Khadija Saye, 1992 – 2017

Khadija Saye war das zweite Opfer der Brandkatastrophe von Grenfell Tower, dessen Name bekannt gegeben wurde. Sie wurde 1992 in London geboren und graduierte 2013 an der University for the Creative Arts im Süden Londons. Mit ihrer aus Gambia gebürtigen Mutter lebte Saye in den Grenfell Towers. Beide kamen um’s Leben. Kurz vor ihrem Tod hatte die junge Fotografin wichtige Schritte zur Anerkennung ihres Werkes gemacht: Bei der Biennale in Venedig wurden ihre Fotografieren im Rahmen einer Ausstellung aufstrebender junger Talente gezeigt.

Nur einen Tag vor der mörderischen Brandkatastrophe war sie mit einer Galeristen zusammen getroffen, der Interesse an ihren Arbeiten gezeigt hatte. Die junge Frau hatte mit 16 Jahren dank eines Stipendiums die renommierte Rugby School besuchen können. Die Künstlerin Nicola Green, die Khadija förderte, erzählte, welche Probleme ihr Schützling als Kind aus den Sozialbauten inmitten Töchtern und Söhnen der elitären englischen Oberschicht hatte.

Die letzte Nachricht von Khadija Saye kam über Facebook aus dem brennenden Wohnblock. Alles sei voll dichtem Rauch. „Please pray for me. There’s a fire in my council block. I can’t leave the flat. Please pray for me and my mum.“

Ihr aktuelles Projekt, DWELLING, beschäftigte sich mit der Weitergabe traditioneller gambischer Mythen und der Verwurzelung des Volksglaubens im Herkunftsland ihrer Ahnen. Sie bediente sich dabei der klassischen Kollodium-Nassplattentechnik

Wir trauern nicht nur um diese hochbegabte junge Frau sondern um alle Opfer der Brandkatastrophe von Kensington. Sie waren Opfer einer Sparpolitik auf Kosten der Armen. Wir werden sie nicht vergessen.

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