Kontaktbögen – „sowas von Retro“?

Mit dem Digitalzeitalter ist der gute alte Kontaktbogen abhanden gekommen. Ich selber habe ja früher, im Analogzeitalter, mit Dingern fotografiert, die … ja, die schon irgendwie  Kameras waren und auch teilweise erstaunlich gute Qualität geliefert haben. So Plastikriegel mit revuePlastiklinsen und Filmen in Form handlicher länglicher Kassetten, die man nach vollbrachter Untat in ein Labor (ja, da hat’s noch richtige Ketten gegeben, oder auch Drogerien, in die man belichtetes Bildmaterial bringen konnte!), und dann holte man die Fotos ab.

Das war die Zeit der Urlaubsschnappschüsse, und dafür hat die Qualität allemal gereicht.

Wenn man tapfer und betucht war, ließ man gleich den ganzen Film entwickeln und bestellte sich zusätzlich einen Kontaktbogen – oder man war vorsichtig, traute sich selber nicht über den Weg, und ließ nur entwickeln und den Kontaktbogen machen und entschied dann, welches Bild man „in Auftrag“ geben wollte.

Profifotografen oder „ernsthafte Amateure“, also solche, die auch selbst entwickelt haben, hatten natürlich ganz andere Kontaktbögen. Die „contact sheets“ zeigten ja das contact_printBild in der zeitlichen Abfolge der Entstehung – viele aufeinanderfolgende Aufnahmen, und bei irgendeinem machte es dann (im übertragenen Sinne) „Klick“ – das war das Foto, das den „entscheidenden Moment“ eingefangen hatte. Oder das, bei Reportagefotos, genau die Stimmung traf, die der Fotograf oder die Fotografin ausdrücken wollte.

Ich habe mich, nicht zuletzt durch das hervorragende Buch „Magnum Contact Sheets“, erschienen 2014 bei Schirmer Mosel, ein bisschen mit den Kontaktbögen auseinandergesetzt und dann begonnen, für meine bescheidenen fotografischen Gehversuche Kontaktabzüge nachzustellen.

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Ich arbeite ja unter Linux und habe daher eine große Auswahl an Programmen, mit denen ich Kontaktabzüge generieren kann. Wie das geht, möchte ich demnächst in einem kleinen Video zeigen (aber das ist noch ein Zukunftsprojekt ohne genauen zeitlichen Horizont!).

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mir die kleinen „Vorschaubilder“ auf (Foto)Papier tatsächlich gute Dienste leisten. Ich kann mich offenbar leichter auf den Ausdruck als auf das Bild am Computerbildschirm konzentrieren und schneller sehen, ob ich mit dem Bildaufbau, der Stmmung, den Farben … zufrieden bin oder nicht. Ich kann dann meine Dateien auch deutlich schneller „ausmisten“ oder entscheiden, welche Bilder ich intensiver bearbeiten will.

Wie gesagt, das ist jetzt mein persönlicher „workflow“. Jede und jeder hat seine eigenen Lieblingsmethoden, eine alleinseligmachende Art und Weise. wie man mit seinen Aufnahmen umgeht, gibt es (zum Glück) nicht. Wie ich dann mit den Kontaktbögen weiter umgehe, schildere ich in einem folgenden Beitrag!

 

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