Eugene Richards – Chronist des amerikanischen Albtraums

Ein Veteran des Irakkrieges – unheilbar verstümmelt

Im Pariser „Grande Arche“, einem höchst innovativen Ausstellungsraum für Kunst und Künste aller Art, ist bis 18. Jänner 2018 eine Ausstellung von Bildern des amerikanischen Fotojournalisten Eugene Richards zu sehen. 1944 in Dorchester, Massachusetts, geboren, studierte er nach einem Abschluss in Englisch an der Northeastern University bei Minor White Fotografie. Im Rahmen eines Programms zur Bekämpfung der Armut – dem er sich unter anderem anschloss, weil er den Kriegsdienst verweigert hatte und nun in eine unsichere Zukunft blicken musste – verbrachte er eineinhalb Jahre im Osten Arkansas und gründete dort eine Lokalzeitung, die sich unter anderem mit der elenden Lage und den politischen Aktionen der schwarzen Bevölkerung, aber auch dem immer wieder auftauchenden Ku Klux Klan auseinandersetzte.

Richards hat sich den Blick für das Leiden und die Würde der Ausgestoßenen, der Verfolgten, der Gedemütigten bewahrt. Der Großteil seiner Fotos ist schwarzweiß. Es sind oft melancholische Fotos, die mit Wucht auf den Betrachter fallen.

Ein ehemaliger Sanitäter, geistig völlig desorientiert nach dem Schrecken, den er im Irak mitansehen musste

Auf der Homepage von Eugene Richards erfährt man nicht nur vieles über sein Leben, man bekommt einen Einblick in seine zahlreichen Buchveröffentlichungen. Besonders ans Herz gelegt sei allen Interessenten sein Blog, der tiefe Einblicke in das Leben der „einfachen Leute“ in Trump-Amerika ermöglicht.