Les rencontres de la photographie Arles und die Sprachbarrieren / Les rencontres… kaj la lingvaj baroj

Zwischen 3. Juli und 24. September finden in Arles, Frankreich, die mittlerweile bereits traditionellen „Begegnungen der Fotografie“ (rencontres de la photographie) statt.  Diese unerhört anregenden und informativen Wochen werfen für mich natürlich einige Probleme auf:

Das wohl größte: Ich bin nicht dort :-(. Die harten Notwendigkeiten des Broterwerbs machen es mir leider unmöglich, überall hin zu reisen, wo es spannende Dinge gibt auf dieser Welt. Und da mich neben der Fotografie so viele andere Dinge auch interessieren, würde eine üppige „Reisepolitik“ natürlich auch am Geld scheitern.

Das zweitgrößte Problem macht mir aber auch gehörig zu schaffen: Die Sprachbarriere, die leider viele Menschen hindert, aus dem wirklich ergiebigen Online-Material aus und über Arles die wichtigsten Informationen zu extrahieren.

arles.pngBesucherinnen und Besucher meines Blogs habe ja mehrere Dinge bemerkt und in Gesprächen oder Mails (leider nicht in den Kommentaren!) angesprochen: die meisten „Sonntagsvideos“ sind auf Englisch. Auch wenn es nicht wirklich stimmt – gemeinhin wird vorausgesetzt, dass der Großteil der Menschen diese Sprache soweit versteht (von „beherrschen“ rede ich ungern), dass man sie ihnen zumuten kann. Daher leiste ich mir die Arroganz, unbekümmert englische Videos auf meinen Blog zu stellen.

Im Zusammenhang mit den „Rencontres“ in Arles haben mich nun echte Zweifel gepackt. Warum widerstrebt es mir, mit genau der gleichen Selbstverständlichkeit Videos auf Französisch zu bloggen? Klar – Französisch ist eine „Weltsprache auf dem Rückzug“, oder war es zumindest. Gerade in der Fotografie ist Französisch aus historischen Gründen eine wichtige „Leitsprache“

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Der historische Bericht des Abgeordneten Arago über die Dagierreotypie aus dem Kahr 1839 – natürlich auf Französisch
gewesen (und ist es irgendwie nach wie vor). Trotzdem habe ich Hemmungen dabei. Ich selbst hatte aus verschiedenen Gründen das Glück, relativ gut Französisch lernen zu können, aber das hat gleichzeitig ein bisschen die Angst geweckt, als überheblich zu wirken, wenn ich diese Sprache genauso selbstverständlich einfließen lasse wie Englisch.

Womit ich bei einem weiteren Punkt angelangt bin, auf den ich ebenfalls immer wieder angesprochen worden bin: Warum verwende ich als Zweitsprache bei vielen Titeln meiner Posts Esperanto als Zweitsprache?

Die Antwort ist simpel und überhaupt nicht geheimnisvoll: Mir macht es Spaß, Esperanto zu lernen und zu benutzen; und ich finde es einfach gut, wenn ich weiß, dass Menschen aus allen Teilen der Welt, sofern sie etwas Übung mit der „internationalen Sprache“ (so heißt Esperanto ja eigentlich wirklich!) haben, zumindest die Titel meiner Beiträge verstehen. Nebenbei – irgendjemand hat einmal die „Fotografie als Esperanto des 20. Jahrhunderts“ bezeichnet – gar keine schlechte Definition, finde ich.

Das heißt: Für mich gibt’s einen Brückenschlag zwischen Fotografie und Esperanto und umgekehrt. Was aber mein Problem mit den Berichten über Arles nicht löst.

Vielleicht greift ihr ja einmal selbst in die Tasten und lasst mich im Kommentar wissen, ob ihr was mit Videos auf Französisch anfangen könnt oder ob euch sowas eher nerven würde.

[Ich werde aber in unregelmäßiger Folge hier auf complexityinaframe über einige Highlights des Festivals in Arles berichten].

 

 

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