Das Fotomuseum von Jindrichuv Hradec

Wenn man vom Waldviertel auf Höhe Heidenreichstein bei Grammet die Grenze nach Tschechien überquert, gelangt man nach rund 30 Kilometer in das malerische Jindrichuv Hradec .

Dort befindet sich im 1594 gegründeten Jesuitenkolleg heute das Museum für Fotografie und moderne Bildmedien.  Das Museum soll die Öffentlichkeit mit dem Schaffen vor allen tschechischer, aber auch internationaler Fotografinnen und Fotografen vertraut machen. Gleichzeitig vermittel es tiefe Einblicke in die Geschichte der fotografischen Apparaturen und die technischen Aspekte des „Zeichnens mit Licht“.

Daneben beherbergt das hervorragend restaurierte und adaptierte Gebäude auch eine modernst ausgestattete Digitalisierungsabteilung, die für die Ausstellungen (aber auch andere Museen) analoge Bildquellen aufbereitet. Daneben gibt es eine Fachbibliothek und einen Museumsshop. Für Kinder und Erwachsene werden begleitend Workshops angeboten. Eine Dauerausstellung „Macht der Medien“, die sich neben den klassischen fotografischen Themen mit Rundfunk- und Fernsehtechnik, neuen Medien und Videokunst auseinandersetzt, rundet das Ausstellungsangebot ab.

Was waren die Highlights? Interessant sind Videoinstallationen, die Studioshootings mit Plattenkameras zeigen, oder inszenierte Fotosessions auf einem Jahrmarkt. Spannend auch die Sonderausstellung zum 100. Geburtstag der tschechischen Republik – leider sind die Beschriftungen durchwegs auf tschechisch, was für Besucherinnen und Besucher, die der Sprache nicht mächtig sind, den Genuss deutlich trübt.

Noch bis 1. 7. 2018 ist die Ausstellung „New York“ von Pavla Sojky zu sehen – sehr eindringliche Blicke auch auf die Schattenseiten einer amerikanischen Großstadt.

Im Museumsshop stellte ich wieder einmal seufzend fest: Wie wenig wissen wir doch von der Fotografiegeschichte unserer Nachbarn! Zwei Fotobücher mussten jedenfalls erworben werden – über Miroslav Tuma und Jaroslav Feyfar. Beide Fotografen werde ich in  nächster Zeit den Besucherinnen und Besuchern meines Blogs vorsstellen.

 

Jindrichuv Hradec

In Jindrichuv Hradec gibt es in unmittelbarer Nähe des 15. Meridians und der Mariä-Himmelfahrt-Kirche das Museum für Fotografie und moderne Bildmedien. Interesse geweckt ;-)? Ein Bericht über das Museum folgt in den nächsten Tagen.

Blick auf die Staatliche Burg und das Schloss

Wir brauchen „radical stock photos“

In gar nicht so wenigen Beiträgen dieses Blogs habe ich mich mit Arbeiterfotografie – ihrer Geschichte, ihrer Theorie, ihren Protagonisten – beschäftigt. Ich werde auch immer wieder auf dieses Thema zurückkommen. Zum Glück gibt es mittlerweile einiges an Literatur, und ich will nicht bloß wiederkäuen, was andere bereits intensiv und in mühevoller Kleinarbeit erforscht haben.

„Macht Arbeiterfotografie heute noch Sinn“, „Wie könnte Arbeiterfotografie heute ausschauen“ – das sind Themen, über die ich gelegentlich diskutiert. „Gelegentlich“, weil der Interessentenkreis zu diesem Thema leider sehr begrenzt ist.

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Waldviertel

Heute ist der Videosonntag wegen Urlaubs geschlossen ;-). Nein, ganz im Ernst: Bei mäßiger Netzqualität konnte ich leider den vorgesehenen Videobeitrag nicht hochladen. Dafür gibt’s einmal ein Naturfoto. Ich möchte meinen Urlaub nutzen, um meine Kamera besser kennen zu lernen und in den Wäldern und Mooren des Waldviertels mit den unterschiedlichen Lichtverhältnissen zu experimentieren. Feedback und Bildkritik ist nicht nur wilkommen, sondern erwünscht!

Auch fleißige Fotoblogger machen dann und wann Urlaub (viel zu selten)!

Gefälschte Daguerrotypien im Umlauf

Leider gehören weder ich noch die meisten Leserinnen und Leser von complexityinaframe zu den Sammlern von originalen Daguerrotypien. Nicht, weil sie uns nicht gefallen, sondern vielmehr, weil wir sie uns nicht leisten können.

Trotzdem sei hier die Warnung des amerikanischen Fotosammlers Michael Mattis weitergegeben: Zur Zeit kursieren gehäuft gefälschte, genauer: falsch zugeordnete, Daguerrotypien auf dem Sammlermarkt. Die Platten sind echt, aber die Etiketten und Signaturen, in erster Linie von Gustave Le Gray, Louis-Auguste Bisson, Th. Jacobi  und sogar Louis Daguerre, sind Fälschungen. Abbildungen der Fälschungen kann kam hier sehen. Auch Bildelemente sind verfälscht, mitunter sind auch Etiketten mit der Aufschrift „Académie des sciences“ auf der Rückseite zu finden. Jede der verfälschten Daguerrotypien ist zumindest einmal, oft doppelt signiert, einige enthalten auch Prägungen.

Die Spuren führen zu Verkäufern in Hamburg oder Berlin, die (unter polnischen Namen) die Bilder auf ebay verkaufen.

16 Magnum-Fotografinnen und Fotografen über „Heimat“

Im März 2018 wurde in Zusammenarbeit zwischen Fujifilm und Magnum Photos in New York das gemeinsame Projekt „Home“ vorgestellt: Insgesamt 16 Fotografinnen unbd Fotografen der legendären Agentur stellten einmal nicht das Leben anderer, sondern ihr eigenes in den Mittelpunkt ihrer Arbeiten.

Schon 2016 hatte Fujifilm angeregt, dass sich Fotografinnen und Fotografen mit diesem Thema auseinandersetzen sollten. „Home“ – nicht ganz treffen mit „Heimat“ übersetzbar – was ist das für Menschen, die oft jahrelang auf Achse sind, unter teilweise abenteuerlichen Bedingungen das Leben von Menschen auf anderen Kontinenten dokumentieren, komplizierte und oft brüchige Beziehungen leben, zwischen Kulturen pendeln?

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Videosonntag (am Montag): Photo London 2018

Ja, ich weiß, heute ist Montag. Da nun aber der “Videosonntag” fast schon eine Institution ist, ersuche ich um Gnade dafür, dass ich einmal um einen Tag überzogen habe. Pfingsten ist schuld, der Freizeitschock – so viele freie Tage nacheinander ;-)…

Wie schon in einem anderen Blogbeitrag angekündigt, heute mehr über die Photo London. Viel Spaß!

Dragan Novakovics London

Passend zur Kurzinformation über die beginnende „Photo London“ hier der Link zu den London-Fotos des aus dem damaligen Jugoslawien stammenden Dragan Novakovic.

Heute lebt er als pensionierter Übersetzer in Belgrad. Als er in den 60er Jahren zum ersten Mal in die englische Hauptstadt kam (sein Studium hatte er sausen lassen) war er von der Lebendigkeit der Stadt, den vielfältigen kulturellen Angeboten und den Menschentypen begeistert. Einige der damals, in seiner „Anfängerzeit“ entstandenen Fotos, sieht man auf seiner Homepage:

http://dragannovakovicphotography.com/

Zu fotografieren begonnen hat er als Jugendlicher. In den achteinhalb Jahren in London gründete er eine Familie und arbeitete in diversen Gelegenheitsjobs – keiner hatte mit Fotografie zu tun. Fotografieren war für ihn immer ein Hobby, erklärt Novakovic. In seinen Londoner Jahren hat er rund 3.000 Aufnahmen gemacht. Als er 2012 begann, die Bilder einzuscannen, entstand der Plan, ein Buch zu machen und die Bilder gegebenenfalls auszustellen.

Wünschenswert wäre es …