Die dunklen Seiten von Polaroid

1970 gründeten zwei afroamerikanische Angestellte von Polaroid, Ken Williams und Caroline Hunter, das Polaroid Revolutionary Workers Movement.  Sie hatten entdeckt, dass das südafrikanische Apartheid-Regime Polaroidkameras benutzte, um die Fotos für die verhassten Pässe zu machen, die alle Schwarzen bei sich tragen mussten. Als Reaktion auf den Boykottaufruf des PRWM sandte Polaroid eine Delegatzion nach Südafrika die eine Empfehlung abgab, die als „Polaroid Experiment“ Furore machte: Die Verkäufe an die Regierung, die Polizei und das Militär wurden eingestellt und die Löhne der südafrikanischen Beschäftigten erhöht sowie Trainingsprogramme eingeführt. Die Geschäftsführung verkündete diese Entscheidung in ganzseitigen Inseraten in über 20 führenden US-amerikanischen Tageszeitungen – das PRMW blieb aber hart. Hunter sprach vor einem UN-Ausschuss über die Situation im Apartheidstaat und setzte sich weiter für einen Boykott von Polaroid-Produkten ein.  Williams und Hunter daraufhin entlassen wurden, brach erst recht ein Proteststurm los.

Nachträglich wurde die Berechtigung des Misstrauens des PRWM und der Solidaritätsbewegung 1977 bestätigt: 1977 flog auf, dass die Polaroid-Vertriebspartner Frank und Hirsch weiterhin Fotoausrüstung für die „Passbooks“ geliefert hatten. Polaroid kündigte zwar den Vertrag mit Frank und Hirsch und stellte den Direktversand nach Südafrika ein – die Glaubwürdigkeit des Unternehmens war aber nachhaltig geschädigt.

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