Über Giséle Freunds Beitrag zum Verständnis der Fotografie [Teil 1]

[Das ist der erste Teil einer längeren Arbeit über Giséle Freunds Beitrag zur soziologischen Interpretation der Fotografiegeschichte- und Entwicklung. Der zweite Teil folgt nächste Woche und wird sich mit ihrem Werk “Photographie und Gesellschaft” auseinandersetzen. Eine noch umfassendere Version dieses Essays wird in der zweiten Ausgabe des Onlinmagazins complexityinaframe erscheinen!]

cover-fotografie-und-gesellschaftAm Anfang war der Frust. Ich habe im vergangenen Jahr eine ganze Menge Fotobücher gelesen (ich spreche hier in erster Linie über Bücher zur Geschichte der Fotografie und zur „Fototheorie“). Aus vielen habe ich enormes Wissen und viele Anregungen bezogen (darunter aus der Gesamtausgabe der „Therie der Fotografie“ bei Schirmer-Mosel), andere haben mich tief in Fragen der Ethik geführt (wie Susie Linfields “Cruel Radiance)”, Werke wie jene von Annette Vowinckel haben Wissenslücken auf Gebieten geschlossen, auf denen ich mich relativ bewandert geglaubt hatte.

Gefrustet haben mich in erster Linie jene Texte, die mir, um es salopp zu formulieren, postmodern gekommen sind, und vor allem diejenigen, in denen mir Autorinnen und Autoren mit einer gewissen zittrigen Ergriffenheit Zitate von Roland Barthes um die Ohren geknallt haben. Denn, ehrlich gesagt, kann ich mit Barthes wenig anfangen, das werde ich aber in einem ausführlicheren Beitrag erklären (erklären, und nicht rechtfertigen, wohlgemerkt).

Umso glücklicher war ich, als ich jetzt endlich Zeit und Muße gefunden habe, Giséle Freunds „Fotografie und Gesellschaft“ zu studieren, ein Buch, das unverständlicherweise zur Zeit nicht lieferbar ist. Auch das erwähnte Standardwerk von Kemp/v. Amelungen, “Theorie der Fotografie”, zitiert nichts aus diesem 253 Seiten starken Band (in der rororo-Taschenbuchausgabe von 1993, die wiederum der Rogner & Bernhard-Ausgabe von 1976 folgt). „Über Giséle Freunds Beitrag zum Verständnis der Fotografie [Teil 1]“ weiterlesen