Bildbearbeitung für Eilige

Lange Zeit war ich ein geschworener Feind der Bildbearbeitung. Das war, bevor ich „ernsthaft“ zu fotografieren begonnen hatte. OK – den „Rote-Augen-Effekt“, speziell bei Fotos von Kindern, habe ich natürlich entfernt. Aber sonstige Eingriffe erschienen mir schon fast wie Bildfälschung – waren daher pfui und verpönt.

Dann kamen ambitioniertere Versuche meinerseits, gute Bilder zu machen. Und da war es dann schon ziemlich chic, schiefe Aufnahmen zurecht zu rücken und sogar dann und wann ein Bild zu beschneiden.

Als ich mich dann noch mit der Geschichte der Fotografie beschäftigte und staunend feststellte, was man in der guten alten analogen Ära in der Dunkelkammer aus dem „Rohmaterial“ herausholen konnte, brachen alle Dämme, und die Hemmungen bezüglich der Bildbearbeitung schwanden.

So – und jetzt kommen gleich mehrere persönliche Geständnisse:

  • ich bin schon vor gut 12 Jahren endgültig (außer, es geht nicht anders, wie am Arbeitsplatz) in das Lager der Linux-User gewechselt und habe es bisher nie bereut. „Freie Software für freie Menschen“ – Herz, was willst Du mehr!
  • ich bin furchtbar ungeduldig, wenn ich komplexe Programme erlernen soll. Die Linux-Gemeinde verfügt mit GIMP über ein hervorragendes freies Grafikprogramm (das mittlerweile auch für andere Betriebssysteme portiert wurde); ich kann gerade ein paar Basics – mir hat es an Geduld gefehlt, mich systematisch mit Ebenen, Filtern etc. zu beschäftigen. Das habe ich bitter bereut.
  • Dann habe ich Darktable entdeckt. Das ist sowas wie Lightroom von Adobe, nur teilweise umfangreicher und vor allem: gratis (Windows-Benutzer, Achtung: Die sehr engagierten Entwickler, selbst Fotografen, haben keine Windows-Version vorgesehen. Ihr könnt euch aber verschiedene Linux-Distributionen als Live-CDs oder Live-USB-Sticks herunterladen und ohne Veränderungen an eurem Betriebssystem Linux laufen lassen und dann Darktable ausprobieren. Noch besser ist es natürlich, wenn ihr komplett auf Linux umsteigt ;-)! Windows könnt ihr dann in einer Virtuellen Maschine installieren, wenn ihr ohne Micro$oft nicht leben könnt).Darktable simuliert im Prinzip wirklich eine Dunkelkammer – ein komplexes Programm, das ich jetzt systematisch erlernen will, weil es einfach enorme Möglichkeiten bietet und ich dabei sehr vieles über die „technische dunkle Seite“ der Fotografie erfahre.

Jetzt ist es aber oft so, dass man schnell ein paar Änderungen an einem Foto vornehmen will, ohne lange zu tüfteln. Dafür empfehle ich PixlrExpress, eine Software, die man entweder online (mit Registrierung) nutzen oder – so man Chrome als Browser verwendet – als Chrome-App installieren kann.

pixlrexpress

Wenn man ein Bild geladen hat, kann man verschiedene Menupunkte auswählen: Anpassung, Effekte, Ebenen, Rahmen, Stickers oder Text.

pixlrexpress adjustment

So sieht die Auswahlmöglichkeit bei den Anpassungen aus (Achtung – die App gibt es nur auf Englisch! Ein bisschen Fachvokabular ist daher notwendig!)

pixlrexpress mehrAuch bei den Effekten gibt es eine große Auswahl.

PixrExpress ist sehr intuitiv, man kann jede Veränderung am Ausgangsbild rückgängig machen. Wenn ihr das Programm noch nicht kennt – spielt einfach ein bisschen damit herum.

Wenn ihr es nicht so eilig habt: Ich werde in ein paar Wochen ein bisschen ausführlicher über meine Erfahrungen mit Darktable berichten.

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