galerie in Wien, und – typisch Buchhändler – der Erwerb vieler, vieler Bücher 😉

Über meinen google+-account teile ich manchmal Fotos und über eine Galerie auf fotografie.at.

Und jetzt gibt es diesen Blog. Nicht nur für Fotos, sondern auch, um ein paar Überlegungen zum Thema Photographie zu diskutieren.